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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 9 (1881)

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20. Oktober kreuzte „Elisabeth Rickmers“ in 36,3° S-Br die Länge von 80° Ost. 
Es waren bis dahin 23 Tage verflossen, seit man den ersten Meridian ver- 
lassen hatte, 
Sehr günstig war die auf dem Wege zum Passatgebiete angetroffene Ge- 
legenheit. Der kräftige, zuerst aus NW wehende Wind drehte allmählich nach 
West und Süd und ging unweit 25,4° S-Br und 87,7° W-Lg in den SE-Passat 
über, ohne dafs dabei Störung irgend welcher Art beobachtet wurde. Am 
24. Oktober, bei einem Luftdrucke von 766,1 mm, nahm der Wind die güdöstliche 
Richtung an. Ebenso befriedigend wie der bisherige Verlauf des östlich von 
80° O-Lg liegenden Reiseabschnittes war dann auch die Fahrt durch das Gebiet 
des SE-Passats. Es wehte in dem letzteren ein fast stürmischer Wind, der 
plötzlich zur Nauen Briese abnahm, als 9° S-Br in 87,8° O-Lg erreicht worden war, 
In der Nähe von 8° S-Br und 87,4° O-Lg lag am 30. Oktober die äquatoriale 
Passatgrenze. Kurze Windstille bezeichnete sie, und nach dieser herrschte 
für längere Zeit ganz leichte östliche Mallung. Das Fortschreiten des Schiffes 
nach Norden war dann ein solch langsames, dafs man fünf Tage gebrauchte, 
um von 4,5° nach 3,5° S-Br zu kommen. Nördlich von der letzteren Breite, 
wo die Mallung meistens aus westlicher Richtung kam, verlief die Reise an- 
fänglich noch in gleich langsamer Weise, bis endlich ein etwas beständigerer 
Westwind durchkam, welcher die Bark bis zum 10. November in 90° O-Lg zum 
Aequator führte. Auf dem Wego dahin hatte man 30° S-Br in 86,3° O-Lg am 
22. Oktober, 20° S-Br in 88° 0-Lg am 26. Oktober und 10° S-Br in 87,9° O-Lg 
am 29, Oktober geschnitten. 
Nördlich von der Linie herrschten bis nach 3,3° N-Br in 92° O-Lg 
mäßige Westwinde, auf welche in der Nähe des letzteren Punktes eine 
24stündige Windstille und nach dieser veränderlicher NE-Wind folgte. Nachdem 
der letztere Wind zwei Tage lang angehalten hatte, wehten nordwestliche und 
südöstliche Winde, und bei leichtem SE-Winde gelangte „Elisabeth Rickmers“ 
bis in Sicht von Acheen Head. Veränderliche Ostwinde führten die Bark 
später in die Malacca-Strafse, und nachdem auch diese durchsegelt worden war, 
ankerte man am 3. Dezember auf der Rhede von Singapore. Es waren 116 Tage 
verflossen, seit man von 50° N-Br abgegangen war. 
Von Singapore versegelte „Elisabeth Rickmers“ nach Rangoon und, nach- 
dem die Bark in diesem Hafen eine Ladung Reis eingenommen hatte, trat sie 
am 24. Februar die Heimreise direkt nach Bremen an. Ganz leichte, veränderliche 
nordwestliche Briese, welche zu Anfang der Reise auftrat, führte die Bark bis 
nach 12° N-Br in 94,5° O-Lg. Südlich von diesem Punkte wehto leichter 
NE-Wind, bei welchem am 2. März der Zehngrad-Kanal durchsegelt wurde. Als 
das Schiff am 7. März nach 2,3° N-Br in 90° O-Lg gekommen war, gerieth es 
dort in Windstille und leichte westliche Mallung, und bei der letzteren kreuzte 
man auch am 11. März in 90,2° O-Lg den Aequator. 
In südlicher Breite herrschte bis nach 8° Süd hin höchst unbeständiger, 
westlicher Wind. Nachdem man diese Breite überschritten hatte, gerieth die 
Bark in lang anhaltende Windstille und Mallung, von wolcher frei zu kommen 
es erst am 26. März, in der Nähe von 12,5° S-Br und 88,5° O-Lg, gelang. 
Unweit dieses Punktes erreichte man die äquatoriale Grenze des Passatgebietes, 
In demselben nahm die Reise für längere Zeit einen sehr befriedigenden Ver- 
lauf. In geringer Entfernung von 25° S-Br wurde der Wind flauer und in der 
Nähe von 27,5° S-Br und 52,5° O-Lg wurde am 8. April die Windrichtung eine 
nordöstliche. Nachdem der Wind dann während eines Gewitters sehr rasch 
eine Drehung nach links ausgeführt hatte, wehte wieder anhaltender Ostwind 
und erst westlich von 33° O-Lg traten Westwinde von längerer Dauer auf. 
Ostwinde wurden aber auch dort noch wiederholt beobachtet, und konnte des- 
halb das Kap der guten Hoffnung in befriedigend rascher Fahrt umsegelt 
werden. Am 25. April wurde bei Nordwind die Länge der Kapstadt über- 
schritten, und am 28. April erreichte man bei kräftigem Südwinde in 12,2° 
O-Lg den Parallel von 30° Süd. Südlich von demselben hatte die Bark 
15 Tage zugebracht, und im Indischen Ocean war 10° S-Br in 89° O-Lg am 
22. März, 20° S-Br in 78,5° O-Lg am 30. März und 30° S-Br in 42° O-Lg 
am 13. April, — ferner 90°.0-Lg in 6,2° S-Br am 18. März, 60° O-Lg in 24,6° 
S-Br am 5. April und 830° O-Lg in 33° S-Br am 18. April gekreuzt worden, 
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