421
in 38,7° S-Br zum Meridian von 80° O-Lg. Es waren dann 21 Tage verflossen,
seit man den ersten Meridian verlassen hatte.
Beim Verfolgen eines nördlichen Kurses wurde man zunächst durch
kräftige West-, später durch frische SE-Winde begünstigt. Nördlich von 30° S-Br
wurde an einigen Tagen Nordwind angetroffen, welcher am 24, Juli in der
Nähe von 28,2° S-Br und 102,5° O-Lg bei auf 753,8 mm gesunkenem Luft-
drucke während einer aufserordentlich heftigen Bö von Nord nach WSW um-
sprang. Aus diesem westlichen Winde entwickelte sich dann zwei Tage später
in etwa 26° S-Br und 104,6° O-Lg durch Drehung nach Süd und SE bei einem
Barometerstande von 768,1 mm der SE-Passat, welcher „Saturnus“ bis zum
1. August zur Sunda-Strafse führte. Die Reise dahin war vom Kanale ab in
83 Tagen zurückgelegt worden. Auf dem letzten Theile derselben hatte man
30° S-Br in 99,5° O-Lg am 22. Juli, 20° S-Br in 105,4° O-Lg am 28. Juli und
10° S-Br in 105,5° O-Lg am 31. Juli geschnitten.
Die Sunda-Strafse durchsegelte „Saturnus“ bei leichter, veränderlicher
östlicher Briese in zwei Tagen. In der Sunda-See herrschte ziemlich beständiger
Ostwind, bei welchem auch am 5. August die Macclesfield-Strafßse durchsegelt
werden konnte. Am 7. August überschritt „Saturnus“ bei leichtem SSE-Winde
in 106,8° O-Lg den Aequator,
Auch in der China-See wehte zunächst noch dieser östliche und südliche
Wind in ziemlich beständiger und kräftiger Weise. Krst unweit 7,2° N-Br in
108,9° O-Lg, wo für kurze Zeit Windstille herrschte, setzte am 11. August der
SW-Monsun ein. In mäfiger Stärke auftretend, aber von einer kräftigen, an
einem Tage den Betrag von 35 Sm erreichenden ENE-Strömung begleitet, führte
dieser Wind die Bark dann am 18, August zum Bestimmungshafen. Es waren
gerade 100 Tage verflossen, seit man sich in der Nähe von Lizard befunden
hatte. In der China-See war 5° N-Br in 107,5° O-Lg am 9. August und 10° N-Br
in 111,6° O-Lg am 14, August überschritten worden.
Am 5. Oktober verliefs „Saturnus“ den Hafen von Manila, um die Heim-
reise nach London anzutreten. In der China-See herrschte, wenn auch in wenig
beständiger Weise, noch flauer SW-Monsun, und nahm der erste Theil der
Reise daher nur einen langsamen Verlauf. Unweit 12,5° N-Br in 115,5° O-Lg
kam am 15. Oktober ein leichter NE-Wind durch, mit dessen Hülfe „Saturnus“
bis zum 19. Oktober nach 11° N-Br in 111° O-Lg gelangte. Nach Ueber-
schreitung dieses Punktes wehten wieder für längere Zeit unbeständige SW-Winde,
bei denen nur ein äufserst langsamer Fortschritt zu erzielen war. Am 27. Oktober
war der Schiffsort 3,7° N-Br in 109,9° O-Lg und am 7. November noch 3° N-Br
in 108,3° O-Lg. In zehn Tagen waren also nur 105 Sm nach westsüdwestlicher
Richtung hin gut gemacht worden. Am 10. November gelangte die Bark in
106,9° O-Lg zum Aequator. Da südlich desselben an Stelle der bis dahin fast
stets ungünstigen Strömung sich ein südöstlicher Strom bemerkbar machte, konnte
man am 14. November die Gaspar-Strafse erreichen. In dieser Straße vor
Anker liegend, beobachtete man einen SE-Strom von 1!/a Knoten Stärke. Die
Sunda-See und die Sunda-Strafse konnte man bei ziemlich günstigen NW- und
Ostwinden in befriedigend rascher Weise durchsegeln, und am 19. November,
45 Tage später als Manila verlassen worden war, befand sich „Saturnus“ im
Indischen Ocean.
Unweit 9,7° S-Br in 102,3° O-Lg, wohin „Saturnus“ fünf Tage nach
dem Abgange von der Sunda-Strafse gelangte, endete der bis dahin herrschende
leichte nordwestliche und nordöstliche Zug, und der frische Passat trat an seine
Stelle. Von diesem geführt, segelte „Saturnus“ dann für längere Zeit in ruhiger,
rascher Fahrt nach Südwesten, Südlich von 20° S-Br wurde der Passat flauer
und unbeständiger, doch erstreckte sich sein Gebiet ganz bis nach 29,2° S-Br
in 43° O-Lg. Der in der Nähe dieses Punktes 763,2 mm betragende Luftdruck
hatte seinen höchsten Werth von 769,6 mm schon in 26° S-Br und 53° O-Lg
erreicht. Nach dem Verlassen des Passatgebietes waren veränderliche östliche
Winde noch für längere Zeit die vorherrschenden. Auf der zwischen 32° S-Br
in 31,5° O-Lg und 35,5° S-Br in 25,5° O-Lg liegenden Strecke beobachtete
man dreimal ein nach links erfolgendes Durchlaufen des Windes aller Striche
des Kompasses, wobei in jedem Falle der Wind aus West und SW die Stärke
eines vollen Sturmes erreichte, Der Luftdruck sank dabei bis auf 755,2 mm,
4x