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durch Nord nach West drehte. In letzterer Richtung hielt der Wind sich dann
aber nur für ganz kurze Zeit. Derselbe ging in Windstille über, aus welcher
sich abermals ein zwei Tage andauernder Ostwind entwickelte, Am 4. Juli
gelangte „Hedwig“ bei mäfsigem NW-Winde zum Meridian des Kap Horn. Die
Reisedauer betrug damals 39 Tage, und während dieser Zeit war 30° S-Br in
79,5° W-Lg am 7. Juni, 40° S-Br in 84,1° W-Lg am 15. Juni und 50° S-Br
in 83° W-Lg am 21. Juni geschnitten worden.
Im Atlantischen Ocean wehten zunächst ziemlich kräftige nordwestliche
Winde. Nördlich von 50° S-Br war die Richtung der dort angetroffenen
mäfsigen Winde eine ziemlich veränderliche; nicht selten wechselten hier nord-
westliche Winde mit südwestlichen, auch waren Ostwinde nicht selten. Die
beständig aus hoch nördlicher Richtung wehenden, südlich vom Passatgebicte
so gewöhnlich auftretenden Winde traf „Hedwig“ zwar anch an, doch waren
sio nicht von langer Dauer, wehten nur aus nordnordwestlicher Richtung und
gingen nicht durch NE allmählich in den Passat über, sondern veränderten sich,
westlich laufend, durch Süd nach SE zum Passat, ohne dafs vorher Windstille
oder Mallung eintrat. In der Nähe von 23,3° S-Br in 29° W-Lg, wo der
Luftdruck 767,4mm betrug, schien die polare Passatgrenze zu liegen, Frischer
Passat führte „Hedwig“ dann in kurzer Zeit zum Aequator, und am 4. August
ging die Bark in 28,9° W-Lg zur nördlichen Halbkugel über. Es war die
Strecke zwischen Kap Horn und Linie in 31 Tagen zurückgelegt worden. Auf
derselben hatte man 50° S-Br in 48° W-Lg am 9. Juli, 40° S-Br in 39,3° W-Lg
am 16. Juli, 30° S-Br in 32,4° W-Lg am 23. Juli, 20° S-Br in 28,9° W-Lg
am 28, Juli und 10° S-Br in 28,6° W-Lg am 1. August gekreuzt.
Nördlich vom Aequator wurde bis nach 8° N-Br in 27,4° W-Lg frisch
wehender beständiger SE-Passat angetroffen, Derszelbe wurde allmählich flauer,
als diese Breite überschritten worden war, hielt jedoch bis nach 9,5° N-Br an.
Erst in dieser Breite drehte der zum leisen Zuge herabgesunkene Wind durch
Süd nach West, Westlicher Monsun wurde gar nicht angetroffen, sondern es
wurden an dessen Stelle leichte veränderliche westliche und nordöstliche Winde,
seltener Windstille, beobachtet. Unweit 14,6° N-Br in 28,7° W-Lg, wo der
niedrigste bis dahin nördlich vom Aequator beobachtete Luftdruck herrschte,
setzte schlielslich frischer NE-Passat ein. Als mit demselben 24° N-Br erreicht
worden war, wurde derselbe schwächer, doch erstreckte er sich, als flaue Briese
wehend, ganz bis nach 35° N-Br in 37,8° W-Lg. In geringer Entfernung von
diesem Punkte, wo der Luftdruck auf 769,5mm gestiegen war, drehte der ganz
leichte Wind durch Süd nach West. Bei mäfsigen Westwinden, die indessen
noch wiederholt von östlichen Winden unterbrochen wurden, legte „Hedwig“
schliefslich den letzten Theil des Weges zurück. Am 12, Septembor befand die
Bark sich in der Nähe von Lizard. Es waren dann 108 Tage seit dem Antritt
der Reise verflossen, und von dieser Zeit au hatte man 39 Tage in nördlicher
Breite verbracht; 10° N-Br war in 27° W-Lg am 9. August, 20° N-Br in
33° W-Lg am 16. August, 30° N-Br in 36° W-Lg am 21, August und 40° N-Br
in 33,2° W-Lgy am 2%. August überschritten worden.
12. Reise des eisernen Bremer Vollschiffes „Julius“, Kapt. H. B. Meentzen.
Am 19. September 1880, dem vierten Tage nach dem Antritt einer Reise
von Liverpool nach Galveston, befand sich das mit Salz beladene Vollschiff
„Julius“ in der Nähe von 50° N-Br. Bei mäfsigen, sehr veränderlichen west-
lichen und südöstlichen Winden gelangte man von hier aus bis zum 7. Oktober
nach 29° N-Br in 19,3° W-Lg. Hier drehte bei einem Lufidrucke von 760,3mm,
der am nächsten Tage auf 763,1mm stieg, der Wind von NW durch Nord nach
NE und wurde zum Passat. Man traf im Gebiete desselben später aufser-
gewöhnlich schwachen Wind, und war deshalb in der Folge der Verlauf der
Reise ein sehr langsamer, Störungen des Passats wurden nicht beobachtet.
Am 30. Oktober passirte „Julius“ den zwischen Guadeloupe und Antigua liegen-
den Kanal, und am 4. November befand das Schiff sich in Sicht der kleinen,
an der Südspitze Domingo’s liegenden Insel Alta Vela, Man fand den Passat
im Caraibischen Meer etwas kräftiger, als man denselben im offenen Ocean
beobachtet hatte, und nachdem bei demselben die Windward-Passage durch-
segelt worden war, führte er das Schiff bis zum 11. November zur Westspitze