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Aachgehenden Boot die Passage zu ermöglichen. Als ich am 31. März Vor-
mittags in meiner Gig an Land fuhr, sollte ziemlich hohes Wasser sein, und
trotzdem gelang es mir nur mit genauer Noth, über die flachen Stellen hinüber
zu kommen, wobei die Gig fortwährend den Grund berührte. Die Dampf-
pinnasse konnte, ohne Gefahr festzukommen, bis zum Spit dampfen. Am besten
thut man immer, sich zur Kommunikation mit dem Lande eines der chinesischen
Boote zu bedienen, die so flach gehen, dafs sie fast stets über die Bänke
kommen und Raum genug für mehrere Personen und gröfsere Lasten haben.
Die Stromverhältnisse sind auf der Rhede von Hoi-how, wie in der
ganzen Hainan-Strafse, ziemlich unregelmäfsig. Meistens findet in 24 Stunden
nur ein Ebb- und ein Fluthstrom statt, zuweilen aber macht sich auch drei Tage
hintereinander gar kein Strom, mithin auch kein Steigen und Fallen des Wassers
bemerkbar.
Am 1. April, um 9’/2* a. m., verliefßs ich wieder die Rhede von Hot-how,
and da für ein Schiff, wie S. M.S. „Freya“, die westliche Ausfahrt der Hainan-
Strafse bedeutend gefahrloser sich gestaltet, als die östliche, aufserdem der
Umweg ein nur geringer ist, so wählte ich die erstere und Jiefs, das Schiff
angefähr in der Mitte der Strafse haltend, einen westlichen Kurs hinaus steuern.
Am Mittag befand sich S. M.S. „Freya“ nach Peilungen vor Kap Cami
and den sich gut markirenden Bergen (Hummocks) auf Hainan in 20° 8‘ N-Br
und 109° 58‘ O-Lg. Ungefähr 20 Minuten später wurde eine Stelle passirt,
auf welcher das Wasser eine bedeutend gelblichere Farbe, welche sich von der
Farbe des umgebenden Wassers scharf abgrenzte, angenommen hatte, Als
sofort gestoppt und gelothet wurde, fanden wir nur 11m Wassertiefe, Schlamm-
grund. Leider war es unmöglich, die Stelle durch Peilungen festzustellen, da
die Küste an beiden Seiten gerade durch Regen fast ganz aus Sicht gekommen
war und sich keine peilbaren Objekte hervorthaten, Nach dem Mittagsbesteck
aber und der von hier gelaufenen Distanz liegt der Punkt SzW 5 Sm von Kap
Cami entfernt. Da auch hier, wie an der NO-Küste, die Küstenlinien nicht
richtig in die Karte eingetragen sein sollen, so bieten die Peilungen auch
keinen genauen Anhalt, und glaube ich, dafs wir, trotz der am Mittag genommenen
Peilungen, uns doch etwas weiter nach Norden zu befanden und die fragliche
Stelle höchstens 4 Sm vom Kap Cami entfernt und ein Ausläufer der von hier
sich südlich erstreckenden Bank ist. Wahrscheinlich wird die Stelle identisch
sein mit der in der Br. Adm.-Karte No. 2062 (Tit. XI, No. 1) 7 Sm weiter
westlich verzeichneten 6 Faden- (11m-) Stelle. Wieder vorwärts gehend, nahm
die Wassertiefe schnell zu, und der Kurs führte das Schiff direkt über die in
den Karten verzeichnete ca 30 Sm westlich liegende 5 Faden- (9m-) Bank,
welche jedoch trotz sorgfältigen Lothens nicht aufgefunden werden konnte. Sie
soll, wie ich in Hoi-how hörte, etwas näher nach der Küste zu und letztere
mehr nach West verschoben liegen. Von 3'/2 p.m. an, in NW%/AW 23 Sm von
Laam-koo-hill, liefs ich SW*?/4W steuern, ein Kurs, der das Schiff in einer Ent-
fernung von ca 15 Sm an der NW-Küste von Hainan entlang führte und der bis zum
nächsten Morgen gegen 4* beibehalten wurde, von wo aus ich südlich, später
züdöstlich steuern liefs, um mich allmählich nach dem Passiren der Bänke der
Küste zu nähern und womöglich diese im Laufe des Vormittags in Sicht zu
bekommen. Bis 11* 15” a. m. war dieses noch nicht der Fall gewesen, und
glaubte ich schon, zu weit nach Süden gekommen zu sein, als sich um die
genannte Zeit plötzlich das Wasser entfärbte und die darauf vorgenommene
Lothung eine Tiefe von 10m ergab, woraus ich schlofs, dafs ich mich am Rande
der in der Karte vermerkten Sandbänke befand, die sich 10 Sm weit vom Lande
erstrecken sollen, — eine Vermuthung, die sich auch bestätigte, als es gleich-
zeitig für einen Moment weniger diesig wurde und der 8 Sm östlich von der
Spitze Snake auf der sich nach Süden erstreckenden Halbinsel befindliche
Doppelberg in 0%N gepeilt werden konnte, welche Peilung, kombinirt mit der
observirten Länge, den Ort der Lothung W'!'4S 13 Sm von der genannten
Halbinsel entfernt ergab.
Ich liefs sofort südlich steuern, um auf tieferes Wasser zu kommen, und
bekam gleich darauf eine Anfangs gleichmäfsig bleibende Tiefe von 17m, die
später allmählich bis zu 25m zunahm. Nachdem ich so bis 1* p.m. ungefähr
11 Sm südlich gelegen, das Land jedoch gleich nach der ersten Lothung wieder