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aufgehalten, auf welche schliefslich, nachdem das Barometer bis auf 767,2mm
gestiegen war, der SE-Passat folgte. ,
In rascher Fahrt wurde nun der letzte Theil der Reise zurückgelegt;
am 19. September erreichte man den Eingang der Sunda-Strafse, und am
23. September wurde auf der Rhede von Batavia geankert. Die Reiso bis zur
Strafse war in 32 Tagen vollendet worden. Oestlich von 80° O-Lg hatte man
30° S-Br in 101,5° O-Lg am 9. September, 20° S-Br in 103,8° O-Lg am
15. September und 10° S-Br in 105,5° O-Lg am 18. September überschritten.
Am 28. Oktober trat der „Hugo“ von Cheribon aus die Heimreise nach
einem englischen Orderplatze an. Im Verlaufe derselben ankerte das Schiff
am 31. Oktober auf der Rhede von Batavia, setzte aber schon am nächsten
Tage die Reise weiter fort. In der Sunda-Stralse beobachtete man neben
häufigen Stillen wiederholt heftige, aus NW kommende Böen. Am 6. November
befand man sich am südlichen Eingange der Sunda-Strafse und, nachdem dann
noch zwei Tage bei veränderlicher südwestlicher und nordwestlicher Briese
gesegelt worden war, folgte unweit 6,8° S-Br und 104,6° O-Lg auf kurze Stille
der frische SE-Passat, bei welchem ein südwestlicher Kurs eingeschlagen wurde.
Für längere Zeit konnte dann eine sehr befriedigende Fahrt erzielt werden,
Erst nachdem 22° S-Br in 69,5° O-Lg überschritten worden war, wurde die
Windstärke geringer, und unweit 25,4° S-Br in 63,7° O-Lg erreichte man bei
einem Luftdrucke von 768,6mm die polare Passatgrenze. Südlich von derselben
lief der Wind nicht, wie es hier so gewöhnlich ist, durch Nord und West nach
Süd und SE zurück, sondern es herrschte an mehreren Tagen ganz leichte
Briese und Stille. Später, nachdem wieder südöstlicher Wind durchgekommen
war, erfolgte dann eine jener nach links verlaufenden Drehungen, und endlich
wehte wioder für längere Zeit östlicher Wind. Noch zwei weitere ähnliche
Rundläufe wurden in der folgenden Zeit beobachtet, und trat bei einem der-
selben, welcher von Gewitter begleitet war, eine Böe auf, die orkanartige Stärke
besafs. Westliche Winde fand „Hugo“ erst, nachdem 22° O-Lg überschritten
worden war, doch besafsen dieselben nur geringe Stärke. Am 24. Dezember
wurde bei heftigem NW-Winde die Länge der Kapstadt überschritten, und am
27. Dezember führte kräftiger SE-Wind das Schiff in 12,5° O-Lg über den
Parallel von 30° Süd. Man hatte südlich von demselben 19 Tage zugebracht
und auf der Fahrt über den Indischen Ocean 10° S-Br in 99,5° O-Lg am
10. November, 20° S-Br in 74° O-Lg am 18. November und 30° S-Br in
40,5° O-Lg am 8. Dezember, wie 90° O-Lg in 14,3° S-Br am 13. November,
60° O-Lg in 26,3° S-Br am 25. November und 30° O-Lg in 32,8° S-Br am
12. Dezember geschnitten.
Aus dem unweit 31,2° S-Br in 15,5° O-Lg bei einem Luftdrucke von
766,9mm sich von SW durch Süd nach SE drehenden frischen Winde ging ohne
späterhin erfolgende Störung der Passat hervor. Das Maximum des Luftdrucks
wurde hier nicht, wie es übrigens oft der Fall zu sein scheint, genau an der
Passatgrenze beobachtet, sondern erst in einiger Entfernung von dieser inner-
halb des Passatgebietes. Der höchste Barometerstand wurde in 25,0° S-Br
and 2,1° O-Lg mit 769,3mm notirt. In der Nähe dieses letzteren Punktes verlor
der bis dahin sehr kräftige Passat seine Stärke, und trat er später nur schwach,
oft bis zur Stärke 2 oder selbst 1 heruntersinkend, auf. „Hugo“ konnte sich
daher nur in langsamer Fahrt der am 20. Januar 1881 in 25,2° W-Lg über-
schrittenen Linie nähern. Es waren zur Zurücklegung der Strecke zwischen
30° S-Br und Aequator 24 Tage erforderlich gewesen, und auf derselben hatte
man 20° S-Br in 4,6° W-Lg am 4. Januar und 10° S-Br in 16° W-Lg am
12. Januar gekreuzt,
Der Stillengürtel dehnte sich zwischen 3,3° N-Br in 25,8° W-Lg und
4,6° N-Br in 25,6° W-Lg aus. Die in ihm angetroffene Mallung kam meistens
aus südlicher und nordwestlicher Richtung, und es waren fast drei Tage
erforderlich, um frei von ihm zu kommen, Der NE-Passat zeigte sich kräftig
auf der zwischen 9° und 21° N-Br liegenden Strecke, trat nördlich von der
letzteren Breite dann noch längere Zeit in etwas geringerer Stärke auf und
endete unweit 29,3° N-Br in 39° W-Lg, wo mit 770,8mm auch das Maximum
des Luftdrucks beobachtet wurde, ganz. Der Passat hörte zu wehen auf, indem
der flaue Wind nach SE drehte, und hielt sich derselbe später, indem er bei