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[rrthum vorliege, und erhielt als Antwort eine Alles bestätigende Kopie seines
Privat-Tagebuchs sowie die mündliche Versicherung, der Wind habe sich während
der ganzen Zeit auf SSE gehalten,
Trotzdem würde ich von einer Benutzung dieser Beobachtung bis auf
Weiteres abgesehen haben, läge nicht noch eine ganz ähnliche vor von Kapt.
J. Frahm von dem M. B. D. „Akttsushima Maru“ während des grofsen August-
Teifuns 1880. Ohne Zweifel kommen also Fälle vor, in denen ein Beobachter
auf der rechten Seite eines schnell voranschreitenden Teifuns vor, während
und nach der Passage des Centrums denselben (SSE) Wind hat, und der Rich-
tungswinkel von 6—20 Strich zunimmt.
Die (punktirte) Kurve der Windstärke 8 ist höchst unregelmäfsig, sie
schneidet die Bahn 60 Sm vor, 230 Sm hinter dem Centrum, so dafs der
Schwerpunkt des zugehörigen Gebietes etwa 80 Sm hinter dem Centrum liegt.
Die gröfste Ausdehnung in der Längsrichtung zeigt dieses Gebiet an der rechten
Seite der Bahn bei SSE-Winden. Die vier Ausnahmen (!) hinter dem Centrum
zleichen sich aus, eine fünfte in 125 Sm vor demselben wurde durch eine Ver-
schiebung der Kurve nach der Ausnahme hin berücksichtigt.
In analoger Weise sind auch die Winde in unmittelbarer Nähe des
Centrums an Stärke sehr verschieden. Diese Differenzen der Windstärke an
Bord desselben Schiffes sind genauer und leichter festzustellen als die absoluten
Werthe.
In Tokio wurde der stärkste Wind unmittelbar nach der Passage des
Centrums registrirt; Kapt. Christensen (6) bemerkt ausdrücklich: „Als der
Wind aus NW kam, wehte er mit gröfserer Heftigkeit als vor der Stille; ebenso
Kapt. Reynier (15): „Der entgegengesetzte Wind (NW) war viel stärker;
die Intensität war furchtbar, viel gröfser als vor der Passage des Centrums“;
desgleichen Kapt. Carrew (12). Bei (3) und (33), die auch im Centrum waren,
aber zu einer Zeit, wo es sich äufserst langsam fortbewegte, fehlen ähnliche
Bemerkungen,
Fig. 2 und 3 berechtigen also zu dem Satze: In einem und demselben
Teifun liegen die Windbahnen wie die Windstärken je nach der
geringeren oder gröfseren Geschwindigkeit des Centrums mehr oder
weniger symmetrisch. Das hier direkt aus den Beobachtungen während
eines Teifuns abgeleitete Resultat stimmt mit den früher auf Umwegen gewon-
nenen Ergebnissen überein (s. „Ann, d. Hydr. etc.“ 1880, pag. 555).
Fig. 3 erklärt auch, warum dieser Teifun mit solch erschreckender
Schnelligkeit hereinbrach. 50 bis 70 Sm vor dem Centrum in See wurde Wind-
stärke 4—6 beobachtet, so dafs die kurze Zeit von zwei Stunden genügte, die
Stärke von 4 auf 12 zu bringen. In Tokio (2) war, wie Fig. 4 zeigt, der Ueber-
zyang zur höchsten Windstärke noch unvermittelter. Das Anemometer zeigte
170 Sm vor dem Centrum O0, bei 80 Sm 2, 40 Sm 4, gleich hinter dem Centrum
(als Mittel einer vollen Stunde) 10; aber um 2 a. m. stieg die Stärke plötzlich
auf 12!) (an 100 Engl. Meilen die Stunde).
Wie Fig. 4 zeigt, betrug der Richtungswinkel für Tokio (2) kurz vor
der Ankunft des Centrums über 16 Strich, ebenso (Fig. 3) für (13) nach dem
Vorübergang desselben 20 Strich. Es kommen also innerhalb des eigent-
lichen Teifungebietes bei grofser Geschwindigkeit des Centrums
anticyklonale Winde vor; dafs sie bei einem stationären Teifun beobachtet
werden sollten, ist nach dem ÖObigen höchst unwahrscheinlich. Bei (2) könnte
man noch allenfalls. den Einflufs des Landes zur Erklärung heranziehen, bei
(13), auf offener See, ist aber auch dieser Ausweg abgeschnitten. ;
Merkwürdigerweise fallen alle Beobachtungen über Blitz (A Fig. 2) in
die Zeit vom 1. bis 3. Oktober Mittags, also in die Epoche der höchsten Aus-
bildung des Teifuns.
Die Regenzone (Fig. 5) liegt hauptsächlich vor dem Centrum, sie ist aber
an der vorderen Grenze nicht scharf markirt und hier und da auch unterbrochen,
Der Versuch, die Beobachtungen in ähnlicher Weise wie beim Winde (Fig. 2
and 3) zu trennen, mufste wegen der zu geringen Anzahl von Beobachtungen
der ersten Periode, hinter dem Centrum, aufgegeben werden.
) Nach Beobachtungen des Universitäts-Observatoriums in der „Japan Weekly Mail“.