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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 9 (1881)

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lichem Winde, doch folgte auf diesen schon am zweiten auf See verbrachten 
Tage leichter südwestlicher Wind. Aus diesem letzteren entwickelte sich unweit 
20,5° S-Br in 41,4° O-Lg ein frischer SSE-Wind, der zum Passat wurde. Der 
Luftdruck stieg bei demselben bis auf 770,4 mm, und lief, als dieser Stand 
sicht weit von 27° S-Br in 33,8° W-Lg entfernt erreicht worden war, der 
Wind um nach NE, Westwind wurde angetroffen, als „Apoll“ nach 32,5° S-Br 
in 30° O-Lg gelangt war, und trat derselbe am 31. März, am 1. und 2. April 
als heftiger Sturm auf. Der Luftdruck sank während desselben bis auf 754,2mm. 
Als bei abnehmendem Sturm der Wind südlich und später östlich holte, stieg 
das Barometer bis auf 778,7 mm. Dieser letztere hohe Stand wurde am 
4. April in der Nähe von 34,5° S-Br und 28° O-Lg beobachtet. Am 9. April 
erblickte „Apoll“ bei frischem SSW-Wind das Kap der guten Hoffnung, und 
am 12. April kreuzte man bei ganz leisem südlichen Zuge in 12,2° O-Lg den 
Parallel von 30° Süd. Seit dem Antritt der Reise waren damals 24 Tage 
verflossen, und von diesen waren 15 südlich von 30° S-Br zugebracht worden. 
Man hatte 20° S-Br in 40,9° O-Lg am 22. März, 25° S-Br in 36,7° O-Lg am 
25. März und 30° S-Br in 32,8° O-Lg am 28, März, — ferner 40° O-Lg in 
22,3° S-Br am 23. März, 35° O-Lg in 26° S-Br am 26, März und 30° O-Lg in 
33,3° S-Br am 30. März geschnitten, 
Aus dem leichten südlichen Zuge, welcher „Apoll“ wieder nördlich von 
30° S-Br führte, entwickelte sich der SE-Passat, und von diesem frischen, 
beständigen Winde geleitet, durchsegelte der Schoner dann den Südatlantischen 
Ocean. Nachdem 20° S-Br in 0,8° W-Lg am 17. April und 10° S-Br in 
11,5° W-Lg am 22. April gekreuzt worden war, überschritt „Apoll“ am 
28. April in 22,7° W-Lg den Aequator. Zur Zurücklegung der Strecke zwischen 
30° S-Br und diesem Punkte waren 14 Tage erforderlich gewesen. 
Unweit 1° N-Br in 23,3° W-Lg hörte der SE-Passat auf zu wehen. Bei 
leichter östlicher Mallung wurde dann in zwei Tagen der Stillengürtel durch- 
segelt und in 3,5° N-Br und 25,1° W-Lg das Gebiet des NE-Passats erreicht, 
Auch dieser sich ganz bis nach 35° N-Br in 37,8° W-Lg erstreckende Wind 
trat in kräftiger, beständiger Weise auf, Bei auf 772,0 mm gestiegenem Luft- 
üdrucke lief unweit des letzteren Punktes der Wind zuerst südöstlich und später 
durch Süd nach SW. Bei umlaufenden, wiederholt noch wieder aus östlicher 
Richtung kommenden Winden wurde endlich der letzte Theil der Reise zurück- 
gelegt, und am 30. Mai erreichte man die Mündung des Kanals, Die Reise- 
dauer betrug 72 Tage. Von dieser Zeit waren 32 Tage in nördlicher Breite 
zugebracht worden, und man hatte dort 10° N-Br in 32,5° W-Lg am 5. Mai, 
20° N-Br in 36,7° W-Lg am 9. Mai, 30° N-Br in 38,5° W-Lg am 13. Mai 
und 40° N-Br in 31° W-Lg am 18. Mai geschnitten. 
8. Reise der Bremer Bark „Jessonda“, Kapt. @. 0. Plasse. 
Die nach Valparaiso bestimmte Bark Jessonda verliels am 18. April 1880 
len Hafen von Newcastle. Bei dem auf See angetroffenen Südwind schlug 
Kapt. Plasse die Nord um Schottland führende Route ein, passirte auf der- 
selben am 20, April Fair Island und am 2. Mai den Parallel von 50° Nord in 
15,4° W-Lg. Der dort zur Zeit wehende NE-Wind war von längerer Dauer, 
and gelangte die Bark deshalb in rascher Fahrt nach Süden. Unweit 34,5° N-Br 
wurde die Windstärke geringer, und in der Nähe von 31,5° N-Br drehte der 
Wind durch Nord nach West. Mäfßige SW-Winde, bei denen durchschnittlich ein 
SSO-Kurs eingehalten wurde, führten die Bark nach 23° N-Br in 20,3° W-Lg, 
and drehte der Wind dann bei einem Luftdruck von 764,7 mm zurück durch 
Nord und wurde zum Passat. Dieser letztere, zwischen 17° und 6° N-Br am 
kräftigsten auftretende Wind dehnte sein Gebiet bis nach 5,7° N-Br in 24° W-Lg 
aus. Im Stillengürtel, in dem ganz leichter südöstlicher Zug vorherrschte, 
verbrachte „Jessonda“ sechs Tage, nach deren Verlauf am 28, Mai in 2,7° N-Br 
und 27° W-Lg der SE-Passat angetroffen wurde. Am 30, Mai überschritt die 
Bark den Aequator in 29,2° W-Lg. Zur Zurücklegung der Strecke zwischen 
50° N-Br und diesem Punkt waren 28 Tage erforderlich gewesen, und während 
dieser Zeit hatte man 40° N-Br in 19,3° W-Lg am 5. Mai, 30° N-Br in 
22,1° W-Lg am 11. Mai, 20° N-Br in 23,2° W-Lg am 16. Mai und 10° N-Br 
in 25,2° W-Lg am 20, Mai geschnitten.
	        
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