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licher und nahm schliefslich unweit 2° N-Br die nordwestliche Richtung an.
Am 24. Februar kreuzte „Dorothea“ bei frischem NW-Winde in 88,7° O-Lg den
Aequator, in dessen Nähe eine 23 Sm im Etmale betragende Westströmung
beobachtet wurde.
In südlicher Breite wurde zwischen 1,7° S-Br in 88° O-Lg und 3,6° S-Br
in 85,5° O-Lg der Stillengürtel angetroffen. Neben Windstille herrschte in
demselben südöstliche Mallung vor. Die Strömung versetzte „Dorothea“ wäh-
rend der drei im Stillengürtel verbrachten Tage 56 Sm nach westlicher und
nördlicher Richtung. Nachdem der SE-Passat durchgekommen war, verlief die
Reise für längere Zeit in zufriedenstellender Weise. Unweit 25° S-Br in
62,5° O-Lg, wo der Luftdruck bis auf 765,0mm gestiegen war, nahm der Wind
nordöstliche Richtung an, und schien dort die polare Grenze des Passates zu
liegen. Später erfolgten wiederholte Umdrehungen des Windes nach links,
bei denen die gewöhnlichen Schwankungen des Luftdruckes beobachtet wurden,
Bei der ersten, von einem Sinken des Barometers bis auf 758,0mm begleiteten
Drehung war die Witterung und das Aussehen der Luft ein derartiges, dafs
Kapt. Hupfer das Auftreten eines Orkans befürchtete. Es besserte sich in-
dessen das Wetter, und es folgten nur stürmische Böen, als der Wind nach
Süd umgelaufen war. Nach einem der späteren Rundläufe nahm bei südöst-
lichem Winde der Luftdruck bis auf 770,4mm zu. Westliche Winde von längerer
Dauer traten auf, als das Schiff 22° 0-Lg überschritten hatte, und wehten diese
dann vom 31. März bis 2. April bei einem niedrigsten Barometerstande von
763,3 mm sehr stürmisch. Indem der Wind südöstlich lief, endete dieser Sturm,
und am 8. April, bei einem Lultdrucke von 774,4 mm, führte jener Wind
„Dorothea“ in 34,5° S-Br über den Meridian der Kapstadt und am 5. April in
12° O-Lg auch über den Parallel von 30° Süd. Südlich von demselben hatte man
13 Tage zugebracht, und während der Fahrt über den Indischen Ocean war
10° S-Br in 81° O-Lg am 4. März, 20° S-Br in 70,8° O-Lg am 8, März und
30° S-Br in 37° O-Lg am 23. März, ferner 60° O-Lg in 25,5° S-Br am 13, März
und 30° O-Lg in 32,3° S-Br am 26. März geschnitten worden.
Der kräftige SE-Wind, welcher „Dorothea“ nördlich von 30° S-Br führte,
ging ungestört in den Passat über. Derselbe wurde flauer, als 22,5° S-Br
überschritten worden war, und sank in der Nähe von 20° S-Br fast zur Wind-
stille herab. Unweit 17° S-Br frischte der Wind allmählich wieder auf, um
später bis nach 2° S-Br hin kräftig und beständig zu wehen. Bei ganz leichtem
SE-Winde erreichte „Dorothea“ am 24. April in 22,7° W-Lg die nördliche
Halbkugel. Um dahin von 30° S-Br ab zu gelangen, waren 19 Tage erforder-
lich gewesen, und während dieser Zeit hatte man 20° S-Br in 1° W-Lg am
11. April und 10° S-Br in 13,4° W-Lg am 19. April gekreuzt.
Den Stillengürtel fand man zwischen 0,3° N-Br in 23,3° W-Lg und
2,8° N-Br in 24,2° W-Lg. Die in demselben angetroffene Mallung kam vor-
wiegend aus nordöstlicher Richtung, und drei Tage waren erforderlich, um dessen
nördliche Grenze zu erreichen. Der NE-Passat wehte nördlich von 6° N-Br
kräftig und beständig, und läfßst sich die nördliche Grenze des Passatgebietes,
weil erst unweit 39° N-Br der Wind südöstlich lief, nicht genau angeben. Auf-
fallend war der zwischen 25° und 43° N-Br angetroffene gleichmäfsig hohe
Luftdruck. Derselbe erreichte dort mit 773,2mm seinen höchsten Stand und
sank nicht tiefer, als auf 770,2mm. Nördlich von 40° N-Br herrschten zunächst
für einige Zeit westliche Winde vor, welche das Schiff bis zu den Aufsengründen
vor dem Kanal führten. Hier beobachtete man dann noch wieder Ostwinde,
durch welche die Reise um mehrere Tage verlängert wurde, und erst am
27. Mai befand sich „Dorothea“ in der Nähe von Lizard. Die Dauer der ganzen
Reise betrug 102 Tage. Von diesen waren 33 im Nordatlantischen Ocean
verbracht worden, und hatte man dort 10° N-Br in 32° W-Lg am 1. Mai,
20° N-Br in 37,5° W-Lg am 6. Mai, 30° N-Br in 39,8° W-Lg am 9. Mai und
40° N-Br in 36.4° W.Lyg am 14. Mai geschnitten.
5. Reise der Bremer Bark „Joseph Haydn“, Kapt. H. Rabbe.
Am 21. Mai 1880 überschritt die von Cardiff nach Singapore bestimmte
Bark „Joseph Haydn“ den Parallel von 30° Nord. An demselben Tage geschah
dieses atıch von der eisernen, auf einer Reise von Ardrossan nach St. Francisco