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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 9 (1881)

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Seebriese; vorherrschend waren nördliche Winde, Seegang war nicht viel vor- 
handen, gröfstentheils schwache Dünung von SW. Die Strömung war jedoch 
oft 2—3 Sm stark und längs der Küste in NW—SO-Richtung setzend. An zwei 
Tagen wurde das Laden durch Seegang von Norden gehindert, Die Ladung 
kommt in kleinen Küstenfahrzeugen von 25 Tons.und darüber längsseits. . 
Bemerkungen über Mazatlan.'‘) Westküste von Mexico. ) 
Seitdem Mazatlan ein Leuchtfeuer besitzt, ist die Ansegelung auch bei 
Nacht sehr leicht. Auf der höchsten Spitze der Creston-I., in 23° 10‘ 6“ N-Br 
und 106° 27‘ 0“ W-Lg (s. Nachr. f. Seef., 1879, No. 1486) steht ein viereckiges 
Gebäude mit kleinem Thurm, beide weifs, letzterer mit rothem Dach. Bei 
klarem Wetter sind Insel und Thurm bei Tage 28 Sm sichtbar. Das weifßse 
feste Feuer, welches vom Thurme gezeigt wird, ist ca. 30 Sm weit zu sehen. 
Die Höhe des Feuers über dem Meere beträgt 157,1 m. 
Am 1. November 1879 wurde das Feuer angezündet. Obgleich die An- 
segelung sehr leicht ist, sind doch Lotsen vorhanden; diese kommen den 
Schiffen nur bei Tage in einem offenen Boote eben aufserhalb des Ankerplatzes 
entgegen. Jedes hier ankernde fremde Schiff ist zur Zahlung von Lotsengeld 
verpflichtet, gleichriel ob es einen Lotsen gebraucht hat, oder nicht. In den 
Wintermonaten ankert man gewöhnlich zwischen Creston-I. und Blossom Rock 
in 11 bis 20 m Wasser; auf Blossom Rock liegt eine kleine rothe Boje. Von Mai 
bis Oktober jedoch ankert man westlich und auch südlich des äufsersten Felsens 
in 31 bis 46 m Wasser, um zum Flüchten Raum genug zu haben, falls 
stürmisches Wetter eintritt. Der Grund auf beiden Stellen ist nicht halt- 
bar, er besteht aus hartem Sand und ist zum ‚Theil stellenweise mit einer 
dünnen Mud-Schicht bedeckt, zum Theil etwas felsig. Man liegt gewöhnlich vor 
einem Anker und 55 bis 82 m Kette. Laden und Löschen geschieht durch offene 
Prähme, die bis zu 25 Tons nehmen. 
Mazatlan ist der bedeutendste Handelsplatz an der Westküste von Mexico 
und zählt gegenwärtig 12 bis 13000 Einwohner, worunter Militär und 5 bis 
600 Fremde mit einbegriffen, Seit der letzten Revolution (im Juni d. J.) liegen 
1000 Mann verschiedener Truppen in der Stadt, zu andern Zeiten ca 400 Mann. 
Unter dem Fremden befinden sich 50 bis 60 Deutsche, meistentheils dem Kauf- 
manns-Stande angehörend. Die Strafsen’ der Stadt sind ziemlich reinlich 
gehalten, durch die Hauptstrafsen geht eine Pferdebahn. Es sind verschiedene 
Fabriken vorhanden, gröfstentheils Ausländern gehörig, nämlich: 2 Baum- 
wollspinnereien und 2 Webereien mit Dampfbetrieb, 1 Kisengiefserei, 1 Zünd- 
holzfabrik, 1 Eisfabrik, 5 bis 6 Cigarrenfabriken, darunter eine mit Dampf- 
betrieb, 1 Gasanstalt, 3 Schuhfabriken mit chinesischen Arbeitern, 2 Dampfsägen, 
1 Dampfmühle und 1 Kofferfabrik. 
Vom 1. Juli 1878 bis 30, Juni 1879 liefen ein: 
von fremden Häfen 76 Schiffe mit 91000 Tons Gehalt, 
mexicanischen „ 319 meist kleine Küstenfahrer, 
zusammen 395, worunter 38 Dampfer, 
Von den 357 Segelschiffen waren (38 gröfsere und 319 kleinere) 10 deutsche. 
Im Jahre 1879 kamen 12 deutsche Schiffe mit 5646 Rog.-Tons und 137 Mann 
Besatzung an (vgl. pag. 27). 
Importirt werden von Europa und den Vereinigten Staaten alle Arten 
Fabrikate und Maschinerien, Petroleum, Kohlen, Konserven, Weine und andere 
Getränke etc.; von den Küstenhäfen: Baumwolle, Mehl, Seife, Zucker, Weizen, 
Mais, Bohnen, Tabak, Cigarren, Talg, Häute, Erze, Kupfer ete. 
Ausgeführt werden hauptsächlich Brasilholz, Silber, Silbererze, Häute, 
Kupfer, Perlmutterschalen, Nutzholz etc, 
Zur Zeit bestehen zwei Dampfer-Linien, nämlich: eine amerikanische 
Linie von San Francisco nach Magdalena-Bai, Kap San Lucas, Mazatlan, La 
Paz, Guaymas und zurück via Mazatlan und Kap San Lucas nach San Francisco 
ein Mal monatlich, Subvention 1500 Doll. für die Rundreise; ferner eine mexica- 
nische Linie, welche nach Norden Altata, La Paz, Guaymas, und nach Süden 
San Blas, Chamela und Manzanıllo berührt. Die Rundreise dauert ca 3 Wochen; 
Subvrention 900 Doll. per Rundreise. 
+ 
') S. Findlay a. a. O. pag. 112 #. Rosser-Imray a, a, O0. pag. 105 ff.
	        
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