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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 9 (1881)

Auch den Südatlantischen Ocean durchsegelie „Peter Godeffroy“, wenn 
auch nicht auf derselben Route, doch in angenähert derselben Zeit, wie 
„Wandrahm“ es ausführte, und hielt auch hier das eiserne Schiff sich sehr gut 
gegen den hölzernen, sehr segeltüchtigen Partner. Nachdem „Peter Godeffroy“ 
50° S-Br in 46° W-Lg am 27%. Mai, 40° S-Br in 31,2° W-Lg am 3, Juni, 30° 
S-Br in 30,4° W-Lg am 10. Juni, 20° S-Br in 28,4° W-Lg am 15. Juni und 
10° S-Br in 29,9° W-Lg am 19. Juni gekreuzt hatte, wurde am 24. Juni in 
29,9° W-Lg der Aequator überschritten. „Wandrahm“ hatte die Linie in 
29,1° W-Lg 36 Stunden eher erreicht. Am Mittage des 12. Juni hatte „Peter 
Godeffroy“, in 27,3° S-Br und 29,0° W-Lg stehend, gegen „Wandrahm“ in 
28,4° S-Br und 23° W-Lg, noch einen Vorsprung gehabt. Obgleich dann beide 
Schiffe nahezu gleichzeitig in derselben Breite den Passat erhielten, gewann 
nach dieser Zeit „ Wandrahm“, welcher anscheinend frischeren Wind antraf, 
mehr und mehr. 
In nördlicher Breite, wie beim Ueberschreiten des Stillengürtels, welchen 
„Peter Godeffroy“ zwischen 7,9° N-Br in 27,7° W-Lg und 10,2° N-Br in 26,8° 
W-Lg antraf, blieb diese Bark nun aber noch bedeutender zurück, und machte 
sich von nun an die Ueberlegenheit des kupfernen Schiffsbodens gegen den 
unreinen eisernen in zunehmender Weise bemerkbar. „Peter Godeffroy“ traf 
den kräftigsten Passat zwischen 14° und 22,5° N-Br und erreichte anscheinend 
schon in 23,3° N-Br und 38,5° W-Lg dessen polare Grenze; wenigstens herrschte 
dort für einige Zeit Stille und leichte veränderliche Mallung. Später folgte 
jedoch noch wieder eine lange Zeit leichten nordöstlichen Windes, bei dem der 
Fortgang des Schiffes nur ein sehr geringer war, Erst als man nördlich von 
35,5° N-Br gekommen war, herrschten westliche Winde vor, die dann bis zum 
8, August die Bark in Sicht der Küste Zr/ands führten. Am 9. August befand 
sich „Peter Godeffroy“ in 9,4° West; nahezu dieselbe Länge und auch dieselbe 
Breite hatte „Wandrahm“ acht Tage früher erreicht. Die Reisedauer der 
ersteren Bark war 133 Tage; 46 derselben waren in nördlicher Breite ver- 
bracht und dort 10° Nord in 26,8° W-Lg am 1. Juli, 20° Nord in 34,9° W-Lg 
am 7. Juli, 30° Nord in 39,8° W-Lg am 16. Juli und 40° Nord in 30,7° W-Lg 
am 27. Juli geschnitten worden. 
18. Reise der Bremer Brigg „Agnes“, Kapt. J. C. 6. Jacobsen. 
Am 10, April 1880 stand die, in Ausführung einer ihrer gewöhnlichen 
Reisen von Bremen nach dem Busen von Guinea begriffene Brigg „Agnes“ in 
der Nähe von Lizard. Frische Ostwinde führten dieselbe von hier in wenig 
Tagen bis südlich von 40° N-Br; als diese Breite überschritten worden war, 
wurden leichte Westwinde angetroffen, und aus diesen ging schliefslich unweit 
33° N-Br in 14,6° W-Lg der Passat hervor. Der während der Drehung durch 
N nach NE nur sehr leichte Wind, fafste als Passat aus letzterer Richtung 
kräftig durch und führte die, sich Ost von der Kap- Verde-Inselgruppe haltende 
Brigg in rascher Weise südwärts. Ohne irgend eine Störung in der Fahrt war 
sie am 3. April in 5,1° N-Br und 17,4° W-Lg zur aequatorialen Passatgrenzoe 
gelangt. Südlich derselben traf man zunächst an einem Tage Stille, dann aber 
unbeständige, meist westliche oder südliche Mallung, bei welcher die Brigg, da 
auch schon stetige östliche Strömung beobachtet wurde, ganz befriedigenden Fort- 
gang nach Osten erzielen konnte. 
Am 11. Mai während einer Windstille, befand sich „Agnes“ in Sicht des 
Kap Palmas; später wurde bei regnerischem Wetter und veränderlichen Winden 
in Sicht der Küste ostwärts gesteuert und am 20. Mai der, nicht weit östlich 
von Cape Coast Castle gelegene, Bestimmungsplatz Appam erreicht. 
Die Reise von Lizard ab war in 40 Tagen vollendet worden. Während 
dieser Zeit hatte die Brigg 40° N-Br in 15,9° W-Lg am 15. April, 30° N-Br in 
18° W-Lg am 22, April, 20° N-Br in 20,1° W-Lg am 26. April und 10° N-Br 
in 19,8° W-Lg am 30. April geschnitten, 
Am 14. Juli trat „Agnes“ von Addafoah aus die Heimreise nach Bremen 
an. Bei sehr leichtem, anfänglich aus raumer Richtung wehendem Westwinde, 
suchte man nach Süden hin zu gelangen, und konnte diese Absicht in be- 
friedigender Weise ausgeführt werden. Südlich von 3,5° N-Br lief der jetzt 
mäfsig starke Wind hoch südlich, und als man am 17. Juli nach 1,5° N-Br in
	        
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