accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 9 (1881)

{GE 
769,1 mm ein. Als leichte Briese durchkommend, nahm derselbe nach kurzer 
Zeit an Stärke zu, und konnte damn in rascher ungestörter Fahrt der noch 
übrige Theil der Reise zur Swunda-Stralse zurückgelegt werden. Am 6. Sep- 
tember befand „Capella“ sich in der Nähe von Java Head, und am 18. September 
konnte auf der Rhede von Singapore geankert werden. Die Reisedauer bis 
zur Sunda-Strafse betrug 96 Tage. Auf dem letzten Reiseabschnitte war 30° 
S-Br in 109.2° O-Lg am 27. August, 20° S-Br in 105,1° O-Lg am 1. September 
und 10° S-Br in 105,2° O-Lg am 5. September gekreuzt worden. 
„Oberon“ hatte den südlichen Eingang der Sunda-Strafse am 28, August 
erreicht, und an demselben Tage sichtete auch der Mitsegler „Kemeralda“ 
Java Head. 
Nachdem „Capella“ in Singapore die Ladung entlöscht hatte, wurde am 
10. Oktober der Hafen verlassen und die Reise nach Bassein angetreten. Nach 
41tägiger Reise wurde dieser Platz erreicht, dort das Schiff mit Reis beladen 
und am 5. Dezember schliefslich die Heimreise nach Kuropa angetreten. Bei 
jeichtem nordwestlichen Winde wurde ein WSW-Kurs gesteuert, bis 89° O-Lg 
überschritten worden war. Südlich von 12° N-Br trat der nördlich und östlich 
gelaufene Wind zunächst an mehreren Tagen nur als ganz leiser Zug auf, doch 
nahm er an Stärke wieder zu, als 10,6° NBr in 89° O-Lg am 1%. Dezember 
äberschritten worden war. Am 20. Dezember erreichte „Capella“ in 89,1° O-Lg 
den Aequator. 
In südlicher Breite dehnte sich von der Linie bis nach 14,8° S-Br in 
84° O-Lg das Gebiet des nordwestlichen Monsuns aus. Die Ueberschreitung 
desselben erforderte infolge des in demselben angetroffenen überaus schwachen 
Zuges nicht weniger als 16 Tage. Nur während der letzten Zeit seines Auf- 
lretens besafßs der westliche Wind etwas gröfsere Stärke, er lief dann bald um 
nach Nord und schliefslich weiter rechtsdrehend durch Ost nach SE. Wie so 
häufig in anderen Meeren, so ging auch hier an der polaren Grenze des west- 
lichen Monsuns die Entwickelung des Passats in stürmischer Weise, begleitet 
von einem auf 754,4mm gesunkenen Luftdrucke, vor sich. Die nach rascher 
Fahrt am 12, Januar 1881 erreichte südliche Grenze des SE-Passats lag in 
24,3° S-Br und 64,5° O-Lg. Südwind zunächst und später leichter Ostwind 
vegünstigte, nachdem man jene überschritten hatte, noch für längere Zeit die 
Fahrt, und wurden selbst bei der Umsegelung des Kap der guten Hoffnung 
weder anhaltende Westwinde noch Stürme angetroffen. 
Am 5. Februar kreuzte „Capella“ bei frischem SE-Winde in 34,7° S-Br 
den Meridian der Kapstadt, und bei demselben Winde erreichte man zwei Tage 
später in 12° O-Lg auch den Parallel von 30° Süd. Um denselben von 30° 
3-Br im Indischen Ocean aus zu erreichen, waren 13 Tage erforderlich gewesen, 
und sonst hatte man 10° S-Br in 88,(° O-Lg am 2. Januar, 20° S-Br in 76,5° 
O-Lg am 8. Januar und 30° S-Br in 41,8° 0-Lg am 25, Januar; ferner 60° O-Lg 
in 24,4° S-Br am 14. Januar und 30° O-Lg in 33,8° S-Br am 30. Januar über- 
schritten. 
Aus dem frischen SE-Winde, welcher das Schiff wieder nördlich von 
30° S-Br geführt hatte, ging ohne Störung der Passat hervor. Derselbe wehte 
südlich von 20° Süd noch recht kräftig, herrschte nördlich von dieser Breite 
zwar in geringerer Stärke, doch blieb er beständig, bis man mit seiner Hülfe 
nach 1,5° Süd gelangt war. In dieser Breite und 23,2° W-Lg hörte am 1. März 
der Passat zu wehen auf, das Schiff betrat schon hier den sich bis über die 
Linie südwärts erstreckenden Stillengürtel, dessen Ueberschreitung nicht weniger 
als zehn Tage erforderte. 
Am 3. März ging „Capella“ in 24,9° W-Lg von der südlichen zur nörd- 
lichen Halbkugel über. Die Strecke zwischen 30° S-Br und Linie war in 
24 Tagen zurückgelegt worden, und man hatte auf derselben 20° S-Br in 0,9° 
W-Lg am 13. Februar und 10° S-Br in 12,2° W-Lg am 21. Februar über- 
schritten. 
Im Gebiete des NE-Passats fand „Capella“ anfänglich ganz frischen be- 
ständigen Wind. Während der Zeit, in welcher dieser wohte, war das Wetter an 
mehreren Tagen stark dunstig, und wurde erst dann die Luft wieder klar, nach- 
dem am 14. März in der Nähe von 10° N-Br und 34° W-Lg ein, das ganze 
Schiff mit einem röthlichen Ueberzuge bedeckender Niederschlag stattgefunden
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.