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Südlich von 30° S-Br findet ein rascher Uebergang zu dem Gebiet statt,
in welchem der Sommer die trockenste Jahreszeit bildet, und welches bis zu
50° S-Br und wohl noch darüber hinaus reicht.“
2. Regenreichste Gebiete und Zeiten. „Die regenreichste Jahres-
zeit im gröfsten Theile des südlichen Indischen Oceans ist der australische Winter,
in höheren Breiten namentlich der Augnst, in niederen dagegen eher der
Juli und Juni, im Gegensatz zu den für den Südatlantischen Ocean von
Dr. Köppen und Dr. Sprung nachgewiesenen Aequinoktial-Regenzeiten, welche
für den Südindischen Ocean nicht zu bestehen scheinen. Nördlich von etwa
6° S-Br findet eine völlige Umkehrung der Verhältnisse statt. Von den Seychellen
bis zum malayischen Archipel fällt das Maximum der Regenhäufigkeit auf den
Frühsommer, Dezember, weiter östlich jedoch zeigt Amboina, vielleicht nur
ursächlich lokaler Verhältnisse, wieder Winterregen, während Kap York, wie
überhaupt die ganze Nordküste Australiens, das Regenmaximum im Januar hat.
An der äquatorialen Ostküste von Afrika fällt das Regenmaximum auf den
Spätsommer, d.h. auf April. Ein weiteres, jedoch geringeres, Maximum zeigen
die Monate September-November.
Die Umgebung der Halbinsel Malacca hat ausgesprochene Herbstregen
bis hinauf zum Busen von Siam, hier tritt das Maximum schon im September
ein, in Singapore, Penang, Nancowry, an der West-, Nord- und Ostküste von
Acheen dagegen erst im November.
Der Bengalische Busen mit seiner Ostküste hat entschiedene Sommerregen
mit dem Maximum im Juli, der Meerestheil zwischen Ceylon und Nord-Sumatra
hat Augustmazimum, daneben besteht noch ein undeutlicheres Aprilmaximum,
In Vorderindien selbst sind die Verhältnisse etwas komplicirter, und da
schon bei der vorausgehenden Besprechung der Trockenzeiten Östindiens der
Regenperioden theilweise wenigstens Miterwähnung gethan ist, so wird es,
sowohl um Wiederholungen zu vermeiden, als auch, um die Vertheilung der
Rogenzeiten übersichtlicher zur Darstellung zu bringen, angemessen sein, die-
selben hier in tabellarischer Form zu geben.
Kurz zusammengefafst, stellt sich demnach die Periode der Regenhäufig-
keit in den verschiedenen Gegenden Vorderindiens, abgesehen von einzelnen
Unregelmäfsigkeiten in den Uebergangsgebieten, wie folgt, dar:
A. Einfache Periode mit einem Maximum und einem Minimum, ersteres
im Hochsommer, Juli und August, letzteres im Winter, Dezember, Januar und
Februar: Malabarküste, Ostbengalen, Assam und Orissa,
B. Doppelte Periode mit zwei Maxima meist von sehr verschiedener
Gröfse:
1. Im Winter oder Vorfrühling (März) und Hochsommer: Punjab, Raj-
putana, NW- und Centralprovinzen, Heiderabad und Westbengalen Das erstere
Maximum ist nur unbedeutend.
2. Im Frühsommer (Mai-Juni) und Spätsommer (August-September, auch
Oktober): Mysore und mittlerer Theil der Präsidentschaft Madras mit den
Stationen Bellary, Guty, Cuddapah, Vellore, Bangalore, Salem. Coimbatore,
Madura, Atlur, Trichinopoly,
3. Im Hochsommer (Juli-August) und Herbst (November): Küstengebiet
von Koromandel, von Madras an südwärts, charakterisirt durch die Stationen
Madras, Chingleput, Cudallore, theilweise auch noch Trangquebar und Negapatam,
4. Im Frühling (April) und Herbst (November): Südspitze Indiens sowie
Nord- und Osttheile von Ceylon. Hierher gehören wieder Tranguebar und
Negapatam, so dafs diese beiden Stationen eigentlich eine dreifache Periode
der Regenhäufigkeit besitzen, ferner Tinevelly, Tuticorin, Jafna, Manaar ete.
5. Im Frühsommer (Mai-Juni) und Herbst: Centrale Gebirgstheile und
Westküste von Ceylon, repräsentirt durch die Stationen Hambantota, Candy,
Colombo, Galle, Ratnapura, Newara Eliya,
Fafst man in den Gebieten, wo die Regenperiode doppelt auftritt, nur
das stärkere Maximum ins Auge, so ergiebt sich für die ganze Westküste von
Vorderindien, für das Punjab, die Central- und Nordwestprovinzen, Bengalen,
Assam und die Ostküste des Busens von Bengalen mit ganz unwesentlichen
Ausnahmen der Juli als der Monat mit der gröfsten Zahl Niederschlagstage,
für Orissa und Mysore (Salem und Bangalore) ist dies der August. Der nörd-