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dieser sind an der NW-Seite von Port Hunter auf einem Bergabhange, Mission-
house-Pt. genannt, das Haupt-Missions-Gebäude, wo die Wohnung des Rer.
G. Brown erbaut,
Die östliche Küste dieser Insel fällt in ca 30m hohen Abhäungen steil
zum Meere hinab. Von diesen ist Weira- Pt, die höchste und östlichste Landspitze.
2, Ostküste der Gazelle-Halbinsel und von Neu-Britannien, von
Gazelle-Pt. bis Return-Pt. CGazelle-Pt, ist die östlichste Landspitze von Neu-
Britannien,!) Die Küstenstrecke von Ruluanna-Pt. (Schulze-Huk) his Gazelle- Pt, ist
unter dem Namen Kininigunun-Distrikt bekannt; in diesem nahe am Strande ist
das Haus von Mr. Powell erbaut. Von CGazelle-Pt. erstreckt sich die Küste
allmählich etwas südwestlich und wird in diesem Theile von den Eingeborenen
Birara genannt;?) sie ist dicht bewaldet und gut bewässert; nach innen zu steigt
das Land zu einer bedeutenden Höhe auf. Die nächste grofse Landspitze ist
Kap Palliser in ea 4° 36‘ S-Br und 152° 20‘ O-Lg.®*) Von hier biegt die Küste
mehr nach Westen zu und umfafßst mehrere Landspitzen und Kaps; das erste
derselben ist Kap Buller, das nördlichste Vorgebirge der Spacious-Bucht (oder
Wide-Bay nach B. A. K. No. 764. — "Fit, XII. No. 119). Die nächste Landspitze
von einiger Bedeutung ist Archway-Pt., die von einem eigenthümlich gestalteten
natürlichen Bogenzug von Felsen gebildet wird, der sich einige Meter weit in
die See erstreckt; dann folgt eine lange hügelige Spitze, die rw Süd ca 3 Sın
weit sich in das Meer hinauszieht und welche Powell wegen ihrer Gestalt
Tongqgue-Pt. nannte.
Längs der Küstenstrecke von Kap Palliser bis Tongue-Pt. wurden stets
Eingeborene am Land bemerkt, aber es war bei den Landungsversuchen wegen
des äufserst feindseligen Verhaltens derselben unmöglich, mit ihnen in irgend
welche Verbindung zu treten,*) Westlich von Tongue-Pt. befindet sich eine sehr
schöne Bucht, welche Powell Henry Reid- Bucht nannte, nach dem Namen des
Missions-Dampfers, auf welchem er eine seiner Rekognoscirungsfahrten gemacht
hatte; sie bildet einen guten Hafen; die Entfernung von Tongue-Pt. bis zum West-
oude des Hafens beträgt ca 4!/a Sm, und die von Nord nach Süd ist fast
ebenso grofs, Die Bucht ist von einem schön bewaldeten Strande umgeben;
an ihrer Nordwest-Seite wurden zwei gröfsere Flüsse bemerkt, von denen der
nördliche und kleinere Zleasant-Flufs heist, Die Mündung des südlichen (Powell-)
Flusses ist nur ca 1 Sm von der des nördlichen entfernt und ist breit und
tief, An der Mündung waren 4,6 bis 5,5m Wasser, und diese Tiefe blieb
bis ungefähr 1a Sm stromaufwärts; noch bis 3 Sm weit (nach Westen mit
einer kleinen Biegung nach Norden) war genügende Wassertiefe für die Dampf-
barkasse. In dieser Entfernung stromaufwärts landeten wir am nördlichen Ufer
und gingen ungefähr 180m weit in das Gebüsch, wo wir ein verlassenes Fischer-
dorf antrafen; dasselbe bestand aus ungefähr 12 bis 13 Hütten, vor denselben lag
eine Anzahl leerer Schalen von Flufsmuscheln,
Die Hütten schienen erst kürzlich erbaut und noch nicht lange verlassen
zu sein. Die Flufsufer waren mit Farnkräutern, vermischt mit Sago oder Betel-
nufs-Palmen umsäumt. Wir fanden hier auch eine sehr schöne Schlingpflanze,
welche von den Bäumen herabhing, mit prachtvollen rothen wachsartigen Blüthen
und eine Art Eukalyptus. Einige der schönsten‘ Arten von Dracaenen trugen
mit ihrer Farbenpracht zu dem schönen Anblick der ganzen Gogend bei. Das
Wasser des Flusses war !/4 Sm oberhalb der Mündung ganz frisch; Eingeborene
selbst waren nicht zu sehen.
Auf der Fahrt von der Mündung des Powell-Flusses nach Turner- Pt.,
der südlichen Landspitze der Henry Reid-Bucht, wurde eine kleine Insel
(Brown-1.) bemerkt, welche ganz dicht an der Südküste der Bucht liegt, und 1'/2 Sm
nördlich von ihr ein kleines Riff, auf welchem einc bedeutende Brandung stand.
2 S. „Ann. d, Hydr. etc,“ 1876, pag. 401.
%) Birara wird noch ein Theil von Neu-Britannien genannt, welcher 200 Sm südwestlich
von diesem Distrikte liegt, Dies führte Mr. Powell zu der Vermuthung, dafs in früheren Zeiten die
Eingeborenen an den westlichen und östlichen Enden der Insel mit einander in Verbindung standen,
obgleich sie gegenwärtig in Sprache, Aussehen und Gewohnheiten sehr verschieden sind.
8) Vgl. „Ann, d. Hydr. ete.“ 1876, pag. 399 und 401.
4) Vgl. dagegen die Bemerkungen von Freiherrn von Schleinitz über die Eingeborenen
an den Küsten der Blanche-Bucht in diesen Annalen 1876, pag. 10 u. 11.