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licher Wind durchgekommen war, mit 720,8 mm seinen niedrigsten Stand. Ganz
langsam begann später das Barometer zu steigen und erst nach zwei Tagen
betrug dessen Stand mehr als 735,0mm.
Nach dem 27. Januar blieben westliche Winde die vorherrschenden, wenn
sie auch noch wiederholt von Ostwinden unterbrochen wurden. Am 2. Februar
gelangte „Hedwig“ bei Kkräftigem Südwind in die Nähe von Lizard. Es war
die Reise bis zur Kanal-Mündung in 45 Tagen vollendet worden. Während
derselben hatte man 70° W-Lg in 38° N-Br am 23. Dezember, 50° W-Lg in
41,0° N-Br am 1. Januar und 30° W-Lg in 45,6° N-Br am 18. Januar gekreuzt.
i0. Reise der Bremer Bark „von Berg‘, Kapt. W. Schneider.
Am 28. Oktober 1880, 20 Tage später als eine Reise von Hamburg
nach New- York angetreten worden war, befand sich die Bark „von Berg“ in
der Nähe der Nordspitze Schottlands, Der hier damals wehende stürmische
Ostwind endete schon am nächsten Tage, und nachdem dann für längere Zeit
Gegenwinde von mäfsiger Stärke angetroffen worden waren, wurde nach dem
19. November und westlich von 37° W-Lg in 51° N-Br das Wetter sehr
stürmisch. Unter den häufigen Stürmen, die dort überstanden wurden, war
einer der heftigsten derjenige, welcher am 24, November in 53° N-Br und
36° W-Lg auftrat. Derselbe begann aus SW, endete aus NW und war von
dem auffallend niedrigen Luftdrucke von 718,8mm begleitet. Am 3. Dezember
erlebte die nach 50° N-Br und 35° W-Lg zurückgedrängte Bark wieder einen
sehr heftigen, wenn auch nur kurzen SW-Sturm, bei dem das Barometer abor-
mals auf 718,2mm sank. Die Reise nahm in diesem Theile des Oceans einen
solch aufserordentlich langsamen Verlauf, dafs, um von 35,3° W-Lg in 52,8° N-Br
nach 36° W-Lg in 50,7° N-Br zu kommen, nicht weniger als 19 Tage erforderlich
waren. Andere Stürme waren im ferneren Verlaufe der Reise noch zu über-
stehen, unter welchen der am 25. und 26. Dezember wehende Oststurm der
bemerkenswertheste war, indessen verdienen dieselben keiner besonderen Er-
wähnung. Die zuletzt auf See verbrachte Zeit wurde durch verhältnilsmäfsig
sehr kaltes Wetter noch zu einer besonders unangenehmen gemacht. Westlich
von 73° W-Lg, wo bei nordwestlichen Winden noch 6 Tage zugebracht wurden,
war die Lufttemperatur unter dem Gefrierpunkt. Einmal wurde dort sogar ein
Stand von — 13°C. abgelesen. Als man am 3. Januar 1881 die Bai von New-
York erreichte, gerieth das Schiff dort in dichte Eismassen und konnte nur mit
Mühe einen sichern Liegeplatz erreichen. Es waren zur Zurücklegung der
Reise 67 Tage erforderlich gewesen. Während derselben hatte man 30° W-Lg
in 55,5° N-Br am 13. November, 50° W-Lg in 46° N-Br am 14. Dezember,
60° W-Lg in 42,2° N-Br am 22. Dezember und 70° W-Lg in 40,4° N-Br am
25. Dezember überschritten,
Am 14. Februar trat „von Berg“ von New-York aus die Heimreise nach
Bremen an. Man traf auf derselben vorherrschend westliche Winde, obgleich
auch Ostwinde häufig waren. Bemerkenswerthe Stürme waren nicht zu über-
stehen. Auffallend war der am 1. März in der Nähe von 42,5° N-Br und
37° W-Lg beobachtete niedrige Luftdruck. Bei aufserordentlich unbeständigem
Winde, welcher wiederholt bis zur Windstille abnahm und dann wieder heftig
aus NE und SW wehte, sank das Barometer bis auf 729,2mm. Am nächsten
Tage, nachdem dieser Stand erreicht worden war, folgte bei einem um 7mm
höheren Luftdrucke ein mäfsiger Oststurm.
Am 15, März erreichte „von Berg“ die Mündung des Kanals, Die Reise-
dauer betrug 29 Tage. Während dieser Zeit hatte man 70° W-Lg in 39,7° N-Br
am 16. Februar, 50° W-Lg in 41,4° N-Br am 23. Februar und 30° W-Lg in
44,3° N-Br am 7. März geschnitten.
il. Reise der Bremer Bark „Hedwig‘, Kapt. Th. Warnken,
Am 6. Juli 1879, als die auf einer Reise von Bremen nach Iquique be-
yriffene Bark „Hedwig“ sich unweit 46° N-Br und 14,5° W-Lg befand, begann
man an Bord dieses Schiffes die Führung des meteorologischen Journals. Der
hier wehende mäfsige Westwind lief während der nächsten Tage nördlich und
schliefslich in der Nähe von 40° N-Br und 16° W-Lg bei einem auf 770,3 mm
yestiegenen Luftdrucke durch Nord nach NNE. Damit war anscheinend ohne