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Ostseite und eine an der Nordseite einer Lagune, die aufserdem im Westen
und Norden von Riffen eingeschlossen ist, welche mit Ausnahme einiger grofsen
Korallensteine an der NW-Spitze weiter keine Erhöhungen zeigen. Das west-
liche, ein Doppelriff, besteht aus zwei parallel neben einander laufenden Riffen,
von denen nur das westlichere, etwas südlich von der in der Karte verzeichneten
Untiefe von 18,3m (10 Fad.), durch eine kleine Bootpassage durchbrochen ist;
das zweite Riff ist unpassirbar. Während diese beiden Riffe durch ein über
55m (30 Fad.) tiefes Wasser getrennt sind, ist die Lagune selbst von einer
zehr geringen, in der SW-Ecke kaum mit einem Boote passirbaren Tiefe. Die
Inseln sind sämmtlich niedrig und spärlich bewachsen mit Eisenholz (Kangi)
und Buschholz. Fische und Vögel finden sich im Ueberflufs, Kein Ankerplatz.
2. Bikar (Bigar). Diese Gruppe besteht aus drei Inseln. Der in der
Karte mit + bezeichnete Observations-Punkt liegt in SW der südlichsten und
yröfsten derselben, auf 12° 14‘ N-Br und 170° 13‘ O-Lg. Die Inseln liegen
zämmtlich an der Ostseite einer aufserdem in West und Nord von Riffen ein-
geschlossenen Lagune, welche letzteren mit Ausnahme einzelner auf dem west-
lichen Ende derselben liegenden Steine keine Krhöhungen zeigen. Ungefähr
51/2 Sm NWzW von der südlichen Ivsel führt eine Passage von grofser Tiefe
durch das Riff, welche jedoch der reifsenden Fluth- und Ebbströmung wegen nicht
mit Sicherheit passirbar ist. Die Inseln erheben sich ungefähr 3m (9 e. Fuß) über
die Hochwasserlinie (etwas höher wie die meisten Inseln der Marshall-Gruppe)
und sind unbewohnt, jedoch ist auf der südlichen seit 1879 eine Station errichtet.
Die Vegetation besteht aus Bäumen und Buschwerk, doch findet man keine
Kokospalmen. Guano ist hier vorhanden, desgleichen in der Umgebung des
Riffes Schildkröten und Fische verschiedener Art in grofser Anzahl.
3. Likieb (Ligieb oder Graf Heiden). (Die Lage ist in den Karten
richtig verzeichnet, jedoch fehlt die Andeutung des Landes und der Passagen.)
Der in dem Plan mit + bezeichnete Observations-Punkt liegt auf 9° 49‘ N-Br
und 169° 23‘ O-Lg. Die Gruppe zählt 44 Inseln, unter denen neun von be-
deutenderer Gröfse sind. Die südöstliche derselben trägt den Namen Likzeb, ist
im Jahre 1877 von Europäern zur Kultur der Kokospalme angekauft und jetzt,
ebenso wie die nördlich von ihr zunächst liegende Insel, bepflanzt. Die Ober-
fläche derselben bietet, wie wenige der Marshall-G-ruppe, einen guten, der Kultur
fähigen Boden dar und liefert gleichfalls gutes Trinkwasser, Unter Likieb findet
man in 33—16,5m (18—9 Fad.) "Tiefe guten Ankergrund, man ankere in nicht
weniger als 16,5m (9 Fad.), und ebenfalls unter der nördlichen Insel in
27—9 m (15—5 Fad.) Tiefe, der letztere allmählich abflachend (Schlick und Sand-
grund). Die Lagune ist nicht frei von Untiefen, die sich jedoch nicht in den
nördlichen Theil derselben erstrecken. Südöstlich von ihr ist ein gegen NE- und
WSW-Winde wohl geschützter Hafen, der infolge dessen in den Monaten Oktober,
November bis Mitte Dezember dem bei Jaluit vorzuziehen ist, und wo. auch
deshalb die dort errichtete Station vermuthlich dauernd verbleiben wird. An der
Südseite der Gruppe, 5!/a Sm westlich von Likieb, ist eine geräumige Passage,
die sich an der inneren Seite durch eine vor derselben liegende Insel in zwei
Arme theilt.
Beide Arme der Passage sind für die gröfsten Schiffe zugänglich, und
kann man mit NE-—SE-Wind ein- und aussegeln, doch komme man der Ostseite
dieser Insel nicht zu nahe. Im westlichen Riff, auf zwei Drittheil seiner Länge
von Süd—Nord gerechnet, sind zwei dicht bei einander gelegene Passagen, die
jedoch nur kleinen Küstenfahrzeugen zu empfehlen sind. Die nördlichere der-
selben ist die beste, doch halte man einen scharfen Ausguck, da die Riffe sich
eine halbe Seemeile nach Innen erstrecken. Ankerplätze sind hier auch aufser-
halb der Lagune. Die Einwohnerzahl beträgt ungefähr 25 Seelen,
4. Jemo (Temo) (Mitte der Insel 10° 6‘ N-Br und 169° 42‘ O-Lg; die
Lage ist in den Karten 8 Sm südlicher und 3 Sm östlicher angegeben) ist eine
unbewohnte sandige Insel und wird nur von den Eingeborenen auf Reisen als Ueber-
nachtungsplatz benutzt; sie ist in der Richtung SW—NO 3/4 Sın lang. Im Westen
kann man die Insel in der Entfernung von !/s Sm passiren. In nordöstlicher
Richtung erstreckt sich brandende See bis auf 5 Sm Entfernung, und kann man
an der Farbe des Wassers das Riff bis zur SW-Spitze von Aizluk erkennen.
Die Tiefe über demselben ist abwechselnd 55, 46 und 37m (30, 25 und 20 Fad.).