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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 9 (1881)

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25. Juli bis 2. August keinen niedrigeren Stand als 770,0mm und einen höchsten 
von 775,8mm. Am 10. August gelangte „Joseph Haydn“ in 37° S-Br zum 
Meridian von 80° Ost. Es waren 23 Tage verflossen, seit man östliche Länge 
erreicht hatte. 
Fast genau zur selben Zeit mit dieser Bark überschritt in 39,6° S-Br die 
eiserne oldenburger Bark „Oberon“, welche den Meridian von Greenwich in 
40,7° S-Br am 23. Juli verlassen und als höchste Breite 42,5° S-Br in 48° O-Lg 
am 3, August berührt hatte, die Länge von 80° Ost. 
Oestlich von 80° O-Lg traf „Joseph Haydn“ zunächst recht günstige 
Verhältnisse. Frische Westwinde führten die Bark in rascher Fahrt nach 
33° S-Br in 96° O-Lg. Nachdem man diesen Punkt überschritten hatte, traten 
für längere Zeit umlaufende nördliche und westliche Winde auf, die meistens 
nur geringe Stärke besafsen, und schliefslich setzte unweit 28,5° S-Br in 
104,3° O-Lg der SE-Passat ein. Der beim Durchkommen desselben 765, 4mm 
betragende Luftdruck stieg am nächsten Tage unweit 24° S-Br auf 768,3 mm. 
Der nördlich von 19° S-Br am kräftigsten auftretende SE-Passat begleitete das 
Schiff ganz bis in Sicht der Java-Küste. Am 28. August befand „Joseph Haydn“ 
sich in der Nähe von Java Head, Man hatte 30° S-Br in 102,8° O-Lg am 
18, August, 20° S-Br in 104,9° O-Lg am 24. August und 10° S-Br in 104,7° O-Lg 
am 27. August überschritten. Zur Zurücklegung der Reise von 50° N-Br zur 
Sunda-Stralse waren 99 Tage erforderlich gewesen. Am 8. September ankerte 
„Joseph Haydn“ auf der Rhede von Singapore. 
Nach Entlöschung der Kohlenladung ging die Bark am 21. September 
von Singapore aus wieder in See, um nach Manila zu versegeln. Der Anfang 
dieser Reise verlief bei mäfsigem SW-Monsun in günstiger Weise. Nördlich 
von 10,5° N-Br in 111,5° O-Lg zeigte sich dieser Wind aber ganz gestört. 
Höchst veränderliche nordwestliche und südösiliche Mallung herrschte dort 
ununterbrochen, und mufste man bei diesen Verhältnissen den übrigen Theil 
der Reise zurücklegen. Nachdem 5° N-Br in 106,2° O-Lg am 23, September 
ınd 10° N-Br in 111,1° O-Lg überschritten worden war, endete die Reise mit 
der am 10. Oktober erfolgten Ankunft des Schiffes in Manila. Die Reisedauer 
betrug 19 Tage. 
In Manila wurde „Joseph Haydn“ mit 1198 Tonnen Zucker beladen, und 
trat das Schiff am 21. Oktober eine weitere Reise nach San Francisco an. In Lee 
der Insel Luzon wurde leichte östliche Mallung: angetroffen, die anhielt, bis die 
Breite des Kap Bojeador erreicht worden war. Dort traf man den NE-Monsun, 
and zwar in solch grofser Stärke, dafs das Schiff nach Westen vertrieben 
wurde. Am 26. Oktober setzte dieser stürmische Wind ein, am 27. nahm der- 
selbe noch an Stärke zu, gleichzeitig begann auch der Luftdruck abzunehmen, und 
am 28. und 29. Oktober wehte ein heftiger Teifun. Um 8 a, m. des 28. Oktober 
beobachtete der unweit 18,7° N-Br in 118,3° O-Lg stehende „Joseph Haydn“ 
bei Wind aus NE (10) noch einen Luftdruck von 755,6 mm, um 8% p. m. betrug 
derselbe bei Wind aus NNW (11) 751,5 mm, und um 1* a. m. des 29. Oktober 
erreichte derselbe, als der Wind West (11) war, mit 747,3mm seinen niedrigsten 
Stand. Nach dieser letzteren Zeit nahm die Stärke des mehr und mehr nach 
links drehenden Windes rasch ab, das Barometer begann zu steigen, und um 
12 a. m. des 29. beobachtete man in 18,9° N-Br und 118,1° O-Lg bei Wind 
aus SE (6) einen Luftdruck von 756,4 mm. Gewitter und strömender Regen 
begleiteten den Teifun, und die See lief in einer ganz aufserordentlich hohen 
and unregelmäfsigen Weise. Der vor einer im Besanwant ausgebreiteten 
Presenning beiliegenden Bark wurden fast alle Verschanzungen zerschlagen, 
auch gingen viele andere Sachen verloren. Am Tage nach dem Teifun herrschten 
leichte nördliche und nordwestliche Winde; am 31. Oktober kam aber wieder 
der kräftige NE-Monsun durch, gegen den nur sehr langsam Fortgang gemacht 
werden konnte. Am 30. Oktober stand das Schiff in 19,1° N-Br und 122,4° O-Lg, 
and am 17. November befand man sich in 23,5° N-Br und 122,4° O-Lg noch 
in Sicht von Formosa, In 19 Tagen hatte das Schiff nur 345 Sm zurückgelegt. 
Nach dem letztgenannten Tage traten etwas günstigere Verhältnisse auf. Der 
Wind wurde schwächer, und besonders machte sich nun durch den Kurosiwo 
pewirkte nordöstliche Strömung bemerkbar.
	        
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