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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 9 (1881)

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Schiffes waren höher als sonst.) Für Vertäuen wurde jetzt 12'/ cts pro Reg.-T. 
gerechnet statt früher 10 cts, ein- sowie ausgehend; für Sternmooring (Anker 
mit 90 Faden [162 m] Kette) laut Tarif statt früher 2 Doll., jetzt 4 Doll. 50 ets 
pro Tag. Das Wasser kostet 2'/2 Doll. für eine Marka von 200 Gallonen; jedoch 
sind für jede 10 Marke 2 Doll. Zuschlag zu zahlen, wenn Wasser No. 1 genommen 
wird. Ob überhaupt Wasser von geringerer Qualität vorhanden ist, ist fraglich. 
Leider hat die Compania Chilena de Remolecadores die Macht, die Preise will- 
kürlich zu setzen, denn sämmtliche Schleppdampfer, Anker und Ketten, sowie die 
Wasserböte sind ihr Eigenthum, und eine Konkurrenz ist nicht vorhanden. Für 
das Aufnehmen eines Ankers und Ausschleppen aus dem Hafen wurden extra 
8 cts pro Reg.-T., verlangt. Für Ballast mulste jetzt 2 Doll. mehr pro Lancha 
bezahlt werden als früher. Dieselben enthielten nur etwa 10 Tonnen. ?) 
7. Amargura-I. und Toku-I, Tonga-Archipel. Vavau-Gruppe.®) 
Der Kommandant S. M. S. „Hertha“, Kapt. z. Seo von Kall, hat auf seiner 
Reise von Melbourne nach Apia im April d. J. die zu der Vavau-Gruppe des 
Tonga-Archipels gehörenden Inseln Amargura und Tokw passirt, und über diese 
Inseln Nachstehendes berichtet: 
„Amargura-I. ist weithin sichtbar; sie kam uns auf etwa 21 Sm in Sicht; 
ihre Lage ist jedoch auf den Karten falsch angegeben, und kann dies, da keine 
Vertonung dieser Insel vorhanden ist, leicht zu Irrthümern Veranlassung geben. 
Die an Bord S. M. S. „Hertha“ angestellten Ortsbestimmungen haben ergeben, 
dafs die in Findlay’s „South Pacific Directory“ (1877), pag. XLIV, für diese 
Insel angegebene Lage richtig ist; hiernach liegt sie in 18° 2‘ S-Br und 
174° 16‘ W-Lg, und die südöstlich von ihr gelegene niedrige und, wie es 
scheint, mit Palmen und sonstigen hohen Bäumen bewachsene Toku-I. in 
18° 8‘ S-Br und 174° 8‘ W-Lg. Die Insel Amargura ist hoch und felsig, an 
der Westseite unbewachsen und mit tiefen Rinnen durchzogen; die Süd- und 
Südostseite ist felsig, aber mit grünem Pflanzenwuchs bedeckt, Die an der 
Südostseite befindlichen Krater zeigten an mehreren Stellen Rauchwolken, 
Von dem auf der Br. Adm.-K, No. 2421 (Tit. XII, No. 157) westlich von 
Amargura mit P.D. angegebenen Riff konnte nichts bemerkt werden, obgleich 
„Hertha“ diese Stelle auf 4 Sm Abstand passirte, und bei der zur Zeit herrschen- 
den Dünung Brandung hätte gesehen werden müssen. Dagegen schien auf der 
Ostseite von Amargura-I. sich ein Riff etwa 0,5 Sm weit in östlicher Richtung 
zu erstrecken; es war jedoch unter Wasser und nur durch einen hellen Streifen 
im Wasser erkennbar.“ 
8. Ueber die Stromverhältnisse und die Ansegelung von Häfen 
an der Westküste von Süd-Amerika zwischen 20° und 30° S-Br be- 
richtet der Kommandant S, M. S. „Ariadne“, Korv-Kapt. Frhr. von Hollen, dafs 
er auf seiner Reise von Coquimbo über Caldera und Cobija nach Iquique im 
Mai d. J. sehr verschieden setzende Strömung angetroffen habe. In der Regel 
sei zwar auf nördlich setzenden Strom, 0,5—0,75 Sm die Stunde, zu rechnen, 
doch kam auch vereinzelt südlich setzender Strom vor. Bei dem Ansteuern 
eines Hafens an dieser Küste ist es daher zweckmäfsig, 10 bis 15 Sm südlich 
von diesem, bis auf 4 bis 5 Sm unter Land zu gehen, da nur alsdann ein 
sicheres Erkennen der sehr gleichmäfsig gestalteten Küste möglich ist. Am 
frühen Morgen, kurz vor bezw. nach Sonnenaufgang, sind die Konturen des 
Landes meistens gut zu erkennen; des Vormittags sind sie verschwommen und 
werden erst am Nachmittag und gegen Abend wieder deutlicher. 
9. Beobachtungen über den Kurosiwo zwischen Yokohama 
und Hongkong im Mai 1881. Auf der Reise S. M. S. „Vineta“, Kapt. z. See 
Zirzow, von Yokohama nach Hongkong wurde vom 30, April bis 15. Mai der 
Kurosiwo zweimal durchschnitten; sein Einflufs machte sich namentlich unter 
der japanischen Küste sehr bemerklich, indem „Vineta“ in drei verschiedenen 
Etmalen nach S74°O 25 Sm, S78°O 71 Sm und nach S59°O 10 Sm ver- 
setzt wurde. 
1) S, „Ann. d. Hydr. etc.“, 1879, pag. 650. 
?) Der Ballast kostete früher frei Längsseite 50—75 cts pro Tonne (8. a. a. O.). 
% S. Findlay’s „South Pacific Directory“ (1877), pag. 511.
	        
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