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ist mithin rings umgeben von kälterem Wasser, dessen Temperatur niedriger
ist, als —1,25°.
Die Zone, in welcher die Bodentemperaturen zwischen 0° und — 1°
liegen, ist verhältnifsmäfsig klein und aufserhalb Norwegen’s und Spitzbergen’s, wo
der Boden rasch gegen die Tiefe abfällt (s. pag. 524), auch sehr schmal,
Breiter ist sie im Norden und Osten von /sland und bei den Faröern und am
breitesten im Barents-Meer östlich von der Bären-Insel,
Ganz Island, die Faröer, die Nordseebank, die Küsten Norwegens, die
Bären-Insel, die Westküste Spitzbergens, ja sogar ein grofser Theil von Jan
Mayen sind von warmem Wasser (über 0°) umgeben, dessen Temperatur nur
an der Nord- und Ostküste von /sland, bei Jan Mayen und östlich von Soröen,
aufserhalb Hammerfest in 70° N-Br, sowie auf den Färö— Island-Bänken unter
+ 5° beträgt.
„Die Lage des warmen Wassers steht“ — wie Prof, Mohn a. a. 0. pag. 13
bemerkt — „mit den Tiefenverhältnissen in enger Beziehung. Das warme
Wasser ruht auf den Küstenbänken, und seine Grenze nähert sich den Küsten
da, wo die Breite der Bank geringer wird, wie an der Romsdal-Küste und
aufserhalb der Lofoten und Vesteraalen in Norwegen. Das ganze südwestliche
Barents-Meer hat warmes Wasser. Die klimatologische Bedeutung dieser Ver-
sheilung der Meereswärme springt gleich in die Augen, wir sehen die nächste
Ursache, welche das Zufrieren des Meeres im Winter (an diesen Küsten) vor-
bietet und die milden Winter giebt. Der Gegensatz ist an den Ostküsten von
Grönland und Spitzbergen, wo das kalte Wasser, mit Eis beladen, das ganze
Jahr hindurch herrscht.“ !)
(Schlufs folgt im nächsten Heft.)
Ergebnisse einiger physisch-oceanischen Beobachtungen auf der
Dogger-Bank.
(Mit einer Skizze und einer Kurventafel.)
Im Juni d. J. wurden von S. M. Kbt. „Drache“, Korv.-Kapt. Holzhauer,
auf der Dogger-Bank Beobachtungen zur genaueren KErmittelung der Ebbe- und
Fluch-Erscheinung angestellt, welche, obgleich leider durch Wind und Wetter
beeinträchtigt, doch einige interessante Resultate ergeben haben, über welche
hier eine vorläufige Mittheilung erfolgt.
Es wurden nach einander die auf der Skizze angegebenen sechs Stationen
eingenommen und auf denselben neben Wasserstandsbeobachtungen Messungen
der Temperatur und des specifischen Gewichts vorgenommen.
Ueber die einzelnen Stationen bringt folgende Tabelle nähere Angaben.
Station
; Tiefe Dauer der
Geographische Lage in Beobachtungs-
N-Br | O-Lg m Periode
:2 10,3‘ | 2° 9,6‘ 7 82 Stunden
“9 27,8‘ | 2° 21,0‘ 17 3 #
4° 38,0‘ | 2° 11,0° 18 18 »
0 1,5’ 30 7,0% 25 75 »
79 44,2‘ 3° 25,2 41 27
5 411,7‘ 2° 56,5‘ 43 53
‘) Die weiteren Ausführungen von Herr Prof. Mohn über diesen für die arktische Klimato-
logie und die Kenntnis der KEisverhältnisse in dem Nordmeere wichtigen Gegenstand s. a, a, O.
pag. 13—16. Nur soviel sei hier bemerkt, dafs nach Prof, Mohn im Allgemeinen das Meer im
Winter dort nicht zuzufrieren scheint, wo sich im Sommer eine obere Schicht von ca 200m Mächtig-
keit mit Wärmegraden befindet. Die Nullgrad-Isotherme in 100 dän. Fad. "Tiefe scheint im Grofsen
und Ganzen auch die winterliche Eisgrenze zu markiren.