363
und dio Windstärke abnahm, durch Nord, West und Süd nach SE zurück. In
letzterer Richtung hielt der Wind sich jedoch auch nur kurze Zeit; es folgten
für einige Tage leichte umlaufende Winde und endlich, südlich von 31° S-Br,
frische Nord- und Westwinde, welche das Schiff bis zum 9. Mai in 39° S-Br
zum ersten Meridian führten. Es waren bis dahin 28 Taye in südlicher Breite
zugebracht worden, und hatte man dort 10° S-Br in 30°W-Lg am 17. April,
20° S-Br in 30,7° W-Lg am 22. April und 30° S-Br in 21,4° W-Lg am 30. April
geschnitten.
In östlicher Länge, wo das Ablaufen der erforderlichen Distanz in
der Nähe von 41° S-Br ausgeführt wurde, traf man anfänglich an mehreren
Tagen heftige Nordwinde, Nachdem das Schiff aber östlich von 22° O-Lg
gekommen war, wehten die nicht übermäfsig stürmischen Winde fast nur aus
westlicher Richtung, und nahm die Reise hierauf einen befriedigenden Verlauf.
Am 30. Mai, 21 Tage später als der Meridian von Greenwich überschritten
worden war, stand „Marie Louise“ in 38,8° 8S-Br auf 80° O-Lg.
Beim Verfolgen eines nordöstlichen zum Passatgebietoe führenden Kurses
wurde man auch zunächst von stetigem Westwinde begünstigt. Dagegen mufste
die zwischen 31,5° S-Br in 98° O-Lg und 26,5° S-Br in 102,4° O-Lg liegende
Strecke gröfstentheils bei veränderlichen leichten Nord- und Ostwinden, die bei
einem Barometerstande von 769,6 mm wehten, zurückgelegt werden. In der
Nähe von 25,5° S-Br und 102,5° O-Lg wurde bei einem Luftdrucke von 763,0 mm
das Gebiet des SE-Passats erreicht. In demselben traf man bis 14,5° Süd
frischen günstigen Wind; nördlich. von dieser Breite aber aus nördlicher
Richtung wehende leichte Briese, welche dem Fortgange der Reise sehr
hinderlich war. Man gelangte bei diesen Verhältnissen nach 11,5° S-Br und
gebrauchte von hier aus bei östlicher und nordwestlicher Mallıng noch 6 Tage,
um in Sicht der Küste von Java zu gelangen. Nicht weniger als 12 Tage
waren dann aber noch erforderlich, um bei der aus nordwestlicher Richtung
vorherrschenden leichten Briese den, an manchem Tage bis zu 65 Sm starken,
SSE-Strom zu überwinden und den Eingang der Sunda-Strafse zu erreichen.
Am 8. Juli wurde bei SW-Wind in dieselbe eingesegelt. Das Schiff hatte
108 Tage gebraucht, um von Lizard aus bis in Sicht von Java zu gelangen.
Am 29. Oktober, an welchem Tage das nun von Bangkok aus auf der
Heimreise begriffene Schiff die Sunda-Strafse wieder verliefßs, wurde das
meteorologische Journal weiter fortgeführt. Es wehte dort jetzt der SE-Passat
und von ihm begünstigt, nahm die Reise über den Indischen Occan für längere
Zeit einen ungestörten Verlauf, Auf der zwischen 12,5° und 17,5° S-Br liegenden
Strecke beobachtete „Marie Louise“ den kräftigsten Passat. Nicht weit von
24° S-Br in 64° O-Lg entfernt, wo der Luftdruck auf 766,5 mm gestiegen war,
drehte der Wind nordöstlich und im Laufe der nächsten 3 Tage bei einer
Luftdruckabnahme von etwa 6 mm weiter durch Nord und die westlichen Striche
nach Süd und SE zurück. Bei Ostwind erreichte das Barometer dann, nicht
weit von 25,5° S-Br in 56,5° O-Lg entfernt, einen Stand von 769,5 mm. Als
der Wind hierauf abermals nördlich holte, hielt er sich zunächst lange in nord-
östlicher Richtung, vollendete später aber noch zweimal eine nach links ver-
laufende Drehung, bei welcher er sich jedesmal nur für kürzere Zeit in den
westlichen, für längere in den östlichen Quadranten hielt. Das Schiff konnte
bei diesen Verhältnissen ziemlich befriedigenden Fortgang nach Westen erzielon.
Mehr als durch ungünstige Windo wurde hier durch unerwünscht geringe
Stärke derselben eine Verzögerung der Fahrt verursacht. Anhaltende West-
winde traf man erst, nachdem 25° O-Ly erreicht worden war. Am 15. Dezember
befand „Marie Louise“ sich in Sicht des Feuers vom Kap der guten Hoffnung,
und am 21, Dezember wurde bei leichtem westlichen Winde in 12,4° O-Lg der
Parallel von 30° Süd wieder überschritten.
Öhne dafs ein erwähnenswerther Sturm zu überstehen gewesen war, hatte
man in 23 Tagen die zwischen 30° S-Br im Indischen Ocean und dem zuletzt
erwähnten Punkte liegende Strecke überschritten. Im Indischen Oceane selbst
war 10° S-Br in 98,9° O-Lg am 1. November, 20° S-Br in 74° O-Lg am
10. November und 30° S-Br in 39,8° O-Lg am 28. November; wie 90° O-Lg
in 13,8° S-Br am 4. November, 60° O-Lg in 23,9° S-Br am 17. November und
30° O-Lg in 328° S-Br am 7. Dezember geschnitten worden.
Aun. d. Hydr., 1881, Heft VII (Inlin