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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 9 (1881)

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„Aufser den Dredschungen in Lee der Windward-Inseln nahmen wir eine 
Reihe von Lothungen südlich von Grenada, um das Fahrwasser zwischen 
dieser Insel und Trinidad festzulegen. Die gröfste Tiefe in dem 30 Sm breiten 
Kanal war 770m (421 Fad.); die Bodentemperatur betrug 5,3°. Wir waren 
hier zu Ende Februar und fanden einen sehr starken und nach Westen setzenden 
Strom. Es ist durch mehrere Autoritäten und durch die Vermessungen der 
Engländer nachgewiesen, dals ein starker Strom sich nur wenige Seoemeilen 
von der Küste des Festlandes längs derselben bemerklich macht. Als wir 
in der ersten Woche des März von St. Vincent nach Barbadoes segelten, fanden 
wir einen ca 40 Sm in 24" nach Nord setzenden Strom; einen solchen hatten 
auch verschiedene englische Kauffahrtei-Schiffe und ein Kriegsschiff angetroffen. 
Bei dem abermaligen Durchkreuzen dieser Passage, Ende März und Mitte April, 
fand die „Blake“ denselben Strom vor. 
Auf dem die beiden Inseln St. Vincent und Lucia verbindenden unter- 
seeischen Bergrücken ist die gröfste Tiefe 893m (488 Fad.) und die Boden- 
iemperatur 5,3°. Die quer über diesen Bergrücken genommenen Lothungen *) 
ergaben folgende Tiefen: 
Fad. 488 370 198 171 129 164 
m 8933 677 362 313 213 300 
Die Tiefen nahmen nach dem Atlantischen Ocean hin allmählich und nach 
dem Caraibischen Meere hin sehr schnell zu. Die Lothungen zwischen den 
ainzelnen Inseln von St. Lucia bis zu den Virginischen Inseln ergaben folgende 
Tiefen und Bodentemperaturen: 
Zwischen 8. Lucia und Martinique . . 
Martinique und Dominica , . . 
Dominica und Guadaloupe. . 
Guadaloupe, Antigua und Nevis 
Anguilla, Sombrero und Anegada 
Anegada Anufsenkante 
und f des Rück 
Sombrero } 068 Hückens | 
St. Thomas und St, Croiz. 
m 
OE 
(051 
633 
706 
2012 
2462 
3005 
4678 
4517 
Tiefe 
| Fad, 
3 
7 
346 
386 
11001) 
“346 
„643 
2558 
24702\ 
‘oden 
;emp. 
N 
) 
a 
1) Diese Lothung war in 
einer nicht mehr als 2 Sm 
breiten Rinne (canyon) ge- 
nommen; zu beiden Seiten 
derselben waren nur 200 bis 
560m Tiefe. 
2) Innerhalb des Rückens. 
Südlich von St. Croix, auf der Innenseite der Virginischen Inseln, betrug 
die Temperatur in allen Tiefen unterhalb 1460m (800 Fad.) 3,9° bis 4,2°; nur in 
der tiefen Rinne nördlich von St, Croix war die Temperatur etwas niedriger. In 
einem Kanal von der Anegada- Passage bis zu einer Linie zwischen St. Thomas 
and dem Westrande von St. Croix hat das Wasser Tiefen bis 3660 m (1000 Fad). 
Südlich von der Mona-Passage war die Temperatur in Tiefen von 2820, 
2774 und 2758m (1542, 1517 und 1508 Fad.) 4,2°; dies scheint auf einen von 
St. Croix sich nordwärts erstreckenden Rücken hinzudeuten, welcher das zwischen 
St. Thomas und St, Croim angetroffene kalte Wasser (3,3° C.) absperrt. 
In den Passagen zwischen je zwei der Windward-Inseln wurden Reihen- 
temperaturen in Tiefen von 2, 10, 25, 50, 75, 100, 150 200 und 300 u. s. f. 
je 100 Faden (4, 18, 46, 91, 137, 183, 274, 366 und 549m ete.) genommen; zu- 
nächst östlich von dem unterseeischen Bergrücken, dann direkt auf diesem und 
endlich in dem Caraibischen Meere. Bei Barbadoes, St. Lucia und Martinique 
waren die Temperaturen in Tiefen von: 
Fad. 100 200 300 400 500 600 2700 800 
m 1833 366 549 732 914 21097 1280 1463 
°C 136 10,6 7,2 6,1 5,3 4,7 4,4 4,2 
1) Um den je zwei Inseln untersseisch verbindenden Bergrücken aufzufinden, wurden Lothungs- 
linien im rechten Winkel zu einer die betreffenden Inseln verbindenden Linie gelegt, so zwar, dafs 
lie Lothungen im tieferen Wasser begannen und dann allmählich bis zu der geringsten Tiefe, 
welche den Bergrücken anzeigte, genommen wurden, um von da wieder zunehmende Tiefen zu erreichen. 
Leider sind für diese und alle anderen oben im Text aufgeführten Lothungen keine Positionen in 
den Original-Abhandlungen Bartlett’s gegeben,
	        
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