accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 9 (1881)

411 
dieses, auf welchem die See jedoch nicht brandete, und welches mithin ebenso 
wenig, wie die weiter nördlich unter Land liegende Bank sichtbar war, in 
ca 1 Sm Abstand passirt, worauf von Strich zu Strich allmählich der Kurs auf 
Hainan Head geändert wurde, während das Schiff sich im Durchschnitt auf 
28 bis 32m Wasser befand und die Angaben des Lotsen fortwährend durch 
Kreuzpeilung festgelegter Objekte kontrollirt wurden, wozu die sich weit und 
gut kennzeichnenden Ubjekte, wie der Berg Mofou, Hainan Head und vor allen 
Dingen die weit sichtbare Pochin-Pagode einen vorzüglichen Anhalt boten. So 
weit durch Peilungen festgestellt werden konnte, sind die Angaben der „Magpie“ 
durchaus zuverlässig.'‘) Die sogenannten südlichen Bänke waren durch darauf 
stehende Brandung gut gekennzeichnet, ebenso die nördlich und südlich von 
der gut sichtbaren Sandbank liegenden Untiefen, welche erstere die innere Passage 
bei Hainan Head nach Osten zu begrenzt und immer trocken liegt, sowie die von 
der Spitze Hainan sich nördlich erstreckenden Felsen. Von den unter Land 
liegenden Untiefen, wie Magpie Rock etec., war jedoch nichts zu sehen. Ungefähr 
7 Sm SzW von der Spitze Mofow konnten wir das Wrack des im Oktober 1880 
hier gestrandeten amerikanischen Schiffes „James Bayly“ erkennen; dasselbe ist 
durch den einen noch stehenden Mast weithin sichtbar, für die Schiffahrt aber 
nicht gefährlich, da es hoch und trocken auf das Land geworfen ist, 
Es kam uns diesmal sehr zu statten, dafs wir die gefährlichste, nur 
1/2 Sm breite Stelle bei Hainan Head gerade etwas nach Hochwasser passirten, 
so dafs der Strom, der sonst die Passage so gefährden soll, von gar keinem 
Einflufs auf das Schiff war. So gut und bequem auch heute die Einfahrt war, 
so gefährlich mufs sie aber bei etwas unsichtigem Wetter, wenn die Landobjekte 
nicht zu sehen sind, oder wenn die See auf den Bänken nicht brandet, was 
manchmal bei ganz ruhigem Wetter der Fall sein soll, sich gestalten, da die 
Peilungen und die Brandung auf den Riffen die einzigsten Merkmale für die 
durch die Strömung so sehr beeinflufste Passage bieten. 
Nachdem Hainan Head in unmittelbarer Nähe der über Wasser befind- 
lichen, von der Spitze auslaufenden Felsen passirt war, führte ein mifsweisender 
W!AN-Kurs 5 Sm entlang im Süden frei von der Little-Bank, womit die letzte 
Gefahr, abgesehen von den unter der Küste liegenden, in der Karte als 
„reported foul“ bezeichneten Untiefen, passirt ist. Um letztere zu vermeiden, 
braucht man nur nach dem Passiren von Little-Bank einen westlichen Kurs 
weiter zu verfolgen, bis man Backsha Point, die östliche Grenze der Rhede 
von Hoz-how, ungefähr in SW peilt, von wo aus man dann allmählich südlicher 
auf die Rhede zusteuern kann. Hierbei muss man Vorsicht gebrauchen, um nicht 
mit den Fischerpfählen, die hier barrierenartig auf eine bedeutende Entfernung 
vom Lande (zuweilen 2 Sm weit) in die Strafse hineingebaut sind und welche 
man stets im Norden passiren mufs, zu kollidiren. Bei Tage und sichtigem 
Wetter hat dieses weniger zu sagen, weil sich in diesem Falle die in Rede 
stehenden Pfähle schon sehr deutlich auf gröfsere Entfernungen markiren. 
Der Ankerplatz von Hoi-how selbst ist im Grofsen und Ganzen 80, 
wie in den „Ann. d, Hydr. etc.“ 1876, pag. 507, angegeben ist, und war ich des 
flachen Wassers wegen gezwungen, als ich mit S, M.S. „Freya“, dem gröfsten 
und tiefgehendsten Schiffe, welches, wie man mir später sagte, bis jetzt die 
Hainan-Strafßse besucht hat, um 3* 45” p.m. die Rhede erreichte, in einer Ent- 
fernung von über 2 Sm vom Lande auf 7,5m Wasser, Schlamm und Sandgrund, 
in folgenden Peilungen zu ankern: Nord Fort in 0S0'/40 und Backsha Point 
in ONO. 
Das Landen in Hoi-how ist mit Schwierigkeiten verknüpft, erstens wegen 
der grofsen Distanz und zweitens der sehr flachen, sich bis zum Spit von 
Backsha Point heraus erstreckenden Bank wegen, welche man nur bei günstigem 
Wasserstande und mit ganz flach gehenden Booten passiren kann. Die in den 
Karten angegebene tiefere Fahrrinne nach der Stadt ist, trotzdem sie hier und 
da mit Reisig nothdürftig gekennzeichnet ist, doch schwer wegen ihrer Krüm- 
mungen zu verfolgen und hat auch gewöhnlich nur so viel Wasser, um einem 
1) Vgl. „Ann. d. Hydr. ete.“, 1880 pag. 658 und 659. Bei der „Segelanweisung für das 
südliche Fahrwasser“ a. a. O. pag. 659, Z. 7 v.o., mufs es aber heilsen 20° 22’ statt 20° 2‘ N-Br; 
jetztere Angabe war der Originalquelle „Hongkong Government Gazette“ No, 33, 1880, August 7, 
entlehnt. 
Ann, d. Hydr., 1881, Heft YIIT (August),
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.