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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 9 (1881)

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Am 17. Februar wurde ein nordöstlicher Kurs gesteuert, und bei sich 
meistens in nordwestlicher Richtung haltenden Winden dann auch für längere 
Zeit ein befriedigender Fortgang erzielt. Als man nördlich von 43° S-Br ge- 
kommen war, wurden häufige Windstillen angetroffen. Der sich bei denselben 
hoch haltende Luftdruck erreichte unweit 42° S-Br in 40,5° W-Lg mit 772,6 nm 
seinen höchsten Stand. Die zwischen 40° und 35° S-Br liegende Strecke legte 
die Bark bei günstigen Ostwinden in verhältnifsmäfsig rascher Weise zurück; 
wohingegen zwischen 31,5° und 24° S-Br fast nur aus nördlicher Richtung 
wehende, meistens sehr frische Nordwinde eine bedeutende Verzögerung der 
Reise bewirkten. Eigentlichen Passat, d. h. Wind, der beständig aus einer 
östlich von NE liegenden Richtung kam, fand „Anna Thormann“ erst unweit 
17° S-Br; obgleich von 24° S-Br in 20° W-Lg an der Wind schon aus nord- 
östlicher Richtung geweht hatte. Am 24. März überschritt die Bark in 36,2° 
W-Lg den Aequator; man hatte vorher 50° S-Br in 50° W-Lg am 19. Februar, 
40° S-Br in 36,3° W-Lg am 27. Februar, 30° S-Br in 27,2° W-Lg am 7. März, 
20° S-Br in 22,8° W-Lg am 15. März und 10° S-Br in 29,2° W-Lg am 19. März 
gekreuzt. 
Vom Stillengürtel beobachtete „Anna Thormann“ fast keine Spur. Es 
herrschte vielmehr schon von der Linie an steifer NE-Passat, welcher die Bark 
in rascher ungestörter Fahrt ihrem Ziele entgegen führte. Man erreichte 10° 
N-Br in 48,2° W-Lg am 29. März und ankerte am 5. April auf der Rhede von 
St. Thomas. 
9. Reise der Bremer Bark „Elena“, Kapt. Joh, Steenken. 
Am 29. Oktober 1880 befand sich die auf einer Reise von Bremen nach 
New- York begriffene Bark „Elena“ in 60° N-Br und 5° W-Lg. An demselben 
Tage stand die ebenfalls nach New- York bestimmte Bark „von Berg“ etwa 
60 Sm östlich von dem eben erwähnten Schiffsorte, und wurde die Reise der 
„Elena“ dann unter nahezu denselben ungünstigen Verhältnissen ausgeführt, wie 
sie schon im Reiseberichte des „von Berg“ angegeben worden sind. Man er- 
reichte 40° W-Lg in 53,2° N-Br am 13. November, ohne dafs bis dahin nennens- 
werthe Stürme angetroffen wurden. Nach dieser Zeit waren aber so viele aus 
ungünstiger Richtung kommende Stürme zu überstehen, dafs fast jeder Fortgang 
nach Westen hin unmöglich war. Am 29. November befand sich „EZlena“ noch 
in 40,6° W-Lg und 43,2° N-Br, die Bark hatte also in 16 Tagen nur 10 Grad 
Breite gut machen können, Es war dies dasselbe stürmische Wetter, welches 
der Mitsegler „von Berg“ in der Nähe von 35° W-Lg überstand. Die meisten 
Stürme traten bei beiden Schiffen auf, doch beobachtete „von Berg“ in jedem 
Falle einen niedrigeren Barometerstand und ein späteres Einsetzen des Sturmes, 
als „Elena“, Am 2, Dezember überstand die letztere Bark unweit 43,5° N-Br 
und 43,5° W-Lg einen Sturm, der aus Süd begann und aus NNW endete. Der 
Luftdruck nahm während desselben bis auf 724,4 mm ab. Bei dem damals in 
50,5° N-Br und 36,2° W-Lg stehenden „von Berg“ herrschte dieser Sturm am 
3. Dezember, verlief dort in ähnlicher Weise wie bei „Elena“, war von kürzerer 
Dauer, aber von einem auf 718,2 nım sinkenden Barometerstande begleitet. Um 
von 40,5° W-Lg nach 44° W-Lg zu kommen, waren bei „Klena“ abermals acht 
Tage erforderlich. Nach dem 7. Dezember nahm die Reise einen etwas günsti- 
geren Verlauf; es traten dann wenigstens zeitweise östliche Winde auf, und ohne 
die kalten NW-Winde, welche den letzten Theil der Reise des „von Berg“ 80 
erschwerten, anzutreffen, gelangte „Elena“ am 23. Dezember zur Bai von New- 
York. Die Reisedauer vom Norden Schottlands her betrug 56 Tage. Während 
dieser Zeit hatte man 30° W-Lg in 54,7° N-Br am 8, November, 50° W-Lg in 
46° N-Br am 9. Dezember, 60° W-Lg in 42,9° N-Br am 13. Dezember und 70° 
W-Lg in 40,3° N-Br am 21. Dezember gekreuzt. 
Am 22. Januar ging „Elena“ von New-York aus wieder in See, um nach 
London zu segeln. Die Reise dahin wurde bei kräftigen Westwinden vollendet, 
ohne dafs sich Hervorzuhebendes während derselben ereignete. Auch Stürme 
erschwerten dieselben nicht in hohem Grade, Man kreuzte 70° W-Lg in 39,9° 
N-Br am 23. Januar, 50° W-Lg in 39,3° N-Br am 30. Januar, 30° W-Lg in 
44,4° N-Br am 6. Februar und erreichte am 13. Februar die Mündung des Kanals, 
Die Reisedauer war 22 Tage.
	        
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