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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 9 (1881)

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Korallensteine, nur mit vereinzelten Kokospalmen bewachsen, und nur zeitweise 
von den Eingeborenen der Fischerei halber, sowie zum Trocknen der Fische, 
bewohnt. Die NW-Ecke ist fast ganz baumlos. An Produkten wird Arrowroot 
und Kopra, letzteres nur spärlich, gewonnen. Ankerplätze in der Lagune sind: 
1) Unter Kwadjelinn im farbigen Wasser von 27—12,8m (15—7 Fad.) Tiefe; 
hier sind auch Untiefen. 2) Bei Meek. Mufs angelothet werden, und ist zu be- 
achten, dafs der Grund ziemlich steil sich erhebt. 3) Von Gagan bis Namur Roj 
überall wo das Wasser farbig erscheint. Bei Namo (Namui) ankere man nicht 
in weniger wie 9m (5 Fad.) Tiefe, auch ist der Platz bei südlichem Winde nicht 
rathsam, und mufs man in diesem Falle darauf bedacht sein, eventuell aus der 
Enycbing-Passage hiuauszulaufen. Der ganze nördliche Theil der Lagune scheint 
im Ganzen flacher zu sein, als der südliche. In Namui Roj ist ein kleiner, 
einem Dock ähnlicher Wasserbehälter, doch ist bei niedrigem Wasser leider 
nur 0,6m (2 Fuls) auf der davorliegenden Sandbarre. Unterschied zwischen 
Fluth und Ebbe beträgt 1,7m (5'/2 Fufs). Hafenzeit bei Neu- und Vollmond 
4 Omin, Ankerplatz aufserhalb der Lagune ist bei Erw in 12,8m (7 Fad.) Tiefe, 
sowie bei Onemak; letzteres lothe man an und ankere in 9m (5 Fad.) Tiefe. 
Alle übrigen Plätze sind zu abschüssig. Die Strömung ist in der Lagune die- 
selbe wie aufserhalb. Die Einwohnerzahl beträgt trotz der Größe der Gruppe 
nur 200 Menschen. Aufserhalb Aidigan liegen seit Anfang der 70er Jahre 
zwei Wracks. Eine Ladung Theo und eine Ladung Holz gingen daselbst ver- 
loren, Die Mannschaften sind später mit Booten westwärts gegangen. 
12. Lae (Lai). Der Ankerplatz in der Lagune unter der Insel Lae 
liegt auf 8° 58‘ N-Br und 166° 27’ O-Lg. Sämmtliche Inselh dieser Gruppe 
liegen dicht bei einander und bilden in ihrer Lage die Form eines Hufeisens. 
Im Westen ist die Lagune durch ein Riff abgeschlossen, welches nur durch eine 
sehr kleine Passage %4 Sm nördlich von der Lotj-Insel durchbrochen ist, die 
nur 3,7m (2 Fad.) "Tiefe, bei unebenem Grunde, hat. Aufserhalb der Passage 
kann man in 7,3m (4 Fad.) Tiefe ankern. Für Küstenschiffe ist Lae insofern 
von Bedeutung, als sich hier durch Aufholen der Schiffe Gelegenheit bietet, den 
Boden derselben zu reinigen oder auch Schäden am Kupferboden zu repariren. 
Untiefen sind in der Lagune zwar vorhanden, jedoch für kleine Schiffe ungefähr- 
lich, und sind nur die in Süd und West vom Ankerplatz in einer Entfernung 
von 1—1!/% Kblg von letzterem zu vermeiden. Produkte dieser Inseln sind 
dieselben wie die von Ujae, nur liefert sie die bessere Brodfrucht (Potakertak) 
sowie Hühner. Die Einwohnerzahl besteht aus ungefähr 250 Menschen, jedoch 
wechselt diese Zahl, da die Eingeborenen von Lae und Ujae fast eine Familie 
bilden und ihren Aufenthaltsort daher häufig wechseln, 
13. Ujae (Catharine-Inseln). Der Observationspunkt (Ankerplatz in der 
Lagune unter Ujae-Insel) liegt auf 8° 50‘ N-Br und 166° 7‘ O-Lg. Ujae sowie 
Enylamij sind die schönsten Inseln dieser Gruppe und liefern sämmtliche 
Produkte, die überhaupt in der Marshall-Gruppe vorkommen. Ausfuhrartikel 
sind: Kopra, Arrowroot, Chenucken oder Jenugen; eingemachte Brodfiucht 
wird auch aus Pandanus verfertigt, ferner Pyro (eingemachte unreife Brodfrucht). 
An Passagen giebt es zwei gröfsere und drei nur für Boote geeignete. Die 
beste derselben ist die 4 Sm nördlich von der Insel Bock gelegene; sie ist 
geräumig und stellenweise 11, 7 und 5,5m (6, 4 und 3 Fad.) tief (siche Plan) 
und ist durch versunkene Riffe gebildet. Es hält nicht schwer, selbst bei aus- 
gehendem Strome durch dieselbe hindurch zu kreuzen. Um nach dem Anker- 
platz unter Ujae zu gelangen, kreuze man bis zur Ostseite der Lagune und 
folge dann in südöstlicher Richtuug dem Riff von Wotja in einem Abstande von 
5/4 bis 1 Sm bis zum Aukerplatz; an letzteren lothe man sich heran und nähere 
sich dem Lande nicht weiter als bis zu 9m (5 Fad.) Tiefe. Der beste Anker- 
platz ist bei der zweiten schwarzen Untiefe. Die kleine Passage ist tief und 
kann zum Auslaufen gut benutzt werden. Die östliche Seite der Lagune ist 
ziemlich frei von Untiefen, dagegen die Westseite, wie im Plan vermerkt, voll 
davon und ist selbst für Boote unpassirbar. Die Einwohnerzahl beträgt 
300 Seelen. In den Karten vermifst man diese Gruppe gäuzlich. 
Es giebt auf diesen Inseln weiche Nüsse, genannt Bier, deren Kern nie 
verhärtet, und die zur Zeit, wo sie reif werden, einen der Butter ähnlichen 
Geschmack haben. Für Viele ein grofser Leckerbissen.
	        
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