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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 9 (1881)

dieser Wind das Schiff in rascher Fahrt nach 35° S-Br in 27,5° W-Lg. Der 
kräftige Wind lief dann nordöstlich und wehte auch aus dieser Richtung für 
längere Zeit. Später setzte er südlich von 40° S-Br seine Drehung noch weiter 
fort, er ging durch Nord nach NW, und sehr kräftiger Westwind führte das Schiff 
in kurzer Zeit zum Meridian von Greenwich. Am 21. Januar 1880 überschritt 
„Deutschland“ denselben in 40,7° S-Br; man hatte die Strecke zwischen der 
Linie und diesem Punkte in 19 Tagen zurückgelegt und auf derselben 10° S-Br 
in 30,8° W-Lg am 5. Januar, 20° S-Br in 31° W-Lg am 8. Januar, 30° S-Br 
in 31,1° W-Lg am 12. Januar und 40° S-Br in 15° W-Lg am 18. Januar 
ekreuzt. 
6 Ebenfalls am 21. Januar, aber etwa 16 Stunden früher, als „Deutschland“, 
und in 39,6° W-Lg passirte die mitsegelnde Bark „Friedrich“ den ersten 
Meridian. Dieses Schiff, welches die Mündung des Kanals zwei Tage früher 
als „Deutschland“ verliefs, hatte den Aequator in 25,5° W-Lg am 28. Dezember 
1879 überschritten. 
Das Ablaufen der Länge führte „Deutschland“ unter denselben Verhält- 
nissen aus, wie sie schon im Berichte des „Friedrich“ erwähnt wurden. 
„Deutschland“ hielt sich zwischen 41° und 42° S-Br und gewann dort, wohl 
als Folge gröfserer Segelfähigkeit, etwas gegen den Mitsegler. „Deutschland“ 
schlug dann östlich von 70° O-Lg einen noch nördlicheren Kurs ein, als 
„Friedrich“, und gelangte nach 80° O-Lg in 33,5° S-Br am 12. Februar. Es 
waren 22 Tage verflossen, seitdem das Schiff den Meridian von Greenwich 
überschritten hatte. Mäfsige südliche und östliche Winde, die östlich von 
80° O-Lg angetroffen wurden, führten „Deutschland“ in drei Tagen von dieser 
Länge zum Passatgebiete, In der Nähe von 26,5° S-Br in 83° O-Lg erreichte 
man dasselbe, und nachdem es bei frischem kräftigem Winde in kurzer Zeit 
durchsegelt worden war, gelangte das Schiff in etwa 11° S-Br und 86,2° O-Lg 
zu dessen äquatorialer Grenze. Leichte östliche Winde blieben nördlich von 
derselben aber noch für längere Zeit vorherrschend; diese begleiteten das Schiff 
bis nach 6,4° S-Br in 86,6° O-Lg, bevor sie durch frischen NW-Wind verdrängt 
wurden, Am 26, Februar überschritt „Deutschland“ in 91,5° O-Lg den Aequator, 
nachdem südlich desselben 30° S-Br in 82,1° O-Lg am 13. Februar, 20° S-Br 
in 85,3° O-Lg am 17. Februar und 10° S-Br in 86,2° O-Lg am 21, Februar 
gekreuzt worden war. 
In nördlicher Breite verursachten leichte, vorherrschend aus westlicher 
oder nordöstlicher Richtung kommende Mallung und Windstille zunächst wieder 
eine längere Verzögerung der Reise. Erst am 8. März gelang es, in 4,8° N-Br 
und 92° O-Lg den NE-Monsun anzutreffen; mit demselben wurde nach NW ge- 
segelt, doch wurden Windveränderungen benutzt, um Schläge nach Osten zu 
machen. Unweit 13° N-Br in 89,5° O-Lg, wo für einen Tag Windstille geherrscht 
hatte, lief der Wind südöstlich, und leichter, hoch südlicher Wind führte das 
Schiff bis zum 22. März in Sicht von Preparis Island. Hier lief der Wind 
nordwestlich, und am nächsten Tage erreichte „Deutschland“ einen Ankerplatz 
in der Nähe von Diamond Island. Die Reise vom Kanal bis zu diesem Punkte 
war in 123 Tagen vollendet, die Linie im Indischen Ocean dagegen nach 
97 Tagen erreicht worden. 
Von Diamond Island versegelte „Deutschland“ nach Rangoon, und nach- 
dem das Schiff hier mit Reis beladen worden war, trat es am 27. April die 
Heimreise nach Europa an. Während der ersten drei auf See zugebrachten 
Tage herrschte leichter veränderlicher westlicher Wind, mit dem das Schiff nach 
13,3° N-Br in 96,2° O-Lg gelangte. Hier lief der Wind nördlich und östlich, 
sich in dieser Richtung für einen halben Tag haltend. Unweit 12,5° N-Br in 
96,1° O-Lg veränderte der Wind sich aber wieder nach SW; es war der SW- 
Monsun, den man nun erhalten hatte, und von jetzt an war der Fortgang nach 
Süden nur ein sehr langsamer. Am 8. Mai befand „Deutschland“ sich ostwärts 
in Sicht der NW-Spitze Sumatra’s. Die Strömung setzte hier mit 1 Sm Stärke 
nach NNE und war fast stark genug, um den geringen Fortgang des Schiffes 
nach Süden aufzuheben; am 13. Mai befand dieses sich noch in Sicht jener 
Spitze, Nach diesem Tage wurden die Verhältnisse aber etwas günstiger; die 
Windrichtung war öfter eine nordwestliche und die Stärke des Windes eine 
größere. Am 17, Mai konnte „Deutschland“ in 95° O-Lg die Linie über- 
schreiten.
	        
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