5092
12. In 200 dän, Fad. (ca 400m) liegen längs der norwegischen Bäuke
Wärmemaxima, durch kälteres Wasser in zwei Schichten getheilt (s. sub 1).
In die Färö—Shetland-Rinne keilt sich kälteres Wasser ein. Zwischen Grönland
und der Bären-Insel schiebt sich eine sehr kalte Wassermasse vor. Bei Spitz-
bergen liegt das wärmste Wasser dicht an der Bank.
13. In 300 dän. Fad., (ca 600m) existiren aufserhalb der norwegischen
Bänke mehrere Wärmemaxima, meistens in deren Einbuchtungen, Die Bänke
von Jan Mayen, Island und den Faröern sind von eiskaltem Wasser umspült.
Die Spitzbergen-Bank hat in dieser Tiefe noch Wärmegrade,
14. In 400 dän, Fad, (ca 800m) ist das Nordmeer vom Atlantischen
Ocean ganz abgeschlossen, Das wärmste Wasser findet sich zwischen Jan
Mayen und Norwegen. An den Küstenbänken ist die Temperatur des Wassers
in dieser Tiefe am höchsten aufserhalb Vesteraalen (3° C.), von hier bis 80° N-Br
hinauf ist längs der Bank noch warmes Wasser (2°—0°) vorhanden; dagegen
tritt im Süden, bis aufserhalb Romsdal (63° N-Br), nicht nur Wasser von 0°,
sondern auch bis auf mehr als — 1° erkaltetes Wasser in einem schmalen Saum
auf, von derselben Temperatur, wie in den Gegenden nördlich und östlich von
Island und Jan Mayen, welche mit jenen in der Tiefe in Verbindung steht.
15. In 500 dän. Fad. (ca 1000m) Tiefe wird das warme Wasser räumlich
immer mehr beschränkt, nur bis zu einer geringen Entfernung hin werden die
Küstenbänke von den Lofeten bis aufserhalb des Nordkaps von ihm bespült.
Das Wärmemaximum (2°) liegt zwischen Jan Mayen und Norwegen, und eine
Zunge mit 1°—0° Temperatur erstreckt sich nordwärts fast bis zu 76° N-Br.
Das kalte Wasser mit mehr als —1° erstreckt sich von den Lofoten bis in die
Färö—Shetland-Rinne, welche von diesem ganz und gar angefüllt ist.
16. In 600 dän. Fad. (ca 1200m) und darüber bis ca 670 Fad. (ca 1340m)
ist nur noch zwischen Jan Mayen und Vesteraalen warmes Wasser mit einem
Maximum von fast 1° vorhanden in ca 70'/2° N-Br und 2%%° O-Lg (Tab. II
3ub 3b No. 213). Die Zone mit — 1° und darunter ist bedeutend breiter ge-
worden und tritt auch im Südwesten der Bank an der Bdären-Insel auf.
17. In den gröfseren Tiefen und am Boden der grofsen Binsenkung der
„Eismeertiefe“ zwischen Grönland und Norwegen— Spitzbergen, welche den
weitaus gröfsten Theil des norwegischen Nordmeeres einnimmt, hat das Wasser
eine Temperatur unter — 1°. Das kälteste Bodenwasser wurde von der nor-
wegischen Expedition zwischen Grönland— Jan Mayen einerseits und Spitzbergen—
Norwegen andererseits, genauer zwischen 71° bis 78° N-Br und 72° W-Lg bis
11'/2° O-Lg, in Tiefen von 1900 bis 3630m oder 1040 bis 1985 Fad, gefunden,
nämlich Bodentemperaturen von —1,5° bis —1,7° (s. No. 227,!) 302, 350, 351,
298, 303, 352, 304, 305 und 332, Tab. II sub 3b und 4). Die niedrigste Boden-
temperatur von — 1,7° wurde gemessen auf Station No. 302 in 75° 16‘ N-Br
und 0° 54‘ W-Lg in einer Tiefe von 3630m (1985 engl. Fad.), der zweit-
gröfsten von der norwegischen Expedition (1876—1878) gelotheten "Liefe.?)
In der Dänemark-Strafse fand die „Fylla“, Kapt. Buchwald, am 26. Juni
1878 in 66° 27‘ N-Br und 19° 32‘ W-Lg und in nur 660m Tiefe eine Boden-
temperatur von — 1,6°, während noch nicht ganz 100m höher die Wasser-
temperatur — 1,8° betrug (s. „Ann. d. Hydr. etc.“ 1880, pag. 494, und 1881,
pag. 239).
In der Färö—Shetland-Rinne betragen die Bodentemperaturen in dem
südlichen Theile in Tiefen von 1000—1100m —1,3° und in dem nördlichen
Theile (Tab. I No. 37) in 1260m Tiefe — 1,1°.
Zwischen /sland und Norwegen, südlich vom Polarkreis, sinkt die Boden-
temperatur nur an einer Station unter — 1,25° herab, nämlich auf Station No. 53
(Tabelle I sub 3) in 65° 14‘ N-Br und 0° 33‘ O-Lg im 2814m (1539 Fad.)
Tiefe; diese Temperatur von — 1,25° ist zwischen den Parallelen von 70° und
71° Nord und den Meridianen von 10° Ost bis 5° West gleichfalls nicht an-
getroffen worden. Dieser zwischen Jan Mayen und Norwegen gelegene Raum
‘) Bei No. 226 mufs es pag. 522 heilsen —0,6° statt —1,5°.
2?) Die Angabe für die unverhältnifsmäfsig niedrige Bodentemperatur von —2,1° bei No. 366
pag. 523) in nur 6l Fad, — 112m ist der Originalquelle (Ergänzungsheft etc. No. 63, pag. 20)
antnommen.