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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 9 (1881)

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Schiffe, die nach Barranquilla bestimmt sind, sollten stets Santa Marta 
für einen Lotsen anlaufen. Der daselbst ansässige Lotse ist neben den Schlepp- 
dampfer-Kapitänen der einzige ortskundige Führer, welcher zu haben ist.“ 
2, Die Navigirung zwischen den Häfen von Sulu und Maimboun 
(Sulu-I.) hat nach einem Berichte des Kapt.-Lieut. Klausa, Kommandant 
S. M. Kbt. „Zitis“, welcher im April d. J. den Sulu-Archipel besucht hat, keine 
Schwierigkeiten, bis auf die oft starke Versetzung durch Ebbe und Fluth. 
Die in der Nähe von Cabalian Pt, südlich von ihm gelegenen Klippen sind bei 
Hochwasser nicht zu sehen, jedoch durch eine Stange gekennzeichnet, welche mit 
dem Berge Tulipan in Linie N’2O peilt. Von Cabalzan Pt. geht der Kurs 0%/4N 
auf einen kleinen Berg (Punungang genannt) zu, der nur spärlich mit Bäumen 
bepflanzt ist, bis man den Rud Pola (Rother Berg), — welcher stets frei zu 
sehen ist, und auf dessen mit Rasen bewachsener, grüner Bergspitze sich ein 
einzelnes Gebüsch befindet, — mit einem am Ufer stehenden hohen, vertrock- 
neten Baume in Linie hat. In dieser Peilung bleibe man, bis die Westküste 
von Sulu WSW peilt. Hier ist ein guter Ankerplatz, auf welchem man vor 
ainem Anker auf 19m (10 Fdn,.) Wasser sicher liegt. Die Bänke sind an 
Fischerstangen deutlich zu erkennen; bei Niedrigwasser liegen sie trocken. 
Innerhalb der Bänke zu passiren, ist nur flachen Schiffen und bei guter Beleuch- 
tung zu rathen, da plötzlich sich bildende Nebel oder starke Regengüsse das 
Erkennen der Bänke erschweren. Von dem Ankerplatz aus peilt der Rud Pola 
NW, Punungang SO120 und Tapul-I. SSW'/sW. 
Bei Nacht lasse man die 1!/2-Fathom-Bank an B. B. und gehe recht unter 
der Ostküste an der Punungang-Seite lothend hinauf. 
3. Bemerkungen über die Winde in La Paz. Unter-Californien. 
Der Führer des Deutschen Schiffes „Jupiter“, Kapt. H, F, Ringe, theilt uns 
als Nachtrag zu seinem früheren Berichte über La Paz!) mit, dafs daselbst 
der Landwind bis 9% oder 10 a. m. anhält; dann wird es still; gegen 
10% —11'/2 setzt die Seebriese von NNW—N ein, anfangs sehr flau, wird 
erst Nachmittags etwas stärker und hält bis Sonnenuntergang an. Der für 
die Landbriese hier gebräuchliche Name „Coromell“ soll davon herstammen, 
dafs ein Nachkomme von dem berühmten Cromwell hier als Pirat gehaust 
habe und mit diesem Winde in die See hinausgesegelt sei, um nach Beute aus- 
zuspähen, Der Volksmund habe den Namen Cromwell zu Coromell umgeändert. 
4. Wasser-Temperaturen in und bei dem Agulhas-Strom und im 
Indischen Ocean zwischen Kapstadt und Melbourne, Februar 1881. Auf 
der Reise S, M. S. „Hertha“, Kapt. z. See von Kall, von Kapstadt bis Melbourne, 
vom 29. Januar bis 10. März 1881, konnten bei dem Durchkreuzen des warmen 
Agulhas-Stromes und des kalten Südstromes am 6, und 8, Februar sehr schnelle 
Vemperaturveränderungen des Öberflächenwassers wahrgenommen werden. Die 
Mittagsorte an den betreffenden Tagen waren am 6. Februar 40° 8‘ S-Br und 
23° 33‘ O-Lg, Februar 7: 40° 13‘ S-Br und 27° 11‘ O-Lg, Februar 8: 40° 51‘ S-Br 
und 30° 57‘ O-Lg. Vom 6. zum 7. Februar fiel die Temperatur zur Zeit als „Hertha“ 
aus dem Agulhas-Strom in den kalten Strom eintrat, in Zeit von 4 Stunden von 
22,5° bis 17,5°, in den darauf folgenden 16 Stunden bis 13,8°; sie stieg indessen 
wieder bis 16,2° um 8% a. m. am 8. Februar. 
Am 9. Februar Mittags (in 40° 35‘ S-Br und 36° 41’ O-Lg) war die 
Temperatur 15,0°; am 10. Februar (in 40° 55‘ S-Br und 41° 2‘ O-Lg) 11,7°; 
am 11. Februar (in 41° 31‘ S-Br und 45° 24‘ O-Lg) 17,9°. Am 12. Februar 
(Mittagsort in 42° 29‘ S-Br und 49° 58‘ O-Lg) fiel die Temperatur von 12,5° 
auf9,2° und stieg alsdann langsam bis zum 14. Februar (in ca 43'/s° S-Br und 
60° O-Lg) auf 16,5°. Am 16. Februar von Mitternacht (in 41° S-Br und 
69° O-Lg) bis 4 a, m. fiel die Temperatur von 17,0° bis 13,5°, war indessen 
um Mitternacht vom 16. zum 17. Februar (in ca 72° O-Lg) wieder 17,0°. Vom 
23. Februar (41° S-Br und 97° O-Lg) bis zum 3. März, südlich von Australien 
(42° S-Br und 130° O-Lg) erhob sich die Temperatur des Wassers 
überhaupt niemals über 14°. 
5. Schneesturm und ungewöhnliches Vorkommen von KEis 
zwischen Shanghai und Tientsin im März 1881, Die ersten Frühjahrreisen 
1) Vgl. diese Annalen ete., 1881, pag. 22,
	        
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