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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 9 (1881)

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in Levuka wurde die Bark mit Copra beladen, und am 28. März trat 
sie die Rückreise nach Europa an. Bei leichtem beständigem Passat, der fast 
immer raum genug war, um bei ihm noch etwas Ost mit anholen zu können, 
wurde ein südlicher Kurs gesteuert. Ungestört gelangte man in dieser Weise 
nach 35,5° S-Br in 178° W-Lg, bevor der Wind nordöstliche Richtung annahm. 
Kurze Zeit, nachdem dieses erfolgt, lief der Wind durch Nord nach NW, und für 
längere Zeit konnte dann bei diesem günstigen Winde ein befriedigender Fortgang 
erzielt werden. Als man südlich von 46° S-Br in 125° W-Lg gekommen war, 
traf man dort häufig östliche Winde, und nahm die Reise jetzt einen langsameren 
Verlauf. Es wehten die Winde hier so anhaltend aus östlicher Richtung, dafs 
unter den 24 Tagen, welche auf der Strecke zwischen dem zuletzt erwähnten 
Punkte und der Länge des Kap Horn zugebracht wurden, sich nicht weniger 
als 18 befinden, an denen Winde von längerer oder kürzerer Dauer aus öst- 
licher Richtung beobachtet wurden. In Sicht der Diego Ramirez-Inseln wurde 
„Levuka“ durch östliche Winde, die an zwei Tagen heftig stürmten, vier Tage 
lang festgehalten. Am 19. Mai gelangte die Bark ostwärts von der Länge des 
Kaps Horn; sie befand sich damals 52 Tage in See und hatte vorher 30° S-Br 
in 179,9° O-Lg am 5. April, 40° S-Br in 172° W-Lg am 10. April und 50° S-Br 
in 111,4° W-Lg am 1. Mai, ferner den Meridian von 180° in 32,7° S-Br am 
6. April, den von 150° West in 44,7° S-Br am 16. April, den von 120° West 
in 47,3° S-Br am 27. April und den von 90° West in 52,6° S-Br am 7. Mai 
überschritten. 
Im Atlantischen Ocean wurden bis nach 40° S-Br hin vorherrschend aus 
nordwestlicher Richtung kommende Winde angetroffen. Nördlich von dieser 
Breite hielt der Wind sich südlich von West und wehte für eine Zeit lang 
stürmisch von daher. So wie das Schiff weiter nach Norden hin vorrückte, 
wurde die Windrichtung eine südlichere, und unweit 29° S-Br in 27,6° W-Lg 
drehte der äufserst kräftige, von einem auf 774mm gestiegenen Luftdrucke be- 
gleitete Wind durch Süd nach SSE und wurde zum Passat, In dieser, für 
diesen Theil des Oceans ungewöhnlichen Weise erreichte „Levuka“ das Paseat- 
gebiet. Auch in diesem wurde man durch frischen beständigen Wind begünstigt, 
und am 14. Juni ging „Levuka“ in 27,5° W-Lg von südlicher in nördliche Breite 
über. Die Strecke zwischen Kap Horn und Linie war in der kurzen Zeit von 
26 Tagen durchsegelt und auf derselben 50° S-Br in 52,9° W-Lg am 24. Mai, 
40° S-Br in 34,5° W-Lg am 31. Mai, 30° S-Br in 27,8° W-Lg am 4. Juni, 
20° S-Br in 27,9° W-Lg am 7. Juni und 10° S-Br in 27,6° W-Lg am 10. Juni 
geschnitten worden. 
Bis nach 7° N-Br in 27,5° W-Lg begleitete der SE-Passat die Bark. 
Nachdem dieser, zuletzt für längere Zeit aus der Südrichtung wehende Wind 
unweit dieses Punktes ein Ende genommen hatte, herrschte am nächsten Tage 
noch leichter veränderlicher Südwind, bis unweit 9,2° N-Br in 27,8° W-Lg der 
NE-Passat durchkam. Es waren nur zwei Tage erforderlich gewesen, um den 
Stillengürtel zu überschreiten. Das Gebiet des zwischen 14,5° und 24° N-Br 
am kräftigsten auftretenden NE-Passats erstreckte sich bis nach 26,5° N-Br in 
35,9° W-Lg. Nachdem man es verlassen hatte, wurde an vier Tagen leichter 
südöstlicher Zug angetroffen, mit dem fast kein Fortschritt zu erzielen war. 
Als 30° N-Br überschritten worden war, kam westlicher Wind durch, der vier 
Tage lang anhielt, dann aber wieder durch östliche Winde. verdrängt wurde. 
Es mufßte die zwischen der Insel Flores und Kanalmündung liegende Strecke 
fast ganz bei östlichem Winde zurückgelegt werden. Am 20, Juli befand 
„Levuka“ sich in der Nähe von Lizard. Die Dauer der ganzen Reise war 
114 Tage, 36 derselben waren in nördlicher Breite zugebracht worden, und 
hatte man dort 10° N-Br in 28,1° W-Lg am 19. Juni, 20° N-Br in 35° W-Lg 
am 24. Juni, 30° N-Br in 35° W-Lg am 1. Juli und 40° N-Br in 29,7° W-Lg 
am 7. Juli gekreuzt. 
Reise der Apenrader Bark „Friedrich“, Kapt. J. P. Ulderup. 
Am 19. Oktober 1879 verliefs die auf jeiner Reise von Kronstadt nach 
Wladiwostock begriffene Bark „Friedrich“ die Mündung des Kanals. Stürmische 
Ostwinde, welche, so wie das Schiff weiter nach Süden hin vorrückte, südlicher 
liefen, begünstigten im Atlantischen Ocean den Anfang der Reise, und man 
Ann, d, Hydr., 1881, Heft I (Januar).
	        
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