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Es wurde dort ein Barometerstand von 764,2 mm beobachtet. Der wenig kräftige
and beständige Passat führte die Bark bis zum 23. März in 34,7° W-Lg zur
Linie. Um dieselbe vom Kap Horn her zu erreichen, waren 41 Tage erforder-
lich gewesen, und während dieser Zeit hatte man 50° S-Br in 47,4° W-Lg am
17. Februar, 40° S-Br in 33,6° W-Lg am 22. Februar, 30° S-Br in 30,6° W-Lg
am 26. Februar, 20° S-Br in 23,8° W-Lg am 13. März und 10° S-Br in 29,1°
W-Lg am 18. März geschnitten,
Der Uebergang vom Gebiete des SE- in das des NE-Passats erfolgte,
ohne dafs eigentliche Störung dabei beobachtet wurde. Schon unweit 1° S-Br
hatte der Wind nordöstliche Richtung angenommen, und wehte er dann auch
später bei böigem, regnerischem Wetter in mäfsiger Stärke aus dieser Richtung.
Unweit 3° N-Br in 36,2° W-Lg schien der eigentliche Passat einzusetzen. Bei
demselben konnte in der nächsten Zeit eine bedeutende Strecke in rascher
Fahrt zurückgelegt werden. Als man nach 17,8° N-Br gekommen war, wurde
der Wind flauer, und nicht weit von 21° N-Br in 57,2° W-Lg entfernt erreichte
man bei einem Luftdruck von 766,2mm die polare Passatgrenze. Der schwache
Wind drehte dort zuerst nach SE und bald nachher durch Süd nach SW. Bei
näfsigen veränderlichen Westwinden wurde später der ganze noch vorliegende
Theil der Reise zurückgelegt. Am 20, April erreichte „Pacific“ einen Anker-
platz in der Nähe von Sandy Hook. Die Dauer der ganzen Reise betrug
120 Tage. Von dieser Zeit waren 28 Tage im Nordatlantischen Ocean ver-
bracht worden, und hatte man dort 10° N-Br in 44,5° W-Lyg am 28. März,
20° N-Br in 56,5° W-Lg am 3. April und 30° N-Br in 64,1° W-Lg am 11. April
yeschnitten.
14. Reise der Bremer Bark „Canton“, Kapt. T. Kunst.
Am 14. November 1880 verliefs die nach Appam bestimmte Bark „Canton“
die Mündung des Tajo. Ein mäfsiger, fast nur aus nördlicher oder westlicher
Richtung wehender Wind begünstigte den Anfang der Reise, und ohne dafs eine
nennenswerthe Störung in der Fahrt stattfand, entwickelte sich später aus
letzterem Winde der NE-Passat. Die polare Grenze desselben schien sich am
23. November in der Nähe von 28° N-Br in 20,9° W-Lg zu befinden. Man
beobachtete dort einen Luftdruck von 768,4mm; derselbe stieg jedoch noch,
als die Bark weiter südwärts segelte, bis er unweit 24,5° N-Br mit 770,1mm
sein Maximum erreichte. Vom frischen Passate getrieben, und sich östlich von
der Kap Verde-Inselgruppe haltend, erzielte „Canton“ in der nächstfolgenden
Zeit einen sehr befriedigenden Fortgang, der anhielt, bis man 9° N-Br in 18,1°
W-Lg erreicht hatte. Schon hier hörte der regelmäßige Passat auf zu wehen,
doch wurden in der nächsten Zeit noch wiederholt frische östliche Winde an-
getroffen. Schwieriger zeigten sich die Verhältnisse, als man am 4. Dezember
nach 5,5° N-Br in 16,7° W-Lg gekommen war; denn von hier ab konnte bei
angetroffener leichter Mallung und Stille das Schiff nur sehr langsam nach
Osten fortschreiten. Am 15. Dezember befand „Canton“ sich in 3,6° N-Br und
10,2° W-Lg. Hier kam flauer, ziemlich beständiger SW-Wind durch, der auf
dem noch vorliegenden Theil der Reise kaum wieder unterbrochen wurde,
Destliche Strömung hatte „Canton“ gefunden, so lange wie man sich südlich
von 5,5° N-Br und östlich von 16° W-Lg befunden hatte; doch besals dieselbe
sur, nachdem man 12° W-Lg überschritten hatte, eine nennenswerthe Stärke.
Am 12, Dezember kreuzte die Bark in 3,7° N-Br den Meridian des Kap Palmas,
und am 22. Dezember konnte in der Nähe des Bestimmungshafens geankert
werden. Die Dauer der Reise war 40 Tage. Während dieser Zeit hatte man
30° N-Br in 19° W-Lg am 22. November, 20° N-Br in 19,9° W-Lg am 25. No-
vember und 10° N-Br in 18,5° W-Lg am 28, November geschnitten.
Nachdem „Canton“ später, in den Monaten Januar und Februar, während
welcher stets leichte westliche Winde herrschten, verschiedene andere in der
Nähe von Appam liegende Ladeplätze besucht hatte, trat die Bark am 22. Februar
von Accra aus die Heimreise nach Bremen an, Der gleich in der Nähe der
Küste angetroffene mäfsige SW-Wind begleitete „Canton“ bis nach 3° N-Br in
2° O-Lg, wo ein zwar nur kurze Zeit anhaltender nördlicher Wind an seine
Stelle trat. Unweit 1,5° N-Br in 1,4° O-Lg folgte auf kurze Windstille ein
leichter Südwind, bei dem über St. B.-Bug nach Westen geseyelt werden konnte.