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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 9 (1881)

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anbeständige östliche Briese, auf welche gleich der sich bis nach 23,2° N-Br 
in 40° W-Lg ausdehnende NE-Passat folgte. Im Gebiete desselben wurde 
zwischen 5,5° und 11° N-Br der frischeste und beständigste Wind angetroffen. 
An der polaren Passatgrenze beobachtete man bei einem 766,0mm betragenden 
Luftdrucke für einen Tag Windstille. Nach derselben folgte westlicher Wind, 
bei dem der letzte Theil der Reise in rascher Weise vollendet werden konnte. 
An mehreren Tagen trat dieser Wind als heftiger Sturm auf. So war dieses 
der Fall am 2. Februar in 43° N-Br und 24,5° W-Lg, wo bei Sturm aus Süd- 
west der Luftdruck bis auf 740,7mm sank. Am 8. Februar wurde die Mündung 
des Kanals erreicht, nach einer Reise, deren Dauer 71 Tage betrug. Von den- 
selben waren 28 Tage in nördlicher Breite verbracht worden und hatte man 
dort 10° N-Br in 30,7° W-Lg am 17. Januar, 20° N-Br in 36° W-Lg am 22. 
Januar, 30° N.Br in 37° W-Lg am 28. Januar und 40° N-Br in 32,5° W-Lg 
am 31. Januar geschnitten. 
14. Reise der Hamburger Bark „Louise und Georgine“, Kapt. C. H. Meyer. 
Von Lissabon aus trat am 14. Juli 1880 die Bark „Louise und Georgine“ 
eine Reise nach Rio de Janeiro an. Man traf zu Anfang derselben leichten 
westlichen Wind, dessen Richtung günstig genug war, um bei ihm einen Süd- 
kurs einhalten zu können. Unweit 35,5° N-Br lief der Wind durch N nach NE, 
frischte dann etwas mehr auf und entwickelte sich zum NE-Passat. Das Gebiet 
desselben, welches „Lowise und Georgine“ auf östlich von der Kap- Verde-Insel- 
zruppe liegender Route, bei mäfsiger beständiger Briese durchsegelte, erstreckte 
sich bis nach 14,5° N-Br in 22° W-Lg. Hier endete am 28. Juli der in letzter 
Zeit aus nordwestlicher Richtung wehende Wind, und nachdem an 4 Tagen 
Stille und nördliche Mallung beobachtet worden war, setzte unweit 11,5° N-Br 
und 22,2° W-Lg der westliche Monsun ein. Es geschah dieses bei sehr reg- 
nerischem Wetter und nachdem der Luftdruck um 2mm abgenommen hatte, in 
solch stürmischer Weise, dass mehrere mitsegelnde Schiffe, welche vielleicht 
die Nähe eines Orkanes befürchteten, gesehen wurden, die beigedreht lagen. 
Schon in der Nähe von 7° N-Br und 17,6° W-Lg lief am 5. August der Wind 
nach SSE, und hatte man damit allem Anscheine nach das Gebiet des SE-Passats 
erreicht. In mäfsiger Stärke wehend, führte derselbe die Bark bis zum 12. 
August in 25° W-Lg zur Linie. Es waren 29 Tage verflossen, seit dem An- 
tritt der Reise und während dieser Zeit war 30° N-Br in 15° W-Lg am 29. Juli, 
20° N-Br in 20,5° W-Lg am 25. Juli und 10° N-Br in 21,4° W-Lg am 2. August 
geschnitten worden. 
Im Südatlantischen Ocean wurde die zwischen 4° und 19° S-Br liegende 
Strecke bei frischem, beständigen Passat zurückgelegt. Südlich von letzterer 
Breite lief der Wind raumer und wurde etwas flauer, doch frischte er, nach- 
dem 23° S-Br überschritten worden war, wieder auf, und am 24. August erreichte 
„Louise und Georgine“ bei kräftigem NE-Winde den Hafen von Rio. Die 
Dauer der ganzen Reise betrug 41 Tage. Von diesen waren 12 in südlicher 
Breite zugebracht und dort 10° Süd in 29,5° W-Lg am 16. August wie 20° Süd 
in 36,6° W-Lg am 21. August geschnitten worden. 
In Rio de Janeiro erhielt die Bark eine für New-Orleans bestimmte La- 
dung und am 7. Oktober trat sie die Reise nach diesem letzteren Platze an. 
Bei sich fast immer nördlich von Ost haltendem, an mehreren Tagen fast stür- 
misch auftretenden Winde segelte „Louise und Georgine“ über St. B.-Bug liegend 
beim Winde. Sowie man südlicher und westlicher kam, raumte auch der Wind, 
und nachdem 26° S-Br in 34,5° W-Lg erreicht worden war, wehte er sogar oft 
aus Nord und NNW. Sehr leichte hoch nördliche Winde, wie auch Windstille 
verzögerten die Reise dann jedoch noch um ein Beträchtliches, und erst nach- 
dem man am 27. Oktober in der Nähe von 18° S-Br und 27,8° W-Lg das Gebiet 
des SE-Passats erreicht hatte, konnte wieder befriedigende Fahrt erzielt werden. 
Nördlich von 4° S-Br wurde der Passat flau, und bei leichtem SE-Winde ge- 
langte „Louise und Georgine“ am 4. November in 35,6° W-Lg zum Aequator. 
Es waren dann 28 Tage seit dem Reiseantritt verflossen, und während dieser 
Zeit hatte man als südlichste Breite 26,5° S-Br in 35,5° W-Lg am 14. Oktober, 
30° W-Lg in 25,5° S-Br am 18. Oktober, 20° S-Br in 29,2 ° W-Lg am 24. Ok- 
tober und 10° S-Br in 29,4° W-Lgy am 30, Oktober erreicht.
	        
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