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Verschiedene heftige Stürme wurden beobachtet, indessen verdient keiner
derselben eine besondere Erwähnung. Die Reise verlief hier derart, dafs
50° O-Lg in 47,2° S-Br am 7. Oktober, 80° O-Lg in 47,3° S-Br am 14. Oktober,
die Länge des Kap Leeuwin in 50,8° S-Br am 23. Oktober und die des Südkaps
auf Tasmania in 46,5° S-Br am 31. Oktober überschritten wurde.
Beim Aufsteuern nach Norden, zwischen Australien und Neuseeland, be-
gleiteten westliche Winde die Bark bis nach 39° S-Br in 161° O-Lg. Nördlich
von diesem Punkte, bis nach 35° S-Br in 167° O-Lg, waren nördliche oder öst-
liche Winde vorherrschend. Dagegen traf man nach Verlassen dieser letzteren
Position für längere Zeit vorherrschend westliche Winde. Unweit 30,5° S-Br
in 171,5° W-Lg hielten nördliche Mallung und Stille die Bark fast eine Woche
lang fest. Später traten leichte nordöstliche Winde von längerer Dauer auf,
aus denen sich endlich unweit 26° S-Br in 174° W-Lg der frische Passat ent-
wickelte. Dieser letztere Wind führte die Bark bis unweit 17,8° S-Br in 170°
W-Lg. Ganz gegen Erwarten endete er hier, und es folgte auf ihn eine Zeit
der Stille und nordöstlichen Mallung. Als aus nordöstlicher Richtung endlich
wieder frischere Briese durchkam, hielt dieselbe nicht lange an, in etwa 15,7°
S-Br und 170° W-Lg lief dieselbe durch Nord nach NW, um sich in westlicher
Richtung für die folgenden 8 Tage zu halten. Es war dieses wahrscheinlich
ein Herüberreichen des zur Zeit des südlichen Sommers in der Nähe der Salo-
mons-Gruppe so gewöhnlichen nordwestlichen Monsuns, Die Bark gelangte
damit nach 12,3° S-Br in 169,5° W-Lg. Hier endete jener Wind, es trat aber-
mals Windstille und leise nordöstliche Mallung auf, und mufste unter diesen
Verhältnissen der letzte Theil der Reise zurückgelegt werden. Am 22. De-
zember befand sich der „Peter Godefroy“ in Sicht des Hafens von Apia. Da
e8 zur Zeit windstill war, sandte der Kommandant S. M, S. „Bismarck“, der
Bark eine Dampfbarkasse zu Hülfe, und schleppte dieselbe den „Peter Godeffroy“
in den Hafen. Die Reisedauer von der Kapstadt her betrug 94 Tage; nicht
weniger als 52 derselben waren östlich von Tasmania zugebracht worden, und
hatte die Bark dort 40° S-Br in 160,5° O-Lg am 5. November, 30° S-Br in
171° W-Lg am 27. November und 20° S-Br in 170° W-Lg am 4. Dezember;
ferner den Meridian von 160° Ost in 40,4° S-Br am 4. November, den von
170° Ost in 34° S-Br am 13. November und den von 180° in 32,9° S-Br am
19. November gekreuzt. Wäre „Peter Godefroy“ anstatt zwischen Australien
und Neu-Seeland, östlich von der letzteren Insel, etwa in der Länge des Be-
stimmungsplatzes, nach Norden gesegelt, auf einer Route, welche zur Zeit des
südlichen Sommers einer ernstlichen Rücksichtnahme werth erscheint —- so wäre
sehr wahrscheinlich der letzte Theil der Reise in bedeutend kürzerer Zeit voll-
endet worden.
Von Apia versegelte der „Peter Godeffroy“ nach Levuka. Die Reise
dahin wurde am 16. Januar 1880 angetreten und bei mäfsigem, sich zwischen
ENE und ESE haltendem Passate in sechs Tagen vollendet. Nachdem die Bark
im letzteren Hafen voll beladen worden war, ging sie am 29. März abermals
in See, um die Reise nach Europa zu beginnen. Bei mäfsigem, beständigem
Passate, der nahezu das Einhalten eines Südkurses ermöglichte, segelte man
bis nach 33,5° S-Br in 179,2° O-Lg. Hier drehte der ganz flau gewordene
Wind nordöstlich, frischte bald wieder auf und hielt sich für längere Zeit in
dieser Richtung. Ganz allmählich holte der Wind jedoch nördlicher und schliefs-
lich lief er, südlich von 41° S-Br in 169° W-Lg, durch Nord nach West. Am
Mittage des 12, April, an welchem Tage dies Umlaufen erfolgte, befand sich
„Peter Godefroy® in 41° S-Br und 169,6° W-Lg genau 56 Sm nördlich von dem
Mitsegler „ Wandrahm“. Beide Schiffe segelten dann ostwärts unter denselben
Verhältnissen, wie sie schon im Reisebericht von „ Wandrahm“ erwähnt wurden,
und am Mittage des 20. Mai, an welchem Tage die Länge des Kap Horn
passirt wurde, stand „Peter Godeffroy“ nur 10 Sm östlicher vom mitsegelnden
„Wandrahm*“., Vom ersteren Schiffe, welches sich bis dahin 52 Tage in See
befand, war 20° S-Br in 178,8° O-Lg am 1. April, 30° S-Br in 178,3° O-Lg
am 5. April, 40° S-Br in 172° W-Lg am 11. April und 50° S-Br in 117° W-Lg
am 1. Mai, ferner der. Meridian von 150° West in 43,3° S-Br am 19. April,
der von 120° West in 49,9° S-Br am 1. Mai und der von 90° West in 56,8°
S-Br am 9. Mai geschnitten worden.
Ann. d. Hydr., 1881, Heft I (Jannar).