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Am 26. Juni verliefs der „Godefroy“ auch Jaluit wieder, um nach Apia
zurückzukehren. Der am ersten Tage dieser Reise wehende Passat endete un-
weit 4° N-Br in 169,8° O-Lg, und wurden darauf vier Tage im Stillengürtel
verbracht, bevor man in 1,4° N-Br und 170,3° O-Lg' den SE-Passat wieder auf-
fand. Am 3. Juli ging „Godeffroy“ bei frischem ESE-Winde in 170,6° O-Lg
über den Aequator.
In südlicher Breite wehte bis nach 4,3° S-Br in 171,3° O-Lg ziemlich
beständiger, von einem 1 Kn starken Weststrom begleiteter Ostwind. In der
Nähe des bezeichneten Ortes setzte Mallung ein, die, meist aus östlicher Richtung
kommend, mit häufigen Böen und Gewittern für längere Zeit anhielt. Man
segelte bei diesen Verhältnissen südwärts, konnte aber, da die Strömung auch
hier bedeutend nach Westen versetzte, die schon gewonnene Länge kaum fest-
halten. Am 20. Juli befand die Bark sich in Sicht der Insel Erromanga; hier
lief der Wind südlicher, und wenn er auch höchst unbeständig blieb, so er-
möglichte er es doch dem Schiffe, welches sich in der Nähe von 20° S-Br hielt,
nach Osten hin vorzuschreiten. Am 30. Juli befand „Godeffroy“ sich in 19° S-Br
und 177,5° W-Lg, und von hier aus führte mäfsiger, ziemlich beständig auf-
tretender SE-Wind die Bark bis zum 3. August in Sicht der Insel Savaiz. Aber-
mals angetroffene ungünstigere Verhältnisse bewirkten jedoch, dafs man erst
am 12, August Apia erreichen konnte. Die Reisedauer betrug 47 Tage.
Während dieser Zeit war 5° S-Br in 170,2° O-Lg am 5, Juli, 10° S-Br in
171,4° O-Lg am 13. Juli, 15° S-Br in 170,5° O-Lg am 19. Juli und 20° S-Br
in 179,8° O-Lg am 29. Juli überschritten worden.
Von Tongatabu aus trat „Godefroy“ am 16. November die Heimreise
nach Europa an. Kräftiger, beständiger Passat begünstigte den Anfang der-
selben, und in rascher Fahrt erreichte man unweit 35° S-Br in 176° W-Lg die
polare Passatgrenze. Bei einem auf 768,9mm gestiegenen Luftdrucke holte der
kräftige Wind dort nordöstlich, dann aber in langsamer Drehung durch Nord,
West und Süd nach SE zurück. Später wiederholte sich dieser Vorgang,
doch hielt der Wind sich in diesem Falle für längere Zeit in den westlichen
Quadranten. Als 49° S-Br überschritten worden, war das Auftreten östlicher
Winde wieder ein häufigeres, und nahm infolge dessen die Reise, obgleich
stürmisches Wetter kaum angetroffen wurde, im Gegentheil die Windstärke
häufig eine unerwünscht geringe war, einen nicht ganz befriedigenden Verlauf,
Am 25. Dezember 1880 erreichte „Godefroy“ bei mäfsigem Nordwinde die Länge
des Kap Horn. Seit dem Beginn der Reise waren dann 39 Tage verflossen,
und während dieser Zeit hatte man 30° S-Br in 176,4° W-Lg am 19. November,
40° S-Br in 168,6° W-Lg am 25. November und 50° S-Br in 126° W-Lg am
7. Dezember, wie 150° W-Lg in 47,7° S-Br am 2. Dezember, 120° W-Lg in
52,7° S-Br am 9. Dezember und 90° W-Lg in 56° S-Br am 20. Dezember
gekreuzt.
Sehr ungünstig waren die im Atlantischen Ocean angetroffenen Verhalt-
nisse, Die dort wehenden Westwinde waren wenig kräftig und beständig, und
häufig traten östliche Winde auf. So überstand „Godefroy“ am 1.Januar 1881,
unweit 53° S-Br in 44° W-Lg, einen heftigen Sturm aus Osten, bei dem der
Luftdruck bis auf 733,5mm abnahm. Nach diesem Sturme wehte zunächst west-
licher Wind, später herrschten jedoch wieder umlaufende Winde, bei denen man
nur langsam vorrücken konnte. Zwischen 28° und 25° S-Br wurde leichte
nördliche Mallung angetroffen, aus welcher sich in der Nähe des letzteren
Parallels, durch Drehen von NE nach Ost, der Passat entwickelte. Auch dieser
war für längere Zeit nach seinem Einsetzen nur sehr flau, und nicht eher als
nördlich von 18° S-Br fand man kräftigen, beständigen Wind. Am 2. Februar
überschritt „Godeffroy“ in 25,4° W-Lg den Aequator. Um von Kap Horn aus
dahin zu gelangen, waren 39 Tage erforderlich gewesen. Während dieser Zeit
hatte man 50° S-Br in 47° W-Lg am 3. Januar, 40° S-Br in 33,3° W-Lg am
10. Januar, 30° S-Br in 26° W-Lg am 17. Januar, 20° S-Br in 25,8° W-Lg
am 25. Januar und 10° S-Br in 26,8° W-Lg am 29. Januar gekreuzt.
Einen eigentlichen Stillengürtel traf man in nördlicher Breite nicht an.
Nachdem der Ostwind unweit 2,8° N-Br und 25,2° W-Lg für einige Wachen
bei regnerischem Wetter und Gewitter leicht und veränderlich gewesen war, holte
er allmählich nördlicher und ging in den NE-Passat über. Das Gebiet desselben
Aun. d. Hydr.. 1881, Heft VII (August),
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