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64,2° W-Lg auf diesem letzteren Parallel. Es waren bis dahin 49 Tage ver-
Hossen, seit man die südliche Halbkugel betreten, und hatte man dort 10° S-Br
in 28,{° W-Lg am 2. April, 20° S-Br in 30,6° W-Lg am 6. April, 30° S-Br in
10,5° W-Lg am 18. April, und 40° S-Br in 53,1° W-Lg am 4. Mai geschnitten.
Südlich von 50° S-Br traf „Lila“ mehrere Tage anhaltende SE-Winde,
die zu schral und an einem Tage auch zu heftig waren, um sie voll ausnutzen
zu können. Durch diesen Umstand wurde es bewirkt, dafs man erst am 20. Mai
zum Kap St. John gelangte. Nachdem dasselbe bei mäfsigem NW-Winde um-
segelt worden war, fand man südlich von der Staaten-Insel zunächst noch vor-
herrschend mäfsige nordwestliche Winde, nach dem 26. Mai sogar sehr oft
yünstige Ostwinde. Unter Stürmen hatte „Ka“ nicht übermäfsig zu leiden.
Mehrere Male wehte es aus nordöstlicher Richtung stürmisch, und nur an einem
Tage herrschte aus nordwestlicher Richtung ein mäfsiger Sturm. Sehr niedrig
hielt sich für den gröfsten Theil der beim Kap Horn verbrachten Zeit der
Barometerstand. Den niedrigsten beobachtete man am 25, Mai in 57,6° S-Br
und 66° W-Lg mit 728,8 mm. Es trat derselbe ein, nachdem die vorher wehende
frische nordwestliche Briese in Stille übergegangen war, auf welche nach kurzer
Zeit ein südlicher bald nach Ost umlaufender Wind folgte. „Ka“, welche die
Länge des Kap Horn am 25. Mai in 57,8° S-Br überschritten hatte, gelangte am
5. Juni in 84,2° W-Lg zum Parallel von 50° Süd zurück. Um denselben von 50° S-Br
im Atlantischen Ocean aus zu erreichen, waren 22 Tage erforderlich gewesen.
Man gelangte nach 50° S-Br bei frischem SE-Winde, welcher längere Zeit
nachher noch anhielt, und der für diesen Theil des Oceans und diese Jahreszeit
‚rüher wiederholt beobachtet worden ist. Auch nördlich von 40° S-Br herrschten
zunächst noch an einigen Tagen hoch südliche Winde, die einen raschen Fort-
gang nach Norden ermöglichten. Nachdem man jedoch 35° S-Br überschritten
hatte, mußte man in der Nähe der Küste Südamerikas fast eine Woche lang
gegen anhaltende Mallung und Windstille kämpfen. Am 22. Juli ankerte „Ella“
auf der Rhede von Valparaiso. Die Dauer der ganzen Reise war 118 Tage.
Auf dem letzten Abschnitte derselben war 40° S-Br in 80.5° W-Lg am 11. Juni
yeschnitten worden...
Von dem kleinen unbedeutenden in der Algodon-Bai gelegenen Ladeplatze
Duendes aus trat die „Ella“ am 26. September die Heimreise nach Hamburg
an. Man lag mit dem in der Nähe des Landes aus südsüdwestlicher Richtung
wehenden Winde nach Westen, und raumte der Wind dann sehr bald. Unweit
26,7° S-Br und 79,4° W-Lg, in Sicht der Insel S. Ambrose, gelangte „Ella“
zur polaren Passatgrenze. Hier, wo der Luftdruck 675,2 mm betrug, trieb das
Schiff einen Tag lang in Windstille, auf die zunächst leichter westlicher Wind,
später noch wieder längere Zeit anhaltender südöstlicher Zug folgte. Durch
leichte unbeständige Winde wurde die Reise hier überhaupt bedeutend verlängert,
und traf man nicht eher westliche Winde, als bis man 41,5° S-Br überschritten
hatte. Nachdem dieselben einmal eingesetzt hatten, waren sie auch von Dauer,
wehten am 30. und 31. Oktober unweit 54° S-Br und 80,5° W-Lg aus SW, bei
sinem niedrigsten Luftdrucke von 745,5 mm, als heftiger Sturm und führten
„Ella“ bis zum 5. November zur Länge des Kap Horns. Man befand sich dann
10 Tage auf See und hatte in dieser Zeit 30° S-Br in 81,8° W-Lg am 11. Oktober,
10° S-Br in 89,4° W-Lg am 22. Oktober und 50° S-Br in 864° W-Lg am
20. Oktober geschnitten.
An demselben Tage, an dem das Kap Horn passirt wurde, überstand
„El/a* noch einen kurzen aber heftigen Weststurm, bei dem der schon seit
längerer Zeit sehr niedrige, am Tage vorher nur 727,8 mm betragende Luftdruck
zu steigen begann. Derselbe erreichte jedoch nur einen höchsten Stand von
739,0 mm. Als er auf diesen zeigte, herrschte fast Windstille; nach kurzer Zeit
begann das Barometer aber schon wieder in solch rascher Weise zu fallen, in
4 Stunden fast um 10mm, dafs schliefslich der niedrige Stand von 717,0 mm erreicht
wurde. Es wehte zur Zeit, als dieser eintrat, eine leichte südwestliche Briese;
plötzlich begann es aber dann bei zunehmendem Luftdrucke aus dieser Richtung
zu stürmen, wenn auch bei Weitem nicht in dem Mafse und so anhaltend, wie
man dem niedrigen Barometerstande gemäfs es hätte erwarten sollen. Diesem
Sturme folgten längere Zeit anhaltende NW-Winde, die auch noch ein niedriger
Luftdruck begleitete,