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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 9 (1881)

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passirten, wodurch sie einen geringen Vortheil von !/a oder %/4 Etmal für die 
ganze Reise gewannen. 
Während im September und Oktober alle Schiffe bei ihren Ausreisen die 
i. J. 1871 vorgeschriebene Route befolgt haben, wich der Dampfer „Friesland“ 
von ihr ab; indem er den Acquator iu 70° O-Lg schnitt, erreichte er die Rhede 
von Padang in einem direkt östlichen Kurse, sich auf !/,° S-Br haltend; dies 
gab ihm einen Vortheil von einem Tage, gegenüber der Mitteldauer der anderen 
Reisen. Wir zögern aber, diese Route ohne jede Beschränkung anzuempfehlen, 
weil sie bis jetzt nur von einem einzigen Schiffe befolgt ist.“ 
Den Hauptinhalt der vorliegenden Abhandlung bildet die Zusammen- 
stellung der Anzahl der Tage (oder Etmale), welche die niederländischen 
Dampfer für ihre Reisen von Aden bis zur Sunda-Strafse (Padang) und von 
dieser zurück bis Aden in verschiedenen Jahresabschnitten gebraucht haben, 
mit Angabe der Reisedauer in Tagen bis zu den betreffenden Schnittpunkten 
der Meridiane zwischen 55° und 100° O-Lg (oder vice versa), von 5 zu 5 Grad, 
mit den Parallelen zwischen 14° Nord und 10° Süd, sowohl für die Gesammt- 
zahl der dabei in Rechnung gezogenen Schiffsreisen, als auch für die hieraus 
sich ergebende mittlere Dauer derselben. 
Aus dieser letzteren sind nachstehende Regeln für die in den vier Jahres- 
abschnitten: 1) November bis inkl. März, 2) April, Mai und Juni, 3) Juli und 
August, 4) September und Oktober, einzuschlagenden Routen sowohl für die 
Ausreise (Aden— Padang) als für die Heimreise (Sunda-Strafse— Aden) her- 
geleitet und kartographisch dargestellt worden (s. die vier Routenkärtchen I—IV 
in der diesem Hefte beigegebenen Tafel). 
l. November, Dezember, Jannar, Februar, März (I). 
a) Von Aden bis Padang (39 Dampfer-Journale). 
„Von der Rhede von Aden aus setze man den Kurs zwischen dem Kap 
Guardafui und der Insel Sokotra nach einem Schnittpunkte des Meridians von 
60° Ost mit einem Punkte zwischen 3!/2° und 5° N-Br; den Aequator schneide 
man zwischen 66!/2° und 69° O-Lg, ferner 80° O-Lg zwischen !%° und 2° S-Br 
and von hier steuere man direkt östlich bis zur Rhede von Padang. 
Die direkt nach Java bestimmten Schiffe müssen bis 90° O-Lg einen 
östlichen Kurs halten und von da die Sunda-Strafse ansteuern.“ 
b) Von der Sunda-Strafse bis Aden (27 D.-J.). 
„Die beinahe direkte Route von der Sunda-Strafse bis Aden, wobei man 
nahe bei Ceylon passirt, ist die vortheilhafteste; es ist unvortheilhaft, aus Padang 
ausgehend, längs der Inseln an der Küste von Sumatra bis zum Meridian von 
90° Ost zu dampfen und dann erst einen westlichen Kurs zu verfolgen. Während 
in der That die Schiffe, welche den Meridian von 95° Ost zwischen 3° und 
1!/2° S-Br und den von 90° Ost zwischen !/ 2° S-Br und 3° N-Br schnitten, bis 
zu diesen Orten im Durchschnitt bezw, in 2,8 und 4,2 Tagen gelangten, brauchten 
die Schiffe, welche dieselben Meridiane zwischen !° S-Br und 2%° N-Br, 
bezw. 3° und 6!4° N-Br erreichten, bezw. 3,8 und 5,8 Tage für dieselbe 
Fahrt; ferner betrug die Reisedauer von den erwähnten Meridianen bis Aden 
für diejenigen Schiffe, welche die südliche Route einschlugen, 12,9 bezw. 11,4 
Tage, für die Schiffe auf der nördlichen Route dagegen 13,7 bezw. 11,9 Tage. 
Nach dem Verlassen der Sunda-Strafse mufs man daher suchen, den 
Aequator zwischen 91!/2° und 93'/2° O-Lg zu schneiden und den Meridian von 
80° Ost zwischen 5° und 5'2° N-Br; von diesem Punkte aus steuere man 
südlich von Minikoi bis zu einem Schnittpunkte von 10°—10%° N-Br mit dem 
Meridian von 65° Ost und alsdann nördlich von Sokotra nach Aden.“ 
2. April, Mai und Juni (IT). 
a) Von Aden bis Padang (31 D.-J.). 
„Für diese Monate ist die beste Route auf einem direkten Kurs zwischen 
Sokotra und der Sunda-Strafse bis zum Schnittpunkt des Aequators mit dem 
Meridian von 95° Ost; von hier aus steuere man zwischen den Mentawie-Inseln 
hindurch und setze den Kurs direkt nach der Rhede von Padang. Die nach 
Java bestimmten Schiffe müssen, bevor sie Land machen, die Insel Engano in 
Sicht bringen.“
	        
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