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nur stürmischer Wind folgte. Das Wetter war während dieser Zeit sehr regnerisch,
auch wurde das Niederfallen sehr grofser Hagelkörner beobachtet. Am 2. Februar
erreichte „Christine“ die Mündung des Kanals. Man hatte die Reise, während
welcher 70° W-Lg in 34,9° N-Br am 8. Januar, 60° W-Lg in 36° N-Br. am
13, Januar, 50° W-Lg in 36,7° N-Br am 19. Januar, wie 30° W-Lg in 43,1°N-Br
am 26. Januar gekreuzt worden war, in 28 Tagen vollendet.
7. Reise der Elsflether Bark „Emanuel“, Kapt. J. Ch. Christians,
Am 9. April 13880 verliels der nach Tahiti bestimmte „Emanuel“ die
Mündung der Garonne. Kin während der nächsten Tage wehender kräftiger
Ostwind führte die Bark bis zum 16. April nach 34,5° N-Br in 16,5° W-Lg.
Unweit dieses Punktes lief der Wind westlich, wurde schwach, und schließlich
setzte, nachdem an einigen Tagen Mallung und Stille geherrscht hatte, bei einem
auf 770,2 mm gestiegenen Luftdrucke der NE-Passat ein. Derselbe begann als
Aaue Briese, nahm aber bald an Stärke zu und herrschte dann für längere Zeit
mit grofser Regelmälfsigkeit. Südlich von 7° N-Br wurde der Passat flau, hielt
aber doch noch an, bis 4° N-Br in 21,9° W-Lg erreicht war. In der Nähe dieses
Punktes gelangte „Kmanuel“ am 1. Mai in den sich bis nach 0,7° S-Br in
25,2° W-Lg ausdehnenden Stillengürtel, dessen Ueberschreitung nicht weniger
als neun Tage erforderte. Anhaltende Windstille und leichte Mallung verursachten
diesen Aufenthalt, und zeigte es sich auch in diesem Falle, dafs, wenn auf das
Antreffen südwestlichen Monsuns noch nicht gehofft werden kann, ein zu östlicher
Standpunkt beim Verlassen des NE-Passats nicht rathsam ist. Der Mitsegler
„Kaiser“, welcher am 23. April 20° N-Br in 24,7° W-Lg schnitt, diesen Parallel
etwa 12 Stunden eher als „Emanuel“ erreichte, stand am 2. Mai in 2,3° N-Br und
24,3° W-Lg ungefähr 165 Sm in westsüdwestlicher Richtung vom „Emanuel“,
erreichte jedoch von diesem Standpunkte aus den Aequator in 25,1° W-Lg schon
am 5. Mai, während „Emanuel“ die nördliche Halbkugel erst am 8, Mai in
24,2° W-Lg verlassen konnte. Es waren für die Bark dann 29 Tage seit der
Abfahrt von der Gironde-Mündung verflossen, und während dieser Zeit hatte man
410° N-Br in 14,4° W-Lg am 14. April, 30° N-Br in 18,4° W-Lg am 20 April,
20° N-Br in 24,4° W-Lg am 23. April und 10° N-Br in 24,8° W-Le& am 28. April
gekreuzt.
Nachdem im Südatlantischen Ocean der Passat einmal durchgekommen war,
herrschte er ziemlich kräftig und beständig ganz bis zu seiner in 25° S-Br und
29,2° W-Lg liegenden polaren Grenze hin. Unweit dieser letzteren, wo der
Luftdruck mit 766,6 mm seinen höchsten Stand erreicht hatte, lief der flau gewordene
Wind nordöstlich, frischte danach rasch wieder auf und drehte später nach NW.
Der Wind führte dann keine Drehung durch Süd nach SE zurück aus, sondern
hielt sich in den westlichen Quadranten und wehte am 29. Mai in 39,6° S-Br und
3° W-Lg bei einem bis auf 744,5 mm gesunkenen Luftdrucke, als Sturm. Am
30. Mai überschritt „Emanuel“ in 39,7° S-Br den ersten Meridian, Es waren
bis dahin 22 Tage auf südlicher Breite zugebracht worden, und man hatte dort
10° S-Br in 28,9° W-Lg am 13. Mai, 20° S-Br in 31,5° W-Lg am 17. Mai und
30°S-Br in 22,8° W-Lg am 22. Mai geschnitten. Der Mitsegler „Kaiser“ erreichte
östliche Länge in 39,2° S-Br am 27. Mai,
Beim Ablaufen der Länge hielt „Emanuel“ sich etwas südlich von
45° S-Br. Man traf dort vorherrschend kräftige Westwinde, die zu wiederholten
Malen die Stärke heftiger Stürme annahmen. Die beobachteten Ostwinde waren
meistens hoch nördliche und hatten gewöhnlich keine lange Dauer. Eine Aus-
nahme davon bildete nur der unweit 46° S-Br in 120° O-Lg auftretende NE-
wind. Dieser bei einem auf 770,8 mm gestiegenen Luftdrucke wehende Wind hielt
zwei Tage lang an, ging schliefslich aber auch in Westwind über. Unter den
Stürmen, welche angetroffen wurden, ist derjenige hervorzuheben, welcher am
26. Juni unweit 45,8° S-Br und 111° O-Lg beobachtet wurde. Derselbe begann
aus nordwestlicher und endete aus westsüdwestlicher Richtung. Während seiner
Dauer wurde ein niedrigster Luftdruck von 737,2 mm abgelesen. Sehr schwere
Hagelböen, welche überhanpt häufig vorkamen, begleiteten diesen Sturm. In der
Nähe der Südspitze von Neuseeland wurden zu wiederholten Malen gewitterhafte
Erscheinungen beobachtet. Westliche Winde, welche am 25. Juli in der Nähe
von 24,5° S-Br und 149,5° W-Lg bei einem niedrigsten Luftdruck von 741,1 mm