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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 9 (1881)

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zröfsere Unregelmäfsigkeiten sind offenbar durch die zu ungenügende Zahl der 
Beobachtungen hervorgerufen, 
Die an verschiedenen Punkten des umgrenzenden Küstengebietes des 
Indischen Oceans angestellten Regenbeobachtungen zeigen eine nahe, zuweilen 
zogar vollständige Uebereinstimmung hinsichtlich der Maxima und Minima der 
Regenwahrscheinlichkeit im Laufe des Jahres, vgl. mit vielen der in der obigen 
Tabelle enthaltenen Angaben (vgl. a. a. O. $ 6, pag. 17—21). 
Aus dem Abschnitte obiger Abhandlung, welcher als Schlufsresume die 
jahreszeitliche Vertheilung der Regen im Indischen Ocean (s. a. a. U. 
8 7, pag. 21—27) behandelt, theilen wir hier nachstehenden Auszug mit. 
l. Regenärmste Gebiete und Zeiten. „Soweit es sich an der 
Hand des vorliegenden Materials erkennen läfst, giebt os im Indischen Ocean 
zwei Gebiete, wo periodische Regenlosigkeit eintritt. Das eine derselben bildet 
den Meerestheil zwischen den Sunda-Inseln und Australien, wo im Oktober und 
theilweise auch noch im November Regenarmuth herrscht; das andere umfafst 
den Bengalischen Meerbusen mit der Westküste Hinterindiens und ganz Vorder- 
indien. Das Arabische Meer mufßs hier aus Mangel an einer genügenden Anzahl 
von Beobachtungen aufser Betracht bleiben. 
Was zunächst die Regenvertheilung in Vorderindien betrifft, so ist für 
die nördlichen und mittleren Theile der Halbinsel die ganze Zeit von November 
bis Februar arm an Niederschlägen, allein es läfst sich doch in den einzelnen 
Theilen dieses Gebietes unter diesen Monaten wieder der eine oder andere 
erkennen, welcher regelmäfsig, wenn auch oft nur um wenige Procenttheile, 
regenärmer ist, als die übrigen. In Assam und Östbengalen, sowie in Orissa 
ist der Dezember der regenärmste Monat. Die Periode der Regenhäufigkeit 
verläuft in diesen Gebieten sehr gleichförmig und einfach, die Jahreskurve zeigt 
ein einziges deutlich ausgesprochenes Maximum und Minimum. Anders verhält 
es sich in Westbengalen, in den Central- und Nordwestprovinzen, sowie theil- 
weise auch in Punjab. Hier treffen-wir auf eine doppelte Periode der Regen- 
häufigkeit mit zwei Maxima und zwei Minima von allerdings sehr verschiedener 
Gröfse. Das am schärfsten ausgeprägte Minimum fällt hier nicht mehr in den 
Dezember, sondern in den November; in den Monaten Dezember bis Februar 
tritt eine geringe Steigerung der Regenhäufigkeit ein, wonach dann im März, 
theilweise auch noch im April, ein zweites Minimum sich zeigt, dem ein rasches 
Anwachsen der Regenhäufigkeit folgt. 
Nach Süden hin tritt an der Westküste die trockenste Zeit immer früher 
im Jahre ein. In Bombay ist April der regenlose Monat, weiter nach Süden 
treten wir in das Gebiet des regenlosen Januar und Februar, das ganz Süd- 
indien umfafst; nur an der Koromandelküste vom Delta des Cavery bis nördlich 
zum Delta des Kistna zeigt sich eine Neigung zur Verschiebung des Minimums 
zum März und April (Tranquebar, Negapatam, Madras, Nellore ete.). 
Die nördliche Grenze des Gebietes mit Minimum im Januar und Februar 
bildet ungefähr der Lauf des Kistna, nördlich davon in Heiderabad herrscht 
noch das November-Minimum, doch zeigt schon die Station Sekunderabad das 
Uebergangsgebiet an, da sich hier bereits ein zweites Minimum im Februar 
erkennen läfst. 
Mit Ausnahme der Malabarküste, welche eine einfache Jahresperiode der 
Regen aufweist, sind die Regenzeiten in ganz Südindien doppelt periodisch. Aufser 
der Trockenzeit im Winter zeigt sich in dem ganzen Gebiete, mehr oder weniger 
deutlich ausgeprägt, eine zweite im Hochsommer, hauptsächlich im Juli, nur an 
wenigen Stationen bereits im Juni, an einem Theil der Koromandeiküste jedoch 
erst im Frühherbst (September-Oktober). In den gebirgigen Centraltheilen und 
in der südwestlichen Spitze von Ceylon ist der Juli zwar durchaus nicht regen- 
arm, die Regenwahrscheinlichkeit sinkt nicht unter 0,40 herab, aber eine Ab- 
nahme in der Regenhäufigkeit gegenüber den vorhergehenden Monaten ist doch 
sehr deutlich ausgesprochen; eine wirkliche Trockenzeit haben die in Rede 
stehenden Gebiete Ceylons nur im Januar oder Februar, die Verhältnisse sind 
also in dieser Beziehung denen der Malabarküste ziemlich ähnlich. 
Der Bengalische Busen bis herab zu etwa 12° N-Br ist in den Monaten 
Februar bis April gleichmäfsig sehr regenarm, fast rogenlos, seine östlichen 
Küstengebiete sind dies schon im Januar: weiter südlich bis etwa 8° N-Br ist
	        
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