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wurde bei der darin angetroffenen mäfsigen Briese in ziemlich befriedigender
Fahrt durchsegelt, und erreichte man am 18. Februar unweit 32° N-Br in
37,8 W-Lg dessen polare Grenze. Bei vorherrschend aus westlicher Richtung
wehenden Winden konnte endlich der letzte Theil der Reise zurückgelegt
werden, und am 7. März ankerte „Godeffroy“ im Hafen von Queenstown. Die
Dauer der ganzen Reise betrug 101 Tage. Von dieser Zeit waren 33 Tage
im Nordatlantischen Ocean zugebracht worden, und hatte man dort 10° N-Br
in 32,6° W-Lg am 8. Februar, 20° N-Br in 35,3° W-Lg am 12. Februar,
30° N-Br in 37,6° W-Lg am 17, Februar und 40° N-Br in 32,8° W-Lg am
25. Februar gekreuzt.
13. Reise der Bremer Bark „Rossini“, Kapt. C. H. Albers.
Am 25, Februar 1880, zwei Tage nachdem mit Kohlen beladen die Reise
von Cardiff nach Hongkong angetreten worden war, überschritt „Rossini“ den
Parallel von 50° Nord. Bei mäfsigen Westwinden, die einen ziemlich be-
friedigenden Fortschritt ermöglichten, segelte man von dort aus südwärts und ge-
langte bis zum 6. März nach 34° N-Br in 20° W-Lg. Südlich von dieser Position
herrschten schwache, an mehreren Tagen fast bis zur Windstille abnehmende öst-
liche Winde. Am 11. März erreichte „Rossini“ unweit 27,2° N-Br in 21,6° W-Lg,
bei einem Luftdrucke von 767,2mm, die polare Passatgrenze. Auch der Passat
trat anfänglich nur in sehr geringer Stärke auf; erst südlich von 21,5° N-Br
wehte er frisch genug, um einen befriedigenden Fortgang zu ermöglichen, Als
er „Rossini“ dann nach 8,5° N-Br geführt hatte, wurde die Windstärke wieder
geringer, und unweit 4° N-Br in 23° W-Lg hörte der Passat am 23. März ganz
zu wehen auf. Um den Stillengürtel bei der darin vorherrschenden, leichten
östlichen Briese zu überschreiten, waren drei Tage erforderlich; nach deren
Verlauf traf man in 1,2° N-Br und 24,2° W-Lg den SE-Passat an. Am 27. März
ging „Rossini“ in 24,7° W-Lg von der nördlichen zur südlichen Halbkugel über.
Es war die Strecke zwischen 50° N-Br und der Linie in 30 Tagen durchsegelt
und auf derselben 40° N-Br in 15,8° W.Lg am 2. März, 30° N-Br in 21,6°
W-Lg am 8. März, 20° N-Br in 25,6° W-Lg am 16. März und 10° N-Br in
24° W-Lg am 20. März gekreuzt worden.
Zu derselben Zeit als „Rossini“ befand sich die Hamburger Bark „Zla“
auf dem Wege von 20° N-Br nach der Linie. Dieses Schiff schnitt 20° N-Br
in 23,8° W-Lg am 17. März und 10° N-Br in 26,7° W-Lg am 21. März, also
in jedem Falle um oinen Tag später, als „Rossini“. Es hielt sich von 10° N-Br
ab bedeutend westlicher, als letzteres Schiff, und die Folge war, dafs es den
Aequator in 26,6° W-Lg einen Tag vor „Rossini“ erreichte, die Strecke zwischen
10° N-Br und 0° in 5 Tagen und 7 Stunden anstatt in 7 Tagen und 10 Stunden
zurücklegte. Freilich verlor „Ela“ in südlicher Breite das Gewonnene in
kurzer Zeit wieder vollständig, indem sie dort für eine bedeutend längere Zeit
als „Rossint“ Mallung antraf. Als die letztere Bark am Mittage des 2. April
sich in 10,1° S-Br und 29,3° W-Lg befand, war der Schiffsort von „Kila“ nur
35 Sm in südwestlicher Richtung davon entfernt.
„Rossini“ fand frischen Passat erst südlich von 3° S-Br, und führte der-
selbe das Schiff dann in rascher Fahrt nach 23° S-Br in 29,5° W-Lg. Nicht
weit von diesem Punkte entfernt lief bei einem Luftdruck von 764,0mm der
frische Wind nordöstlich und später durch Nord nach West. Nachdem dann
zu verschiedenen Zeiten noch wieder östliche Winde beobachtet worden waren,
setzten südlich von 33,5° S-Br Westwinde ein, die, obgleich nur von mäfsiger
Stärke und selbst noch wieder von Stille unterbrochen, doch ganz zum ersten
Meridian führten. Man überschritt denselben am 21. April in 38,8° S-Br. Um
von der Linie aus diesen Punkt zu erreichen, waren 25 Tage erforderlich
zewesen, und während dieser Zeit hatte man 10° S-Br in 29,2° W-Lgy am
2. April, 20° S-Br in 30,4° W-Lg am 6. April und 30° S-Br in 20,9° W-Lg
am 12. April gekreuzt.
Beim Ablaufen der Länge hielt Kapt. Albers sich meistens in geringer
Entfernung nördlich von 39° S-Br. Die dort angetroffene Gelegenheit war
keine besonders günstige; es war zwar die vorherrschende Windrichtung eine
westliche, aber oft war die Windstärke eine zu geringe, und wiederholt ver-
hinderte längere Windstille jeden Fortgang, Zwei heftige Stürme waren zu