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Nachdem man südlich von 30° N-Br an nicht weniger als 11 Tagen südwest-
liche Winde beobachtet hatte und von denselben nach 23° N-Br in 20,1° W-Lg
vedrängt worden war, wurde das Gebiet des NE-Passats erreicht. Die Bark
steuerte dann östlich von den Kap Verde - Inseln südwärts; ein Verfahren,
welches, in Anbetracht des östlichen Standpunktes, vollkommen gerathen er-
scheint. Der Passat wehte nur zwischen 22° und 17° N-Br in befriedigender
Stärke, überall sonst trat er nur flau auf, Schr begünstigt wurde „Levuka“
durch die Art und Weise, wie der Uebergang vom Gebiete des NE- in das
des SE-Passates erfolgte. Bei stark regnerischem, gewitterhaftem Wetter lief
der frische Wind in wenig Stunden von NE nach SE, und damit war der SE-
Passat erreicht. Derselbe führte die Bark bis zum 27, Dezember zu dem
in 27,2° W-Lg überschrittenen Aecquator. Man hatte die Strecke vom Kanal
bis zu diesem Punkte in 34 Tagen durchsegelt und während dieser Zeit 40° N-Br
in 17° W-Lg am 28. November, 30° N-Br in 22° W-Lg am 3. Dezember,
20° N-Br in 21,3° W-Lg am 15. Dezember und 10° N-Br in 23,2° W-Lg am
21. Dezember gekreuzt.
Am 25. November 1878, zwei Tage später als „Levuka“ den Kanal ver-
lassen hatte, überschritt das von Cardiff nach Singapore bestimmte Bremer
Vollschiff „Etha Rickmers“ den Parallel von 50° Nord. Dieses Schiff traf
anfänglich eine ungünstigere Gelegenheit, als der Mitsegler, auch waren die
Stürme, welche die „Ztha Rickmers“ in der erwähnten Depression antraf, viel
heftiger, als bei der „Levuka“. Infolge dieser Verhältnisse gelangte das erstere
Schiff nach 20° N-Br in 25,2° W-Lg erst am 20. Dezember, 5 Tage später als
„Levuka“ diese Breite erreichte. „Ktha Rickmers“ hielt sich dann westlich von
der Kap Verde-Gruppe, schnitt 10° N-Br in 24,4° W-Lg am 24. Dezember und
den Aequator in 28,9° W-Lgy am 29, Dezember. „Etha Rickmers“ legte die
Strecke zwischen 20° N-Br und Linie in 10 Tagen zurück, während „Levuka“
dieselbe in 12 Tagen vollendete; in diesem Falle brachte also die Befolgung
der westlichen Route anscheinend etwas Vortheil.
Im Südatlantischen Ocean traf „Levuka“ bis nach 21° S-Br sehr kräftigen,
beständigen Passat. In der Nähe von 21,5° S-Br in 36° W-Lg lag die polare
Grenze desselben; der Wind holte hier nordöstlich und beschrieb später in
langsamer Drehung mehrere Male einen Rundlauf um den ganzen Kompafs, Als
der Wind zum letzen Male von NE nach Nord drehte, befand sich die Bark
nicht weit entfernt von 36,5° S-Br in 51,5° W-Lg. Als 40° S-Br überschritten
worden war, wurde „Levuka“ durch dort zunächst auftretende stürmische SW-
Winde etwas nach Osten abgedrängt, und befürchtete Kapt. Hansi anfänglich,
dafs er gezwungen werden würde, 50° S-Br östlich von den Falklande-Inseln
zu passiren. Südlich von 42° S-Br herrschten die Winde aber aus nordwest-
licher Richtung vor, und konnte dann nach Wunsch Länge angeholt werden.
Am 23. Januar 1879 gelangte die Bark in 64,3° W-Lg zum Parallel von
50° Süd. Man befand sich damals 27 Tage auf südlicher Breite und hatte dort
10° S-Br in 32,6° W-Lg am 31. Dezember, 20° S-Br in 35° W-Lg am 3. Januar,
30° S-Br in 445° W-Lg am 9. Januar und 40° S-Br in 536° W-Lg am
15. Januar überschritten.
Am 26. Januar durchsegelte „Levuka“ bei kräftigem NNW-Winde die
Strafse von Le Maire. Südlich derselben veränderte sich, wie es sehr häufig
der Fall ist, der nördlich von Staaten Land aus nordwestlicher Richtung wehende
Wind nach SW. Indessen kam nach kurzer Zeit wieder nordwestlicher Wind
durch, am 28. Januar wurde die Fahrt durch heftigen SSE-Wind begünstigt.
Am 29. Januar befand „Levuka“ sich in Sicht und westlich von Diego Ramirez,
Hier wurde durch Peilung festgestellt, dafs man seit dem Verlassen der Strafse
Le Maire in einem nach EzN setzenden, 1,9 Kn starken, Strome gesegelt hatte.
Bei mäfsigen nordwestlichen, zu wiederholten Malen aber auch bei östlichen
Winden wurde später die Umsegelung des Kap Horn vollendet, und am 5. Fe-
bruar stand „Levuka“ in 82,7° W-Lg wieder auf dem Parallel von 50° Süd.
Es waren nur 13 Tage verflossen, seit man dieselbe Breite im Atlantischeu
Ocean verlassen hatte.
Nicht sehr günstige Winde wurden beim Aufsteuern nach Norden ange-
troffen. Dieselben wehten vorherrschend aus nordwestlicher Richtung, und
mufste wiederholt noch wieder über B. B.-Bug gesegelt werden. Unweit 36° S-Br