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Vergleichende Uebersicht der Witterung des Monats März 1881
in Nordamerika und Centraleuropa.
(Mittheilung von der Deutschen Seewarte,)
Nach der „Monthly Weather Review“ des „Signal Office“ in Washington
und der von der Deutschen Seewarte herausgegebenen Uebersicht der Witterung
stellen wir im Folgenden die Hauptzüge im Witterungs-Charakter des Monats
März 1881 in Nordamerika und Centraleuropa einander gegenüber.
Nordamerika.
i, Geringe Anzahl und ungewöhn-
lich südlicher Verlauf der Bahnen
der barometrischen Minima und sehr
schwache Ausbildung der Maxima.
Keines der Minima verfolgte die Haupt-
zugstrafse längs dem 45. Parallel, fast
alle schnitten den Mittellauf des
Mississippi; am bemerkenswerthesten
war die Depression No. VII, welche
am 16.—17. über das mexicanische
Plateau herankam, nach der Seenregion
fortschreitend sich sehr verstärkte
und vom 21, an auf dem St. Lorenz-
Golf stationär wurde.
2. Das überall, aufser am Felsen-
gebirge, zu niedrige Monatsmittel des
Luftdrucks; am tiefsten, nämlich unter
754, und 7mm unter normal, war das-
selbe an der New England - Küste.
Die monatliche Barometerschwankung
oahnı von 99mm in Key West und
13mm in S. Diego nordwärts auf 36
in Boston und 28 in Olympia zu.
5. Das der Druckvertheilung ent-
sprechende Vorwalten nordwestlicher
Winde östlich vom Felsengebirge und
die außerordentlich schweren Schnee-
stürme, namentlich vom 2.—4, und
vom 19.—22, März, welche in der
Seenregion und am oberen Mississippi
fast sämmtlichen Verkehr unter-
brachen; ferner die zerstörenden Tor-
nados, welche sich beim Vorübergange
der Depressionen VI, VII und VIII
am 16. in Kansas, am 18. in Missouri,
am 23. in Alabama bildeten.
4. Die im Süden ungewöhnlich
tiefe, im Nordosten hohe Temperatur
des Monats; Temperatur wie Luftdruck
zeigten einen auffälligen Gegensatz
zum März 1880. Die tiefsten Tem-
peraturen traten nicht, wie gewöhn-
lich, mit hohem Luftdruck, sondern
innerhalb von Depressionen auf deren
Rückseite ein. In den letzten Tagen
des Monats brach die Eisdecke auf
Centraleuropa.
1. Die ungewöhnlich grofse Zahl
barometrischer Minima, deren Bahnen,
meist nach NE und SE gerichtet, über
ganz Europa vertheilt waren. Am be-
deutsamsten für Centraleuropa waren
die Depression, welche vom 12, bis 13.
das Gebiet selbst sehr schnell südost-
wärts durchzog, und die aufserordent-
lich tiefe (< 710mm), welche vom
18. bis 20. im Norden Europas vor-
überzog. Zwischen beide Zeiten fällt
ein starker Kälterückschlag und die
Herrschaft des bedeutendsten und aus-
gedehntesten barometrischen Maximum
des Monats.
2. Ungefähr normaler mittlerer
Luftdruck (Schweiz 763mm, Jütland
757mm) und im Norden ungewöhnlich
grofse (westl. Ostsee bis 40mm), im
Süden ungefähr normale (Süddeutsch-
land 25—28 mm) monatliche Barometer-
schwankung.
3. Das allgemeine, wiewohl nicht
sehr starke Vorwalten westlicher
Winde und das wiederholte Auftreten
ziemlich ausgedöhnter, jedoch nicht
heftiger Stürme. Besonders unruhig
war die Witterung in den Tagen vom
2.—10., 18.—19. und 22,—25.
4. Die im Norden sehr niedrige
(Schweden 4—5° C. kälter als normal),
im Süden recht hohe, aber sehr ver-
änderliche Temperatur des Monats,
die aufserordentliche Kälte der Pen-
tade vom 2.—6. in Norddeutschland
und Dänemark und die rapide, von SW
nach NE fortschreitende Temperatur-
zunahme in den Tagen vom 4.—8.
Ungewöhnlich ungünstige Eisverhält-
ma Sf
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