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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 9 (1881)

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Nachdem man geankert hat, kommt erst der zweite Hafenmeister, holt 
den Gesundheits-Pafs und stellt die üblichen Fragen über Reise u. s. w. Dann 
kommt die Zollvisite, durchsucht das Schiff, nimmt das Manifest zu sich und 
läfst einen bewaffneten Zollsoldaten an Bord, welchem das Schiff, so lange es 
im Hafen bleibt, ein anständiges Logis und die Kost gewähren mufs. Sind 
diese Formalitäten erfüllt, so kann der Schiffsführer an Land fahren, mufs sich 
aber, hier angekommen, erst dem Hafenmeister vorstellen; alsdann kann er 
seinen Geschäften nachgehen. Zum Löschen des Ballastes und um später wieder 
zu laden ist ein Erlaubnifsschein erforderlich. Ist das Schiff entlöscht, so wird 
es durchsucht, ebenfalls wenn es später wieder segelfertig ist. Bei allen Visiten 
soll laut Gesetz der Kapitän zugegen sein, doch läfst sich der Uebelstand dieser 
wiederholten Plackereien durch Zahlung von 10 bis 12 Dollars abschwächen 
oder auch ganz verhindern. 
Kann man von der Schiffsbesatzung, wegen dringender Arbeiten an Bord, 
keine Bootsmannschaft entbehren, oder fürchtet man Excesse derselben am Land, 
so engagire man zur Bemannung des Schiffsbootes vier Eingeborene, Diese 
Leute sind zuverlässig, machen sich als Wegweiser oder Dolmetscher am Lande 
nützlich und ferner, indem sie morgens die für den Tag erforderlichen frischeu 
Lebensmittel mit vom Lande bringen. Der Lohn beträgt 1%4 Dollar pro Tag 
für 4 Mann. 
Ballast und Steinkohlen werden in offenen Leichtern (cascas), ähnlich 
den kleinen Weserbockschiffen, an Land gebracht. Diese Fahrzeuge laden 
ca 25 Tonnen. Sie liegen schon bei wenig Seegang schlecht längsseite und 
erfordern dicke gute Fender, Die Balken dieser Leichter, in halber Raumhöhe 
angebracht, ragen etwa 2 Fufs an jeder Seite über die Beplankung hinaus. Auf 
diesen Enden ist längs des ganzen Fahrzeuges Bambusrohr befestigt, und diese 
Vorrichtung dient sowohl als eine Art Laufbrücke aufsenbords, um darauf das 
Fahrzeug vermittelst Stangen vorwärts zu schieben, wie auch als Schwimmer 
und Schlingerklampen. Bei konträrem Winde können die Fahrzeuge selten das 
Schiff erreichen, sondern müssen mit Leinen längsseite geholt werden. Die 
Leichter dagegen, in denen. alle übrige Ladung an und von Bord gebracht 
wird, sind gute manövrirfähige Schoner (conchas) von 25 bis 35 Tonnen Trag- 
fähigkeit. Sie haben mittschiffs einen Aufbau, um mehr leichte trockene Güter 
laden zu können, 
Für das Fortschaffen von Sandballast zahlt man 18 Cts., für Steine 
10 Cts, pro Tonne, Der Stauer liefert den Ballast unentgeltlich in die Leichter, 
doch hat das Schiff die dazu erforderlichen Schuten und Körbe zu besorgen. 
Für das Stauen von Zucker zahlte ich 15 Cts. pro Tonne. Bambusrohr kostet 
8 Doll. pro 100 Stück. Dieses mul einige Tage vor Beginn des Ladens an 
Bord genommen werden, damit es trocknen kann, denn es wird in einem Flofs 
längsseite gebracht. Handkörbe kosten 75 Cits. das Dutzend. Garniermatten 
sind theurer und kleiner, als in Hongkong. 
Der trockene Zucker, welcher nach San Francisco verladen wird, mifst 
35,45 Kubikfufs englisch, somit etwas mehr als 1 Kubikmeter die englische 
Gewichtstonne. Der Zucker wird in Mattensäcken verschifft, welche im Durch- 
schnitt '!/s Picul spanisch gleich 70 Pfund englisch enthalten. Demnach ist 
1 Tonne von 20 Ceots (16 Pieul) gleich 32 Säcken. 
Nach San Francisco bestimmte Schiffe müssen unter Lloyds Aufsicht 
laden, Dieses kostet inkl. Certifikat 42 Doll., welche vom Ablader zu zahlen 
sind, wenn die Chartepartie nicht ausdrücklich anders bestimmt. 
Tonnengelder sind seit dem 1. Oktober 1880 von 8 Cts. auf 28 Cts. pro 
Tonne erhöht worden, um für die Mehreinnahme Brücken zu bauen, an denen 
dio Schiffe liegen können. Der Betrag wird für Netto-Tonnen erhoben. Für 
Ein- und Ausklariren wurden 25 Doll. berechnet, für Stempelpapier, Lade- und 
Segelvisite 2 Doll., für den Arzt 1 Doll. pro Tag. 
3. Reise von Manila nach San Francisco (22. Oktober 1880 
bis 1. Januar 1881). 
Das Einsetzen des NE-Monsuns findet gewöhnlich mit stürmischem und 
unbeständigem Wetter statt, und Teifune sind zwischen 15° und 23° N-Br um 
diese Zeit nicht selten. Unter der Küste von Luzon findet man flaue veränder-
	        
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