accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 9 (1881)

{939 
30. November in 104,2° O-Lg 5° N-Br, und am 2. Dezember in 105,5° O-Lg 
den Aequator erreichte. Am 4. und 5. Dezember durchsegelte man bei leichten, 
westlichen Winden die Banka-Strafse und ankerte am 11. Dezember in der 
Nähe von Anjer, Bei dem in der Sunda-Strafse angetroffenen frischen SW-Wind 
und der starken nordöstlichen Strömung waren fünf Tage erforderlich, um diese 
Strafse zu durchsegeln. Am 16. Dezember erreichte „Wega“ den Indischen 
Ocean, in welchem bis nach 8,6° S-Br noch leichter, ziemlich beständiger West- 
wind, auf der zwischen dieser und 9,4° S-Br in 101° O-Lg liegenden Strecke 
aber an fünf Tagen Mallung und Windstille angetroffen wurden. 
Am 24, Dezember setzte unweit des letzteren Ortes der SE-Passat ein. 
Anfangs nur leicht wehend, doch allmählich auffrischend, trat derselbe zwischen 
13° und 22° S-Br als ein stetiger, kräftiger Wind auf, der die Reise der 
„Wega“ sehr beförderte. Jenseits der letztgenannten Breite wurde die Wind- 
stärke wieder geringer, und unweit 25,6° S-Br und 58,5 O-Lg erreichte man am 
10. Januar die polare Grenze des Passatgebiets. Das Barometer hatte in der 
Nähe derselben seinen höchsten Stand von 766,‚1mm. Bei einer Ab- und Zu- 
nahme desselben um 4 bezw. 6mm erfolgte dann eine ziemlich rasch verlaufende 
Drehung nach links durch alle Striche des Kompasses, nach deren Vollendung 
noch wieder für längere Zeit östlicher Wind wehte. Später wiederholte sich 
derselbe Vorgang noch mehrere Male. Anhaltende Westwinde wurden auch 
bei der Umsegelung des Kap der guten Hoffnung nicht angetroffen. Die Fahrt 
verlief hier in sehr ruhiger Weise, indem keiner der beobachteten Winde die 
Stärke 6 überstieg. Am 27. Januar kreuzte „ Wega“ bei mäfsigem Ostwinde in 
35,3° S-Br die Länge der Kapstadt, und nachdem im Atlantischen Ocean noch 
für kurze Zeit wieder südwestlicher Wind aufgetreten war, am 30. Januar in 
10,6° O-Lx den Parallel von 30° Süd. Um ihn von derselben Breite im 
Indischen Ocean aus zu erreichen, waren 13 Tage erforderlich gewesen. Auf 
der zwischen der Sunda-Strafse und der Südspitze Afrikas liegenden Strecke 
hatte man 10° S-Br in 100° O-Lgy am 25. Dezember, 20° S-Br in 74,5 O-Lg 
am 3. Januar 1881, und 30° S-Br in 40,5° O-Lg am 17. Januar; ferner 90° O-Lg 
in 14,6° S-Br am 29. Dezember, 60° O-Lg in 25,1° S-Br am 9. Januar, und 
30° O-Lg in 33° S-Br am 21. Januar gekreuzt, 
Der unweit 32° S-Br und 14° O-Lg, bei einem Barometerstande von 
766,6mm, von SW durch Süd nach SE drehende frische Wind erwies sich als 
der Passat. Derselbe beförderte die Fahrt durch den Südatlantischen Ocean 
bis nach 19° Süd hin in ziemlich befriedigender Weise, liefs dann aber sehr 
an Frische nach, so dafs, im Ganzen betrachtet, dieser Abschnitt der Reise 
keinen besonders günstigen Verlauf nahm. Am 22. Februar gelangte „Wega“ 
in 23,4° W-Lg zum Aequator. Es waren bis dahin 23 Tage verflossen, seit 
30° S-Br verlassen worden war. Man hatte vorher 20° S-Br in 2,5° W-Lg am 
5. Februar, und 10° S-Br in 12,8° W-Lg am 13, Februar geschnitten. 
Die unverhältnifsmäfsig lange Zeit von acht Tagen war erforderlich, um 
den zwischen 0,5° N-Br in 23,7° W-Lg, und 4,5° N-Br in 26,3° W-Lg liegen- 
den Stillengürtel zu überschreiten. Der NE-Passat wehte zunächst auch nur 
in geringer Stärke, dagegen herrschte er auf der zwischen 10° und 18° N-Br 
liegenden Strecke kräftig und beständig. Die polare Passatgrenze erreichte 
„Wega“ am 13. März in 22,2° N-Br und 37,3° W-Lg. Bei einem Luftdrucke 
von 766,9mm drehte dort der ganz schwach gewordene Wind nach SE, Süd 
und SW. Später auffrischend, hielt er sich lange Zeit in der letzteren Rich- 
tung. Nördlich von 46° S-Br in 15,5° W-Lg wurde jedoch wieder anhaltender 
Ostwind angetroffen. Erst nach zehn Tagen, in welcher Zeit die Reise der 
„Wega“ nur wenig befördert worden war, kam unweit 46,5° N-Br. und 14° 
W-Lg leichter Westwind durch, der das Schiff zum 11. April an die Mündung 
des Kanals führte. Die Dauer der ganzen Reise betrug 137, die von. der Sunda- 
Strafse. ab 116 Tage. Von dieser Zeit waren 48 Tage im Nordatlantischen 
Ocean zugebracht worden, und hatte man dort 10° N-Br in 30,7° W-Lg am 
6. März, 20° N-Br in 37° W-Lg am 12. März, 30° N-Br in 35,5° W-Lg am 
[7. März, und 40° N-Br in 22,8° W-Lg am 20. März überschritten.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.