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am 22. November, 60° W-Lg in 23° N-Br am 26. November und 70° W-Lg in
28,2° N-Br am 1. Dezember geschnitten.
Am 12. Januar 1881 trat „Hermann Friedrich“ von Wilmington aus die
Heimreise nach Liverpool an. Man traf im ersten Theile derselben einen am
14. Januar unweit 34° N-Br in 72° W-Lg, bei einem niedrigsten Luftdruck von
753,2 mm, auftretenden kurzen SSW-Sturm ausgenommen, nur leichte ver-
änderliche Winde. Oestlich von 60° W-Lg traten bei für längere Zeit sehr ge-
ringem Luftdrucke aber anhaltende Weststürme auf, und nahm die Reise dort
einen unruhigen Verlauf. Den heftigsten überstand man am 26., 27. und
28. Januar unweit 40° N-Br und 40° W-Lg. Er wehte aus West bei einem
niedrigsten Luftdrucke von 737,8 mm. Kine hohe See brach während dieses
Sturmes an Bord des Schiffes und richtete dort grofse Zerstörungen an. Am
7. und 8, Februar überstand man in der Nähe der Südküste Zrlands abermals
einen heftigen Weststurm, bei dem das Barometer bis auf 742,6 mm sank. Am
9. Januar erreichte „Hermann Friedrich“ den St. Georgs-Kanal. Die Reise war
in 28 Tagen vollendet worden, und während derselben hatte man 70° W-Lg in
34,6° N-Br am 15. Januar, 60° W-Lg in 36,1° N-Br am 20. Januar, 50° W-Lg
in 38,2° N-Br am 24, Januar, und 30° W-Lg in 44,3° N-Br am 31. Januar
überschritten.
10. Reise der eisernen Hamburger Bark „Ella“, Kapt. C. Pein.
Am 25, Februar 1880 befand sich die auf einer Reise von Hamburg nach
Valparaiso begriffene Bark „Kia“ in Sicht der Lizard-Feuer. Bei mäfsigen, in
ihrer Richtung sehr veränderlichen, aber meistens doch günstigen Winden ver-
lief von hier aus die Reise nach Süden in ziemlich befriedigender Weise. Eine,
fast eine Woche lang anhaltende Verzögerung verursachte die südlich von 31°
N-Br angetroffene leichte Mallung. Aus derselben entwickelte sich erst am
13. März in der Nähe von 25,5° N-Br und 20,8° W-Lg, bei einem Luftdrucke
von 767,4 mm der Passat. Für längere Zeit nach seinem Kinsetzen war dieser
jetztere Wind dann auch noch sehr flau. Frischen Wind erhielt man erst süd-
lich von 15,5° N-Br. Ein Stillengürtel wurde nördlich von der Linie kaum an-
zetroffen. Man erreichte die letztere am 26. März in 26,6° W-Lg bei leichter
südöstlicher Briese. Es war die Strecke zwischen Kanal und Aequator in
30 Tagen durchsegelt, und auf derselben hatte die Bark 40° N-Br in 14,5° W-Lg
am 2. März, 30° N-Br in 20,1° W-Lg am 8. März, 20° N-Br in 24° W-Lg am
17, März und 10° N-Br in 26,9° W-Lg am 21. März überschritten.
Zu derselben Zeit, wie „Ella“ sich in der Nähe der Linie befand, war
dort auch die mitsegelnde Bremer Bark „Rossini“. Am Mittage des 25. März,
als „Ellas“ Schiffsort 1,3° N-Br und 25,3° W-Lg war, war derjenige von
„Rossini“ in 1,6° N-Br und 22,6° W-Lg. „Ella“ fand dann auf ihrem west-
ticheren Standpunkte eine günstigere Gelegenheit und konnte die Linie einen
vollen Tag eher überschreiten als „Rossini“. In südlicher Breite holte freilich
die letztere Bark das Verlorene wieder ein, und am Mittage des 2, April, als
„Ella“ in 10,5° S-Br und 28,9° W-Lg stand, war „Rossini“ nur wieder etwa
30 Sın in nordwestlicher Richtung von ihr entfernt. „Ella“, die südlich der Linie
zunächst an drei Tagen nur ganz leisen östlichen Zug gefunden hatte, erhielt den
eigentlichen Passat erst am 30. März in der Nähe von 3,2° S-Br in 26,8° W-Lg.
Es erstreckte sich derselbe, später auch nur in mäfsiger Stärke wehend, bis nach
20,6° S-Br in 31,2° W-Lg. Unweit dieses Punktes drehte der Wind, bei einem
Luftdrucke von 763,2 m, nach NE, und bald darauf durch Nord und West nach
SE zurück, um aus letzterer Richtung jedoch nur als flaue unbeständige Briese
für kurze Zeit zu herrschen. Südlich von 26° S-Br traten leichte, längere Zeit
anhaltende Westwinde auf, bei denen der Luftdruck bis auf 767,2 mm stieg. Das
erste stürmische Wetter wurde am 24. April in der Nähe von 36° S-Br und
45,5° W-Lg angetroffen. Aus südlicher Richtung wehte es hier für kurze Zeit
in Stärke 9, bei einem niedrigsten Luftdrucke von 749,0 mm. Später, am 2, und
3. Mai, nicht weit von 41° S-Br in 51,5° W-Lg entfernt, beobachtete man noch
mehrere Tage anhaltendes stürmisches Wetter aus SW. Das Barometer sank
während desselben bis auf 754,7 mm. Das Schiff lag bei diesem Sturme über
St. B.-Bug nach NW. Die auf diesen Sturm folgenden mäfsigen NW-Winde
führten die Bark fast ganz nach 50° S-Br hin. Am 14. Mai stand „KZUa“ in