394
ein gut erkennbarer schwarzer Felsen, dessen Spitze mit Buschwerk bedeckt
ist. Die Wassertiefen auf diesen Ankerplätzen betragen 14,5—26 m bis 1 und
11/2 Sm von der Küste entfernt.
3, Lage und Beschreibung der Buchten Pescadores, Santa
Maria, Curayaco und Cruz de Palo. Perü.') („Noticias hidrograficas“,
No. 1, Santiago, 1881.) Nach Mittheilung des Fregatten-Kapt. Don Luis
Uribe, Kommandant der chilenischen Korvette „O’Higgins“, existirt an der,
der Insel Pachacamac gegenüberliegenden Küste eine Landungsstelle, welche
Pescadores-Bucht genannt wird; auf den Karten ist dieselbe nicht angegeben.
Die Landungsstelle peilt von der Mitte der Insel Pachacamac N 85° O0. Die
Bucht, welche in ihrer Einfahrt eine Breite von 1500 m hat, schneidet nur
300m weit in die Küste ein. Letztere ist sandig und sehr steil abfallend.
Das Landen daselbst ist beschwerlich, doch haben während der Blockade
von Callao und Ancon daselbst zahlreiche Ausschiffungen stattgefunden. Der
1 Sm vom Ufer entfernte Ankerplatz hat eine Tiefe von 16 bis 18 m; der
Grund besteht aus Sand. Die in die Bucht hineinstehende See ist den Schiffen
sehr lästig. Die Südspitze der Bucht, welche O '!/sS von der Mitte der Insel
Pachacamac peilt, ist nicht ganz rein, denn es steht daselbst, bis 3 Kblg vom
Lande entfernt, Brandung.
Die Bucht Santa Maria liegt ungefähr 5 Sm nördlich vom Hafen Chilca
entfernt.
In der Bucht von Curayaco, welche ca in 12° 24’ 10” S-Br und 76°49' W-Lg
liegt, mithin nahezu 1 Sm nördlich der Bucht Santa Maria, hatte ein Theil der
nach Lima bestimmten Truppen gelandet. Die Bucht ist nur klein, gewährt
aber den Booten genügenden Schutz, und ihre Ufer sind im Allgemeinen stets
zugänglich.
Nach einer Mittheilung des Linienschiffs -Kapt. Don Juan J. Latorre,
Kommandant des Panzerschiffes „Cochrane“, liegt die Bucht Cruz de Palo un-
gefähr in der Mitte zwischen Chilca und Lurin,
Die Küstenstrecke, auf welcher diese Buchten liegen, ist in den vor-
handenen Seekarten nur ungenau wiedergegeben, und es ist deshalb eine genaue
Aufnahme derselben angeordnet werden,
4, Flaschenpost. (D.S.) 1. Durch Vermittelung des Lieutenants Gover-
nors von St. Vincent und des Deutschen Konsulats in Barbados (West-Indien)
ist der Seewarte ein Flaschenpostzettel zugegangen, welcher von der Deutschen
Schonerbrigg „Taube“, Kapitän A. Freesemann, auf der Reise von Hamburg
nach Montevideo am 6. Januar 1881 auf 0° 27‘ N-Br und 27° 42‘ W-Lg über
Bord geworfen und am 16, April 1881 auf 13° 10‘ N-Br und 60° 57‘ W-Lg
in der Nähe von Point Colenarie auf der Insel St, Vincent (13° 15‘ N-Br und
61° 8‘ W-Lg) aufgefunden wurde,
Unter den bekannten Voraussetzungen hat die Flasche in 100 Tagen
2123 Sm in der Richtung WNW zurückgelegt.
2. Durch Vermittelung des Deutschen Konsulats in Santa Cruz auf
Teneriffa (Canarische Inseln) ist der Seewarte ein Flaschenpostzettel zugegangen,
welcher von der Deutschen Bark „Patagonia“ Kapitän H. Hellwege, auf der
Reise von Hamburg nach Manila am 2. Januar 1881 auf 34° 4‘ N-Br und
24° 10‘ W-Lg über Bord geworfen und am 10. Mai 1881 bei Punta del Hidalgo,
an der Nordseite der Insel Teneriffa, auf 28° 35‘ N-Br und 16° 19‘ W-Lg,
durch den Fischer Benito Suarez aufgefunden wurde.
Unter den bekannten Voraussetzungen hat die Flasche in 128 Tagen
520 Sm in der Richtung SE’LE zurückgelegt.
1) Vgl. „South America Pilot“, Part II, London, 1878, pag. 337 u. s. w., sowie „The
Coasts of Chile, Bolivia and Perü“, Washington, 1876, pag. 344.
Gedruckt und in Kommission bei E. S. Mittler & Sohn,
Königliche Hofbuchhandlung.
Kochstrafse 69/70.