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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 9 (1881)

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der Nähe von 12° S-Br ging der ganz leichte Wind jedoch wieder durch Süd 
nach West, und indem derselbe seine Drehung nach rechts langsam fortsetzte, 
entstand aus ihm endlich am 24. Januar in etwa 13,2° S-Br und 97° O-Lg der 
Passat. Im Gebiete desselben herrschte meistens frischer Wind, doch beob- 
achtete man auch an mehreren Tagen nur leichte Briese. Die polare Passat- 
grenze lässt sich, weil südöstliche und südliche Winde sich ungestört bis zu 
einer ungewöhnlich hohen Breite ausdehnten, nicht angeben. Die ersten West- 
winde wurden am 17, Februar in der Nähe von 32,5° S-Br und 32° O-Lg an- 
getroffen; sie hatten nur sehr geringe Stärke und wurden durch frischere 
östliche Winde bald wieder verdrängt. Am 26. Februar kreuzte „Alma“ bei 
Westwind in 35,5° S-Br die Länge der Kapstadt, und am 2. März in 10,7° O-Lg 
den Parallel von 30° Süd. Es waren zur letzteren Zeit 16 Tage verflossen, 
seit man dieselbe Breite im Indischen Ocean überschritten hatte; und auf der 
Route von der Sunda-Strafse zum Kap der guten Hoffnung waren 10° S-Br in 
104,2° O-Lg am 18. Januar, 20° S-Br in 80° O-Lg am 30. Januar und 30° S-Br 
in 42,8° O-Lg am 14. Februar; ferner 90° O-Lg in 17° S-Br am 27, Januar, 
60° O-Lg in 24° S-Br am 7. Februar und 30° O-Lg in 33,3° S-Br am 21. Februar 
geschnitten worden. 
Das Gebiet des Passats erreichte „Alma“ am 3. März in der Nähe von 
29° S-Br und 9,9° O-Lg. Der vorher auftretende ganz leise südwestliche Zug 
drehte bei einem Barometerstande von 76l1,6mm durch Süd nach SE, frischie 
aus letzterer Richtung rasch auf und wurde zum Passat. Der Luftdruck blieb 
auch dann noch beim Steigen, bis derselbe unweit 26,5° S-Br mit 765,8mm 
seinen höchsten Stand erreichte. In der Nähe von St, Helena, auf dessen Rhede 
„Alma“ am 11. März ankerte, war der Passat nur sehr flau, und obgleich er 
später noch wieder an Stärke zunahm, so herrschte er nach dieser Zeit doch 
nur in mäfsiger Stärke. Es wurde 20° S-Br in 1,3° W-Lg am 8. März, 10° 
S-Br in 12,2° W-Lg am 15. März und der Aequator in 21,5° W-Lg am 
22, März überschritten, Die zwischen 30° S-Br und Linie liegende Strecke war 
in 24 Tagen durchsegelt worden. 
In nördlicher Breite fand „Alma“ vom Stillengürtel nur geringe Spuren. 
Bis 1,4° Nord herrschte ganz leiser südöstlicher Zug, und indem nördlich von 
dieser Breite die Stärke des nach Ost umgelaufenen Windes mehr und mehr 
zunahm, wurde derselbe zum Passat. Man traf im Gebiete desselben nur 
mäfsige Briese, welche, als man nach 22° N-Br in 38,9° W-Lg gelangt war, bei 
auf 764,2mm gestiegenem Luftdrucke endete, Nördlich von dieser polaren 
Passatgrenze herrschten noch für längere Zeit unbeständige leichte Ostwinde, 
auf die später frische Nordwinde folgten. Durchstehende Westwinde wurden 
auf dem ganzen noch vorliegenden Theil der Reise nicht angetroffen, Man 
mufßte denselben bei hoch nördlichen und östlichen Winden zurücklegen. Am 
3. Mai erreichte „Alma“ die Mündung des Kanals. Die Dauer der Reise von 
der Sunda-Strafse ab betrug 107 Tage. 42 derselben waren in nördlicher Breite 
zugebracht worden, und hatte man dort 10° N-Br in 30° W-Lg am 29. März, 
20° N-Br in 35,8° W-Lg am 4. April, 30° N-Br in 36,5° W-Lg am 14. April 
und 40° N-Br in 23,8° W-Lg am 27. April geschnitten. 
12. Reise des eisernen Bremer Vollschiffes „Hermann“, Kapt. W. Bambach, 
Am 5. Oktober 1880, 8 Tage nach dem Verlassen der Wesermündung, 
befand sich das auf einer Reise nach Rangoon begriffene Vollschiff „Hermann“ 
in der Nähe von Lizard. Frische Nord- und NW-Winde führten das Schiff von 
hier aus in 5 Tagen nach 35° N-Br in 18,5° W-Lg, wo dieselben endeten und 
durch leichte südwestliche Winde verdrängt wurden. Da der Wind jedoch bald 
wieder eine raumere Richtung annahm, konnte auch nun ein annähernd be- 
friedigender Fortschritt nach Süden erzielt werden. Auffallend waren die 8üd- 
lich von 23,5° N-Br angetroffenen Verhältnisse. In der Nähe von 28° N-Br in 
19,6° W-Lg war am 16, Oktober bei einem Luftdrucke von 764,0 mm der 
mäfsige Wind von NW durch Nord nach NNE gedreht, und schien damit der 
Passat erreicht zu sein. Nachdem man jedoch in laugsamer Fahrt zur vor- 
erwähnten Breite gelangt war, herrschte dort an zwei Tagen flaue südwestliche 
Mallung, auf welche später leichter südöstlicher Wind folgte. Erst am 
26. Oktober fand „Hermann“ in der Nähe von 16,5° N-Br und 264° W-Leg
	        
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