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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 9 (1881)

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dieser sind an der NW-Seite von Port Hunter auf einem Bergabhange, Mission- 
house-Pt. genannt, das Haupt-Missions-Gebäude, wo die Wohnung des Rer. 
G. Brown erbaut, 
Die östliche Küste dieser Insel fällt in ca 30m hohen Abhäungen steil 
zum Meere hinab. Von diesen ist Weira- Pt, die höchste und östlichste Landspitze. 
2, Ostküste der Gazelle-Halbinsel und von Neu-Britannien, von 
Gazelle-Pt. bis Return-Pt. CGazelle-Pt, ist die östlichste Landspitze von Neu- 
Britannien,!) Die Küstenstrecke von Ruluanna-Pt. (Schulze-Huk) his Gazelle- Pt, ist 
unter dem Namen Kininigunun-Distrikt bekannt; in diesem nahe am Strande ist 
das Haus von Mr. Powell erbaut. Von CGazelle-Pt. erstreckt sich die Küste 
allmählich etwas südwestlich und wird in diesem Theile von den Eingeborenen 
Birara genannt;?) sie ist dicht bewaldet und gut bewässert; nach innen zu steigt 
das Land zu einer bedeutenden Höhe auf. Die nächste grofse Landspitze ist 
Kap Palliser in ea 4° 36‘ S-Br und 152° 20‘ O-Lg.®*) Von hier biegt die Küste 
mehr nach Westen zu und umfafßst mehrere Landspitzen und Kaps; das erste 
derselben ist Kap Buller, das nördlichste Vorgebirge der Spacious-Bucht (oder 
Wide-Bay nach B. A. K. No. 764. — "Fit, XII. No. 119). Die nächste Landspitze 
von einiger Bedeutung ist Archway-Pt., die von einem eigenthümlich gestalteten 
natürlichen Bogenzug von Felsen gebildet wird, der sich einige Meter weit in 
die See erstreckt; dann folgt eine lange hügelige Spitze, die rw Süd ca 3 Sın 
weit sich in das Meer hinauszieht und welche Powell wegen ihrer Gestalt 
Tongqgue-Pt. nannte. 
Längs der Küstenstrecke von Kap Palliser bis Tongue-Pt. wurden stets 
Eingeborene am Land bemerkt, aber es war bei den Landungsversuchen wegen 
des äufserst feindseligen Verhaltens derselben unmöglich, mit ihnen in irgend 
welche Verbindung zu treten,*) Westlich von Tongue-Pt. befindet sich eine sehr 
schöne Bucht, welche Powell Henry Reid- Bucht nannte, nach dem Namen des 
Missions-Dampfers, auf welchem er eine seiner Rekognoscirungsfahrten gemacht 
hatte; sie bildet einen guten Hafen; die Entfernung von Tongue-Pt. bis zum West- 
oude des Hafens beträgt ca 4!/a Sm, und die von Nord nach Süd ist fast 
ebenso grofs, Die Bucht ist von einem schön bewaldeten Strande umgeben; 
an ihrer Nordwest-Seite wurden zwei gröfsere Flüsse bemerkt, von denen der 
nördliche und kleinere Zleasant-Flufs heist, Die Mündung des südlichen (Powell-) 
Flusses ist nur ca 1 Sm von der des nördlichen entfernt und ist breit und 
tief, An der Mündung waren 4,6 bis 5,5m Wasser, und diese Tiefe blieb 
bis ungefähr 1a Sm stromaufwärts; noch bis 3 Sm weit (nach Westen mit 
einer kleinen Biegung nach Norden) war genügende Wassertiefe für die Dampf- 
barkasse. In dieser Entfernung stromaufwärts landeten wir am nördlichen Ufer 
und gingen ungefähr 180m weit in das Gebüsch, wo wir ein verlassenes Fischer- 
dorf antrafen; dasselbe bestand aus ungefähr 12 bis 13 Hütten, vor denselben lag 
eine Anzahl leerer Schalen von Flufsmuscheln, 
Die Hütten schienen erst kürzlich erbaut und noch nicht lange verlassen 
zu sein. Die Flufsufer waren mit Farnkräutern, vermischt mit Sago oder Betel- 
nufs-Palmen umsäumt. Wir fanden hier auch eine sehr schöne Schlingpflanze, 
welche von den Bäumen herabhing, mit prachtvollen rothen wachsartigen Blüthen 
und eine Art Eukalyptus. Einige der schönsten‘ Arten von Dracaenen trugen 
mit ihrer Farbenpracht zu dem schönen Anblick der ganzen Gogend bei. Das 
Wasser des Flusses war !/4 Sm oberhalb der Mündung ganz frisch; Eingeborene 
selbst waren nicht zu sehen. 
Auf der Fahrt von der Mündung des Powell-Flusses nach Turner- Pt., 
der südlichen Landspitze der Henry Reid-Bucht, wurde eine kleine Insel 
(Brown-1.) bemerkt, welche ganz dicht an der Südküste der Bucht liegt, und 1'/2 Sm 
nördlich von ihr ein kleines Riff, auf welchem einc bedeutende Brandung stand. 
2 S. „Ann. d, Hydr. etc,“ 1876, pag. 401. 
%) Birara wird noch ein Theil von Neu-Britannien genannt, welcher 200 Sm südwestlich 
von diesem Distrikte liegt, Dies führte Mr. Powell zu der Vermuthung, dafs in früheren Zeiten die 
Eingeborenen an den westlichen und östlichen Enden der Insel mit einander in Verbindung standen, 
obgleich sie gegenwärtig in Sprache, Aussehen und Gewohnheiten sehr verschieden sind. 
8) Vgl. „Ann, d. Hydr. ete.“ 1876, pag. 399 und 401. 
4) Vgl. dagegen die Bemerkungen von Freiherrn von Schleinitz über die Eingeborenen 
an den Küsten der Blanche-Bucht in diesen Annalen 1876, pag. 10 u. 11.
	        
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