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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 9 (1881)

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nahm die Entfernung vom Centrum zu, und peilte das letztere SW vom Schiff, 
am 29. mit mäfsigem NE-Winde S, am 30. SzE; an diesem Tage war (33) am 
weitesten vom Centrum entfernt, nämlich 165 Sn, aber durch die Nähe des 
Landes gezwungen, jetzt über St.B nach dem heranrückenden Centrum hinzu- 
liegen. Am 1. Oktober mit NE 10 war (33) vollständig in der Gewalt 
des A der das Schiff, furchtbar zugerichtet, erst am 3. Oktober wieder 
losliefs. 
Mehrere Gründe bewogen mich zur Annahme eines solchen Kurses für 
(33), wie ihn Fig. 1 vom 1. bis 3. Oktober 6 a.m. (in der Bahn) zeigt. (Das 
Log enthält keine Positionen mehr nach dem 1. Oktober.) Erstens erfuhr (14), 
ein etwas nördlicher stehendes Schiff, mit ähnlichen Winden wie (33) während 
des Teifuns eine Stromversetzung von 87 Sm NEzE; diese Werthe, auf die Po- 
sition von (33) am 1. Oktober angewandt, geben für letzteres Schiff den mit 
6a. m. bezeichneten Ort in der Bahn. Interpolirt man zweitens für 6 a. m. den Ort 
des Centrums nach den ziemlich sicheren Positionen am 2, und 3. Oktober Mittags, 
so erhält man wiederum die mit 6 a. m. bezeichnete Stelle, an welcher sich (33) 
befunden haben mufs, als der Wind plötzlich von NE nach NW umsprang. 
Endlich läfst sich die von (33) beobachtete konstante Windrichtung von 
NE bei voranschreitendem Centrum nur durch Annahme einer entsprechenden 
Versetzung des Schiffes erklären, die cs dem Centrum immer näher brachte. 
Die Windbeobachtungen der Schiffe „Gaelic“ (3), „Menzaleh“ (8), „Star 
Queen“ (14) und „Taihei Maru“ (24) zeigen, unabhängig von dem Vorher- 
gehenden, dafs sich am 1. und 2. Oktober südlich von demselben ein Sturm- 
sentrum befand, welches am 1. Oktober 2 a. m. bis 3. Oktober Mittags langsam 
vorrückte, nur wenige Seemeilen die Stunde, danach aber viel schneller, 30 Sm 
bis „Tokio“ (2). 
Ueber den Seegang berichtet (3):!) Am 30. September bei Tokarashima 
(50 Sm nördlich von Oshima) hohe See von E bei NE-Wind; „Scottish Fairy“ (13) 
hat am 1. Oktober im Kii-Kanal hohe Dünung von S; (14) im S von Shikoku 
am 30. September von Zeit zu Zeit schwere Dünung von S. Nehmen wir 
an, dafs die Dünung bei (3) einen halben, bei (14) dreiviertel, bei (13) einen 
ganzen Tag alt war, eine nach der Lage des Centrums und den respektiven 
Entfernungen der Schiffe von demselben nicht unwahrscheinliche Annahme, so 
war unser Teifun am 29. September noch nicht ganz entwickelt, wohl aber am 
30, September, Besonders werthvoll ist die Bemerkung von (14), dafs am 
30. September die Dünung von S sich nur von Zeit zu Zeit bemerkbar machte, 
der sie bedingende Südsturm vom 29. September also noch nicht lange in der- 
selben Richtung und Stärke geweht haben konnte. 
Die Geschwindigkeit war vom 1.—3. Oktober eine sehr langsame, 2 bis 
5 Sm. Bei anderen Teifunen wurde eine deutlich ausgesprochene, geringe Fort- 
bewegung des Centrums hauptsächlich beobachtet während der Entwickelungs- 
periode oder bei einer beträchtlichen Kursänderung, In letzterem Falle ist 
aber zu berücksichtigen, dafs die Abnahme der Geschwindigkeit vor und in 
den Wendepunkten stattfand, nicht etwa noch lange auf dem neuen Kurs an- 
hielt, Für die vorliegende Frage, ob der langsame Marsch unseres Teifuns 
vom 1.—3. Oktober durch ein solches Umbiegen veranlafst war, ist dieser 
Punkt von Wichtigkeit. Ein Blick auf die Positionen des Centrums am 1,, 
2. und 3. Oktober zeigt, dafs dieselben nahezu in eine gerade Linie fallen. Der 
langsame Gang an den genannten Tagen hatte also seinen Grund höchst wahr- 
scheinlich in der noch fortdauernden Entwickelung des Teifuns. 
Für die obige Auffassung, welche sämmtliche Beobachtungen befriedigt, 
spricht auch die Analogie mit dem grofsen August-Teifun 1880 (s. o.), der sich 
ebenfalls östlich von den Liw-kiu-Inseln in der Japanischen Strömung ausbildete. 
Eine ganz abweichende Ansicht wurde in der Manila-Zeitung „Comercio“ 
vertreten und durch andere Blätter weiter verbreitet. Ich führe sie deshalb 
hier kurz an mit Angabe der Daten, welche sie widerlegen, 
Am 27. September 1880 wehte ein Teifun in der Formosa-Strafse und 
erreichte auf einem W-Kurse die Chinesische Küste in 24° N-Br, zwischen 
Amoy und Swatau. Nach dem „Comercio“ soll dieser Teifun am 28, und 29. 
i) Zeitungsbericht im „Japan Daily Herald“. 
Ann. d. Hydr., 1881, Heft YIII (August).
	        
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