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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 9 (1881)

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Man fand in demselben nur kurze Windstille, dagegen bis 6,8° Nord vor- 
herrschend leichten nördlichen Zug, südlich von dieser Breite ziemlich beständige, 
hoch südliche Briese. Bei letzterem, schon von sehr starker östlicher Strömung 
begleiteten Winde segelte „Britannia“ über B. B.-Bug und erreichte als öst- 
lichsten Punkt 19,8° W-Lg in 5° N-Br. Hier wurde am 14. Juni bei recht- 
weisender Südrichtung des Windes gewendet und drei "Tage später in 24,9° W-Lg 
der Aequator überschritten. Es waren dann 27 Tage verflossen, seit man 
50° N-Br verlassen hatte, und während dieser Zeit hatte die Bark 40° N-Br 
in 13,9° W-Lg am 27. Mai, 30° N-Br in 19,5° W-Lg am 1. Juni, 20° N-Br in 
25,5° W-Lg am 6. Juni und 10° N-Br in 24,1° W-Lg am 10. Juni geschnitten. 
Im Südatlantischen Ocean herrschte bis nach 22° S-Br in 38° W-Lg 
frischer, beständiger Passat. Nicht weit von diesem Punkte drehte bei einem 
auf 768,7 mm gestiegenen Luftdrucke der Wind nordöstlich und wurde schwächer. 
Obgleich die Wolken schon zur Zeit, als der Wind die hoch nördliche Richtung 
annahm, rasch aus SW zogen, blieb der Wind noch für längere Zeit nördlich; 
erst nach drei Tagen, nachdem das Barometer bis auf 746,8 mm gefallen und 
das Schiff bis nach 28,5° S-Br in 43,2° W-Lg gelangt war, kam der Wind aus 
der südwestlichen Richtung und wehte von daher am 29. Juni als ein sehr 
heftiger Sturm. Nachdem das Wetter ruhiger geworden war, folgten für längere 
Zeit mäfsige Winde, die zweimal linksdrehend alle Striche der Rose durchliefen. 
Bei denselben hielt der Wind sich sehr lange in den westlichen, nur kurze 
Zeit in den östlichen Quadranten. Verhältnifsmäfsig recht günstig waren die 
zwischen 36° und 50° S-Br angetroffenen Verhältnisse; die Winde kamen dort 
meistens aus nordöstlicher Richtung, während südwestliche Winde kaum 
beobachtet wurden. Auch durch Stürme wurde die Fahrt hier nicht beunruhigt. 
Am 16. Juli stand „Britannia“ in 65,1° W-Lg auf dem Parallel von 50° Süd. 
Man hatte die Strecke zwischen dem Acquator und diesem Punkte in 29 Tagen 
zurückgelegt und auf derselben 10° S-Br in 28,3° W-Lg am 20. Juni, 20° S-Br 
in 36,2° W-Lg am 24. Juni, 30° S-Br in 46° W-Lg am 1. Juli und 40° S-Br 
in 57° W-Lg am 10. Juli gekreuzt. 
Der Ostwind, bei dem „Britannia“ 50° S-Br überschritten hatte, lief 
später südlich, und unweit 54° S-Br wurde die Bark durch stürmischen SW-Wind 
mehrere Tage zurückgehalten. Am 20. Juli umsegelte man bei mäflsigem West- 
winde die Ostspitze von der Staaten-I. Südlich von derselben herrschten zunächst 
heftige SW- und Südwinde vor, bei denen nur wenig Längo gut gemacht werden 
konnte. Kapt. Gräfing liefs dann sein Schiff, um der Gegenströmung zu ent- 
gehen und etwa einsetzenden südlichen Wind voll ausnutzen zu können, nach 
58,5° S-Br in 65,2° W-Lg hinunterstehen. Nachdem hier an zwei Tagen ganz 
leichte veränderliche Briese geherrscht hatte, kam am 28. Juli bei einem Luft- 
drucke von 748,0 mm SE-Wind durch, der nach kurzer Zeit östlicher holte und 
in drei Tagen die Bark nach 79,5° W-Lg hinführte. Hier, wo der Luftdruck 
auf 734,4 mm gesunken war, wurde am 381. Juli der Ostwind für einen halben 
Tag durch leichten nordwestlichen Wind unterbrochen, auf den indessen wieder 
kräftiger SE- und Südwind folgte. Unter solch günstigen Verhältnissen konnte 
ein sehr befriedigender Fortschritt erzielt werden, und am 3. August überschritt 
„Britannia“ in 84,8° W-Lg wieder den Parallel von 50° Süd. Südlich von 
dieser Breite waren 18 Tage zugebracht worden. Die Länge des Kap Horn 
hatte man am 28, Juli in 58,6° S-Br gekreuzt. 
Recht ungünstig, besonders in Anbetracht der Jahreszeit, waren die 
Winde, welche auf dem Wege zum Passatgebiete angetroffen wurden. Sie 
wehten sehr oft aus nordwestlicher Richtung und drängten die Bark ziemlich 
weit wieder nach Osten. In das Gebiet des SE-Passats gelangte „Britannia“ 
am 17. August in der Nähe von 25,5° S-Br und 80° W-Lg. Der mäfsige Wind 
drehte dort bei einem Barometerstande von 767,0 mm von SW durch Süd 
nach SE. Nachdem der Passat schon eingesetzt war, blieb das Barometer noch 
beim Steigen, bis dasselbe unweit 22° S-Br mit 769,0 mm seinen höchsten Stand 
erreichte. Der anfangs kräftige SE-Passat trat zwischen 22,5° und 18° S-Br 
nur in. geringer Stärke auf, herrschte später aber in befriedigender Weise, 
Am 7. September überschritt „Britannia“ in 123° W-Lg den Aequator. Es 
waren dann 35 Tage verflossen, seit man nördlich von 50° S-Br gelangt war, 
und während dieser Zeit hatte die Bark 40° S-Br in 83,8° W-Le am 9. August,
	        
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