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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 9 (1881)

b) Von der Sunda-Strafse bis Aden (23 D:-J.). 
„Da, wie oben (pag. 598) erwähnt, in diesen Monaten die Route nördlich 
von den Chagos-Inseln derjenigen südlich von diesen Inseln vorzuziehen ist, so 
kann man, nachdem man die Sunda-Strafse verlassen hat, den Kurs nach einem 
Schnittpunkt des Meridians von 70° Ost mit einem Orte zwischen 1° und 3° S-Br 
setzen und den Aequator zwischen 60° und 65° O-Lg schneiden; von da aus 
nehme man einen direkten Kurs nach Adern, indem man zwischen Sokotra und 
Kap Guardafui hindurch steuert. 
Zwei Schiffe hatten eine noch nördlichere Route eingeschlagen — das eine 
direkt nach Point de Galle und von da nach Aden, und das andere hatte die 
Meridiane von 90° und 85° Ost in 1'4A° S-Br und 80° O-Lg in 6° N-Br ge- 
schnitten und dann nach Aden Kurs gesetzt, indem es den „One and a half 
degree channel“ im Süden der Malediven passirte und auf dieser Breite sich bis 
zum Meridian von 60° Ost hielt. Das erstere dieser beiden Schiffe hatte eine 
sehr gute Fahrt gemacht, das letztere eine sehr schlechte. 
Die Unterschiede der Reisedauer für die Fahrten nördlich und südlich 
von den Chagos-Inseln beträgt ungefähr einen "Fag. Bis zu dem Meridian von 
70° Ost war die Reisedauer für beide Routen gleich grofs, aber die südlich 
von den Chagos-Inseln passirenden Schiffe brauchten von diesem Meridian an 
bis Aden einen Tag mehr, als die anderen.“ 
3 Juli und August (IN). 
a) Von Aden bis Padang (20 D.-J.). 
„Die günstigste Route für den ersten Theil der Reise ist diejenige nörd- 
lich von Minikor und von da direkt zum Aequator in 95° O-Lg. Die nach der 
Sunda-Strafse direkt bestimmten Schiffe müssen von hier aus nach der V/akke 
Hoek von Sumatra zu steuern, anstatt östlich nach der Rhede von Padang. 
Wenn auch der Unterschied nur gering ist, so ist doch zu konstatiren, dafs die 
Schiffe, welche die nördliche Ronte einschlugen, im Durchschnitt die schnellste 
Reise gemacht haben, Es ist indessen hierbei noch zu bemerken, dafs bei der 
Klassificirung der Reisen der nördlichste von einem Schiffe erreichte Sehnitt- 
punkt stets als Nordgrenze der Route bezeichnet worden ist, so dafs es noch 
nicht erwiesen ist, ob es vorzuziehen sci, die Route noch weiter nördlich zu 
nehmen.“ 
b) Von der Sunda-Strafse bis Aden (19 D.-J.). 
„Die in der Ausgabe dieser Segelanweisungen vom Jahre 1871 (s. pag. 598) 
ampfohlene Dampferroute (nördlich von den CAagos-Inseln) ist in der T’hat die 
beste, und zwar ist sie um so günstiger, je weiter sie nach Norden gelegen ist 
(16'/2 Tage für die Schnittpunkte von 70° O-Lg in 2°—4° S-Br gegen 18 Tage 
in 4°—9° S-Br). Diejenigen Schiffe, welche die Route südlich von den 
Chagos-Inseln wählten, brauchten für ihre Reise einen Tag mehr, als diejenigen, 
welche nördlich von diesen Inseln passirten. Es ist im Allgemeinen anzurathen, 
den Aequator in einem mehr westlich gelegenen Punkte zu schneiden, nämlich 
zwischen 57° und 59° O-Lg. 
Die Direktoren der „Compagnie des Messageries maritimes“ haben Herrn 
Baron van Heerdt 20 Journale ihrer Dampfer, welche regelmäßige Fahrten 
zwischen Aden und Singapore durch die Strafse von Malacca machen, zur Ver- 
fügung gestellt. Hiernach wählen diese Dampfer für die Ausreise stots die 
direkte Route von Aden nach Point de Galle und von da nach der Nordspitze 
von Sumatra. Für die Heimreise verfolgen sie gleichfalls die direkte Route 
bis Point de Galle durch den Meerbusen von Bengalen; — während des SW- 
Monsuns aber (d. h. in den Monaten Mai bis August) passiren sie auf der 
Strecke Point de Galle— Aden gewöhnlich den „One and a half degree channel“, 
bleiben auf dem Parallel von 1° Nord bis zum Meridian von 65° Ost; um 
Guardafui zu gewinnen, setzten sie den Kurs etwas nach NW, so dafs sie 
60° O-Lg in 3° N-Br schneiden; für diese Fahrt durch den 1'/°-Kanal bis Aden 
brauchen die Dampfer in der Regel 8'% Tage. Um nun zu untersuchen, ob 
eine Route der holländischen Dampfer, welche sich am meisten derjenigen der 
französischen Dampfer nähert, für diese Monate (der Herrschaft des SW-Monsuns) 
vielleicht den oben angegebenen vorzuziehen sei, wurden die mittleren Ge-
	        
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