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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 9 (1881)

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34,8° N-Br in 13,7° W-Lg der Passat erreicht worden war. Derselbe entstand, 
indem der leichte Wind sich in kurzer Zeit von West durch Nord nach NE 
drehte und aus letzterer Richtung bald auffrischte. Südlich von 26,5° N-Br 
wurde der Passat flauer und unbeständiger, und als er die Bark nach 10,3° N-Br 
in 27,3° W-Lg geführt hatte, hörte er ganz auf. Eine kurze Windstille wurde 
südlich vom Passatgebiete angetroffen, und dann folgte gleich ziemlich frischer 
SW-Monsun. Als man mit demselben nach 8° N-Br in 24° W-Lg gelangt war, 
trat wieder Windstille auf, und erst nachdem dieselbe 2 Tage lang angehalten 
hatte, fafßste der Monsun aus südsüdwestlicher Richtung wieder durch. Eine starke, 
in 3 Tagen einmal den Gesammtbetrag von 100 Sm erreichende Ostströmung 
begleitete denselben. Theils als Folge dieses Stromes erreichte das über 
B. B.-Bug segelnde Schiff den östlichen Standpunkt von 15,6° W-Lg in 3,2° N-Br. 
Am 27. August wurde hier gewendet und 2 Tage später in 21,3° W-Lg der 
Aequator erreicht. Es waren damals 38 Tage verflossen, seit man 50° N-Br 
überschritten hatte, und während dieser Zeit war 40° N-Br in 14° W-Lg am 
29. Juli, 30° N-Br in 17,6° W-Lg am 5. August, 20° N-Br in 25,7° W-Lg am 
10. August und 10° N-Br in 27,2° W-Lg am 17. August gekreuzt worden. 
Im Südatlantischen Ocean begünstigte kräftiger, sich bis nach 19,5° S-Br 
in 35° W-Lg erstreckender Passat die Fahrt. Unweit dieses Punktes lief der 
frische Wind nordöstlich und später in langsamer, 5 Tage in Anspruch nehmen- 
der Drehung nach SE zurück. Auf der zwischen 27° und 37° S-Br liegenden 
Strecke traf „Auguste“ wieder beständig aus östlicher Richtung wehenden Wind, 
während zwischen 40° und 50° S-Br nordwestliche Winde vorherrschten, aber 
auch an mehreren Tagen kräftige SE-Winde beobachtet wurden. Am 27. Sep- 
tember hatte „Auguste“ in 64,9° W-Lg den Parallel von 50° Süd erreicht. Von 
der Linie aus war das Schiff dahin in 29 Tagen gelangt, und waren in dieser 
Zeit keine nennenswerthen Stürme zu überstehen gewesen; 10° S-Br hatte es 
in 30° W-Lg am 3. September, 20° S-Br in 35,5° W-Lg am 6. September, 
30° S-Br in 44,3° W-Lg am 13. September und 40° S-Br in 55,9° W-Lg am 
20. September geschnitten, 
Am 30. September umsegelte „Auguste“ bei frischem NW-Winde die Ost- 
spitze von Staaten Land, und derselbe Wind hatte 4 Tage später die Bark schon 
nach 71° W-Lg geführt. Auf diesen befriedigenden Anfang der Umsegelung 
des Kap Horn folgte westlich von jenem Meridiane aber eine höchst ungünstige, 
stürmische Zeit, während welcher jeder Grad Länge mit gröfster Mühe erkämpft 
werden mufste. So befand sich „Auguste“ am 13. Oktober in 77° W-Lg und am 
21. Oktober erst wieder in 76° W-Lg und nahezu derselben Breite. Das besonders 
Ungünstige war, dafs die Winde sich so hartnäckig im nordwestlichen Quadranten 
hielten, dafs nicht, wie es hier zur Zeit des südlichen Winters so gewöhnlich 
ist, auf hoch nördliche Winde und sehr niedrigen Luftdruck südliche Winde 
von längerer Dauer folgten. Das Auftreten von Stürmen war sonst kein so 
überaus häufiges. Erst am 27. Oktober gelang es, in 80,1° W-Lg den Parallel 
von 50° Süd wieder zu erreichen, nachdem südlich von demselben 30 Tage 
zugebracht worden waren, Die Länge des Kap Horn hatte „Auguste“ schon 
am 1, Oktober überschritten. 
Auf dem Wege zum Passatgebiete fand die Bark kräftige, beständige 
Westwinde, die zwar wiederholt zum Einhalten eines östlich von Nord liegen- 
den Kurses nöthigten, im Ganzen aber doch einen befriedigenden Fortgang nach 
Norden erlaubten. In der Nähe von 33° S-Br in 82,2 W-Lg@ erreichte man das 
Gebiet des SE-Passats; derselbe entstand, indem der frische Wind von SW durch 
Süd nach SE drehte, ohne dabei an Stärke abzunehmen. Geführt von bestän- 
digem, mäfsig starkem Passate segelte „Auguste“ dann für eine lange Zeit, bis sie 
schliefslich am 25. November in 121,8° W-Lg zum Aequator gelangte. Der 
Weg von 50° S-Br bis zu diesem Punkte war in 29 Tagen zurückgelegt und auf 
demselben 40° S-Br in 79,2° W-Lg am 1. November, 30° S-Br in 83° W-Lg 
am 4, November, 20° S-Br in 89,1° W-Lg am 9. November und 10° S-Br in 
107,4° W-Lg am 18, November gekreuzt worden, 
Der Uebergang vom Gebiete des SE- in das des NE-Passats erfolgte fast un- 
merklich und ohne dafs eine nennenswerthe Verzögerung der Fahrt dabei stattfand. 
Schon südlich von der Linie wehte der Wind für längere Zeit aus ostnordöst- 
licher Richtung, später lief er in nördlicher Breite aber wieder nach ESE zurück.
	        
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