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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 9 (1881)

2, Reise der Bremer Bark „von Berg“, Kapt. W. Schneider, 
Am 21. Mai 1880, 11 Tage nach dem Reiseantritt passirte der von Mar- 
seille nach New-York bestimmte „von Berg“ die Strafse von Giraltar,. Leichte, 
aber vorherrschend aus östlicher Richtung kommende Winde führten die Bark 
von hier auf direkter Route ziemlich rach voran, und schon am 7. Juni befand 
sich „von Berg“ auf der Neufundland-Bank. Auch westlich von derselben 
wurden meist günstige Winde angetroffen, so dafs schon am 19. Juni in der 
Bai von New-York geankert werden konnte. Die Dauer der in ruhiger Weise 
verlaufenen Reise von Gibraltar ab war 28 Tage. In dieser Zeit hatte man 
30° W-Lg in 42,3° N-Br am 1. Juni, 50° W-Lg in 43,4° N-Br am 7, Juni, 
60° W-Lg in 41,7° N-Br am 10. Juni und 70° W-Lg in 40,4° N-Br am 16. Juni 
geschnitten, Am 7. Juni hatte sich „von Berg“ unweit 43,5° N-Br und 51° W-Lg 
in geringer Entfernung von mehreren Eisbergen befunden. , 
Kapitän Schneider bemerkt zu dieser Reise über den Ocean, dafs ein 
Mitsegler, welcher am 27, Mai in 37,8° N-Br und 17° W-Lg in geringer Ent- 
fernung von ihm stand, der aber von dort aus die Passatroute aufsuchte, erst 
am 10. Juli, also 21 Tage später als „von Berg“, den Hafen von New- York 
erreichte. 
Am 13, Juli befand sich der jetzt nach Hamburg bestimmte „von Berg“ 
wieder auf offener See. Bei leichten, vorherrschend aus günstiger Richtung 
wehenden Winden wurde auch diese Reise in ruhiger Weise ausgeführt, und 
nachdem man 70° W-Lg in 39,2° N-Br am 15. Juli, 560° W-Lg in 40,7° N-Br 
am 23. Juli und 30° W-Lg in 45,5° N-Br am 2, August gekreuzt hatte, gelang 
es am 8, August, die Mündung des Kanals zu erreichen. Die Reisedauer betrug 
26 Tage. 
4. Reise der Altonaer Bark „Valparaiso“, Kapt. F. Meyer. 
Am 29. Juni 1879, 16 Tage später als die E/be verlassen worden war, 
befand sich die nach Penang bestimmte Bark ‚, Valparaiso‘“ in der Nähe von 
Lizard. Die bis dahin angetroffenen ungünstigen Verhältnisse hielten auch hier 
zunächst noch an; am 31. Juli lief der Wind aber nordwestlich, und von der 
Zeit an nahm die Reise einen raschen, günstigen Verlauf. Nicht weit von 
38° N-Br in 16,5° W-Lg entfernt, veränderte der frische Wind seine Richtung 
von NW durch Nord nach NE, und war damit allem Anscheine nach das Gebiet 
des Passats erreicht. Man durchsegelte dasselbe bei mäfsig starker beständiger 
Briese und erreichte am 17. August in 13,2° N-Br und 26,5° W-Lg dessen süd- 
liche Grenze. Das Ueberschreiten der letzteren und Erreichen des unmittelbar 
daran grenzenden Gebietes des SW-Monsuns war von auffallenden Umständen, 
welche die Möglichkeit der hier stattfindenden Bildung eines Orkanes nicht aus- 
schliefsen, begleitet. Bei stark regnerischem Wetter drehte der in Böen von 
der Stärke 9 bis 10 auftretende Wind im Verlaufe von 8 Stunden ‚von Nord 
nach SW, und als besonders hervorzuhebenden Umstand beobachtete man gleich- 
zeitig ein Fallen und Steigen des Luftdruckes um 5,5 mm. Derselbe sank bis 
auf den für diese Breiten ganz ungewöhnlich niedrigen Stand von. 758,8 mm. 
Am polaren Rande westlicher Monsune der Tropen scheinen besonders leicht 
dann Örkane entstehen zu können, wenn das Gebiet dieser Winde und der an 
ihrer polaren Grenze liegende Gürtel niedrigsten Luftdruckes sich am weitesten 
vom Aequator entfernt hat. Es herrschen dort oft Passat und Monsun frisch 
wehend neben einander, und es scheinen in solchem Falle alle Ursachen für die 
Entstehung von Wirbelwinden gegeben zu sein, Wo periodische Westwinde 
innerhalb der Tropen fehlen, da kommen auch wahrscheinlich keine tropischen 
Orkane vor, Nachdem bei ‚, Valparaiso‘“ die Windrichtung SW geworden war, 
herrschte aus derselben noch für einen Tag stürmischer Wind, — später wurde 
derselbe flauer, und zwischen 11° und 9,5° N-Br fand ‚,Valparaiso“ an 3 Tagen 
jeichte westliche Mallung. Endlich kam aber regelmäfsiger, von starkem Öst- 
strom begleiteter Monsum durch, und wurde weiter beim Winde über B. B.-Bug 
gesegelt. Als man nach 16,3° W-Lg in 4,7° N-Br gekommen war, wurde dort 
am 27. August gewendet und bei nur langsam aufraumendem Winde nach Westen 
und Süden gesegelt. Am 31, August überschritt ‚, Valparaiso“ in 22,5° W-Lg 
den Aeqauator. Die Bark hatte die Strecke zwischen Kanal und diesem Punkte
	        
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