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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 9 (1881)

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Kleine hydrographische Notiz. 
Ueber die Rhede von Kalbout an der Nordküste von Java, an 
der Madura-Strafse theilt Kapitän K, Jost, Führer des Deutschen Schiffes 
„Barbarossa“, der Deutschen Seewarte Nachstehendes mit: 
„Der Ort Kalbout, von den Eingeborenen Semiring genannt, liegt an dem 
Flüfßchen letzteren Namens und ist nur ein Fischerdorf, woselbst kein Europäer 
wohnt. Als Ladeplatz für europäische Schiffe ist der Ort erst in diesem Jahre 
Ti in Aufnahme gekommen, indem die ungefähr 5 Sm landeinwärts gelegene 
uckerfabrik Olean in diesem Jahre zum ersten Male ihren Zucker über Kalbout 
verschiffte, was bis dahin stets über Panaroekan geschehen war. Man hat am 
Flusse ein Packhaus und eine kleine Pier erbaut, und gestaltet sich das Ver- 
schiffen der Ladung ziemlich bequem, obgleich der Fluß nicht über 20 Fufs 
(6m), das Fahrwasser für die Ladungsboote nicht einmal über 10 Fufs (3m) 
breit ist. Westliche Winde werfen leider eine Sandbank vor der Mündung des 
Flusses auf. Während der Zeit unseres Aufenthalts wurde dieselbe einmal 
durch eine Anzahl von der Regierung dazu angestellter Kulis weggeräumt. 
Das Wetter hielt sich bis zur Zeit unserer Anwesenheit, vom 14. No- 
vember bis zum 17. Dezember 1880, noch gut, obwohl der Monsunwechsel nahe 
bevorstand. 
Briefe, Depeschen u, s. w. werden über Silobondo befördert, welcher Ort 
ungefähr eine Stunde von der Zuckerfabrik Olean liegt. Alle Sachen müssen 
dahin mit einem Boote gesandt werden. Die Elin- und Ausklarirung geschieht 
in Panaroekan. 
Fleisch ist theuer, Geflügel und Eier dahingegen sind billig. 
Die Rhede von Kalbout ist durch keines der gewöhnlichen Seezeichen 
bezeichnet, doch ist daselbst das Feuer von Parzaroekan deutlich zu sehen, Die 
Position unseres Ankerplatzes fand ich nach sorgfältigen Peilungen, mit Be- 
nutzung der von der Holländischen Regierung herausgegebenen Karte der 
Madura-Strafse, zu 7° 37‘ 45“ S-Br und 113° 59‘ 50“ O-Lg, während sich die- 
zelbe nach zuverlässigen astronomischen Beobachtungen zu 7° 39‘ S-Br und 
113° 59‘ O-Lg !) ergab. Vom Ankerplatz aus peilte der Feuerthurm von 
Panaroekan SW*/4S a. K., die äufserste Spitze von Point Tjina (sehr niedriges 
Land) OzN und der Ort Kalbout SO'/2S, etwa 2 Sm entfernt. Die Wassertiefe 
betrug 11 Fad. (20m). 
Auf dem geraden Wege von Panaroekan Dach Kalbout befindet sich eine 
Bank, welche mit Niedrigwasser iheilweise trocken läuft. Diese Bank liegt 
nach meiner Ansicht viel weiter von der Küste entfernt, als in der Karte an- 
gegeben ist. Sie besteht, wie ich auf einer Bootfahrt nach Panaroekan, auf 
welcher wir über dieselbe hinfuhren, deutlich sah, aus Sand, Klippen und 
Korallen und ist ringsum von tiefem Wasser umgeben.“ 
‘) Der Stand und Gang des Chronometers wurde kurze Zeit vorher nach dem Zeitballe in 
Sourabaya bestimmt. 
Berichtigung. 
Nach Fertigstellung der Kartenbeilage zu dem Artikel über die Marshall- 
Gruppe haben sich nachstehende Nichtübereinstimmungen der Ortsbenennungen 
etc. in den Plänen mit denjenigen im Texte ergeben: 
pag. 528 Z. 1 v. 0. mul es heißen Metjaddo statt Metjado. 
ib. Z. 3.7. u Azilinglap-Lap statt Ailinglab-Lab. 
pag. 529 Z. 8 v. 0. Wotja statt Wotje. 
ib. Z.9v. u Enylappagan statt Enylapagann. 
pag. 530 Z. 23 v. 0. 5,5m (3 Fad.) statt 3,7m (2 Fad.) 
ib. Z. 21 vu Enylamiej statt Enylamij. 
pag. 531 Z. 19 v. ©o. Rongerik statt Rongelab. 
Gedruckt und in Kommission bei E. S. Mittler & Sohn. 
Königliche Hofbuchhandlung. 
Kochstrafse 69/70.
	        
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