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Schiff verpflichtet, den Schlepplohn zu bezahlen, so wird oft vom Ablader eine
gewisse Summe gefordert, gegen deren Zahlung er sich verpflichten will, das
Schiff in San Francisco zu beladen, Diesen Anerbietungen gegenüber mufs man
bedenken, dafs ein Schiff in den obengenannten Ladeplätzen, sowie in Oakland,
frei von Dockgeld ist. Durch Ersparung desselben werden die Kosten des
Schleppens nahezu ausgeglichen, und ein Vortheil kann nur erzielt werden, wenn
das Laden in San Francisco mit einem die Vergütung an den Ablader über-
wiegenden Zeitgewinn verbunden ist. -
Benicia liegt am rechten Ufer der Karaquines-Strafse (Mündung des
Sacramento-Flusses), und Port Costa dem erstgenannten Orte gegenüber, beide
an der Bahn von Oakland nach Sacramento, zu Wasser etwa 27 Sm von San
Francisco und etwa 5 Sm von Vallejo entfernt.
Der Stauerlohn beträgt 35 Cts. pro Tonne. Garnierholz kostet 20 Doll.
pro 1000 superficial feet, mit 5 °% Diskonto (wenn schlechtes grünes Holz, mit
71/2 °/o); Garnierlager, im Ganzen für ein Schiff von der Größe des „Joseph
Haydn“ (809 Reg.-T.) 35 Doll.
Port Darwin, Falklands-Inseln (51° 48‘ S-Br, 58° 58‘ W-Lg).
Aus den Reiseberichten des Kapt. C. Le Moult von der
Hamburger Bark ‚„Hans“.
(Mittheilung von der Deutschen Seewarte.)
Port Darwin liegt auf der östlichen Falklands-Insel am Chotseul-Sund.
Wir ankerten daselbst, von Port Stanley kommend, am 9. Januar 1881 nahe
bei der Niederlassung auf 3 Fad. (4m) Tiefe und Muddgrund.
Während unseres Aufenthaltes war das Wetter meistens böig und
regnerisch, und die Winde, welche vorzugsweise aus dem westlichen Halbkreise
wehten, traten oftmals stürmisch auf, Viel besseres Wetter ist nach der Aus-
sage von Bewohnern, die 35 Jahre und läuger auf den Falklands-Inseln leben,
im Sommer im Ganzen nicht zu erwarten. Im Winter soll das Wetter durch-
schnittlich besser sein, als im Sommer; auch kommen dann einzelne windstille
Tage vor, an denen es wärmer wird, als wir es dieses Mal in der Mitte des
Sommers erlebten. Die Wärme des Sommers erlangt nie einen solchen Grad,
um die gewöhnlichen, in Europa angebauten Früchte zur Reife bringen zu
können. Ich war zu Pferde von Port Darwin aus nach Port Sussex, nach
Victoria Harbowr und nach Mount Pleasant und auch von Port William aus in
das Innere von Ostfalkland, habe aber nirgendwo Landbau gesehen. Auch
bestätigten mir die Bewohner, dafs ein solcher überall nicht vorkäme, weder
auf Ost-, noch auf Westfalkland. Kein Baum und kein Strauch ist anzutreffen;
überall sieht man nur Moor und Haide oder Grasland und Steine. Bäume
können selbst in den Thälern der heftigen Windstölse wegen, welche das ganze
Jahr hindurch auftreten, nicht gedeihen. Auch in den verschiedenen Nieder-
lassungen — Port Stanley, Darwin, Sussex, San Carlos u. 8. w. — trifft man
weder Baum noch Strauch, nur einige kümmerliche Gemüsegärten, in denen
Kartoffeln, Rüben und Kohl mit Mühe gezogen werden. Dahingegen giebt es
wilden Sellerie und Champignons in Menge, und die kleinen Inseln sind mit
mannshohem Schilf bewachsen, dessen ein Zoll breiter und ein halb Zoll dicker
Stengel ein efsbares, unserer Haselnufs ähnlich schmeckendes Mark enthält.
An Wild kommen Hasen und Kaninchen, die von Kapland eingeführt
sind, sowie Guanacos von Patagonien vor. Wasservögel sind in groflser Menge
vorhanden, namentlich Penguine, Schwäne und wilde Gänse. Letztere, sowie
auch wilde Enten, werden in solcher Menge getödtet, dafs die Bewohner der
Falklands-Inseln ihre Schweine mit denselben füttern. Robben und Seelöwen
kommen gelegentlich bis Port Darwin hinauf.
Alle Bestrebungen, die Hülfsquellen des Landes auszunutzen, sind aus-
schliefslich der Schafzucht gewidmet. Hierfür ist aber auch das Land wie
geschaffen. Ungefähr 250-—300 000 Schafe scheert allein jährlich die „Falklands
Island Compagnie“,